Bjarne Friedrichs mit herausragender Platzierung beim Euromeeting in Tschechien

Orientierungslauf: Nördlich von Prag den zehnten Platz auf der Langdistanz erreicht

Seesen (df). Eine Woche nach den Weltmeisterschaften der Männer und Frauen in Trondheim stand mit dem Euromeeting im „Böhmischen Paradies“, einem Naturschutzgebiet bei Turnov und circa 50 Kilometer nördlich von Prag, eine weitere bedeutsame Orientierungslaufveranstaltung auf dem Programm. Wie auch die anderen acht teilnehmenden Nationen entsandte das deutsche Team dabei Nachwuchsläufer beziehungsweise Läufer, die den Sprung in das WM-Team knapp verpasst hatten. Aufgrund der Anwesenheit der Norweger, Schweden, Finnen und Tschechen traten dennoch namhafte Starterfelder in den Disziplinen Mitteldistanz, Staffel und Langdistanz an. Für das herausragende Ergebnis aus deutscher Sicht sorgte der Seesener Bjarne Friedrichs mit einem unerwarteten 10. Platz auf der Langdistanz.
Die Läufer erwartete ein von tollen Sandsteinformationen geprägter Mittelgebirgswald, der stark gegliedert war mit tiefen Taleinschnitten und einzelstehenden Hügeln. Trotz überwiegend guter Belaufbarkeit und Sicht forderten die sehr steilen Anstiege mit teilweise mehreren übereinander liegenden Felsbändern höchste Konzentration, zumal die Karten an manchen Stellen so detailreich waren, dass sie im Laufen kaum noch lesbar waren.
Den Auftakt bildete ein anspruchsvoller Mittelstreckenlauf über fünf Kilometer und 225 Höhenmeter, wobei der überwiegende Teil der Strecke ausschließlich in den Felsformationen stattfand. Geprägt war das Rennen durch eine hohe Postenanzahl, die das Lauftempo stark beeinflusste. Bis auf einige kleinere Fehler gelang Bjarne ein ordentlicher Lauf und bereits im ersten Wettkampf erreichte er mit Rang 21 sein persönliches – und für einen deutschen Läufer bei solchen internationalen Events realistisches – Ziel, in dem Feld von 43 Teilnehmern mindestens 25. zu werden.
Auch in der Staffel, in der die drei Läufer je 6,4 Kilometer Luftlinie bei 210 Höhenmetern zu bewältigen hatten, lieferte Bjarne als Startläufer des deutschen Teams ein solides Rennen, musste allerdings zur Führungsgruppe nach der Hälfte etwas abreißen lassen. Dennoch verschaffte er seinem Team eine gute Ausgangsposition, die der aus Verletzungsgründen eingesprungene Ersatzläufer leider auf der Schlussrunde nicht mehr halten konnte, und vom zwischenzeitlichen sechsten Platz mehrere Plätze einbüßte.
Der Schlusstag bildete mit der Langdistanz über 12,1 Kilometer bei sage und schreibe 755 Höhenmetern noch einmal einen richtigen Härtetest, zumal die Hitze ein Übriges forderte. Ohne Irritationen durch andere Läufer konnte Bjarne sein Rennen gestalten, wählte meistens die bessere Route und konnte am Ende, als es bergab zum Ziel ging, noch einmal das Tempo forcieren. Mit nur achteinhalb Minuten Rückstand auf den Sieger landete er inmitten klangvoller Namen aus Skandinavien oder Tschechien auf einem herausragenden 10. Platz und vollbrachte das Kunststück, innerhalb weniger Wochen den zweiten aktuellen Juniorenweltmeister hinter sich zu lassen.
Bjarnes nächster internationaler Auftritt steht Ende September bevor, wenn er etwa 80 Kilometer nördlich von Edinburgh – für ihn erstmals in schottischen Wäldern – beim Junioren-Europa-Cup (JEC) an den Start gehen darf. Hierfür wurde er vom Bundestrainer zum fünften und leider letzten Mal nominiert.