Clausthal-Zellerfeld als Bundesstützpunkt geadelt

Dr. Hedda Sander (von links) vom LSB und Thomas Pfüller vom DSV übergeben Stützpunktleiter Richard Schulze und Biathlon-Sportwart Uwe Bauerochs das provisorische Schild. (Foto: Kluge)
 
Das Trainerteam, das nun an einem Bundesstützpunkt-Nachwuchs verantwortlich zeichnet, mit Toni Schmidt (v.l.), Cheftrainer Frank Spengler und Rico Uhlig. (Foto: Kluge)

Deutscher Skiverband würdigt Biathlon-Erfolge im Harz

Von Camillo Kluge,
Clausthal-Zellerfeld


Mit einem wichtigen Titel kann sich Clausthal-Zellerfeld nun auch offiziell schmücken: Bundesstützpunkt-Nachwuchs-Biathlon Clausthal-Zellerfeld. Was bereits seit Januar amtlich ist, wurde nun durch die Übergabe eines, wenn auch nur provisorischen Schildes besiegelt.
Thomas Pfüller, Generalsekretär und Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV) hatte das offizielle Schild noch nicht dabei, das wird noch in München fertig gestellt. Dafür hatte er aber die Erfolgsstory des Clausthal-Zellerfelder Biathlon parat. Anno 2000 saßen er und einige weitere Funktionäre vom Niedersächsischen Skiverband und dem Landessportbund auf dem Brocken beisammen und planten lose, „wie man den Wintersport in der Region Harz fördern kann“, so Pfüller. Das Ergebnis könne sich sehen lassen, zeigte sich Pfüller zufrieden, und verwies als leuchtende Beispiele auf Arnd Peiffer und Daniel Böhm.
„Nun folgt konsequenterweise der zweite Schritt“, so der DSV-Funktionär. Der Bundesstützpunkt-Nachwuchs erhöhe den Stellenwert und könne die Region weiter nach vorne bringen. Zumal die Bundeswehr die Sportsoldaten, so verriet Pfüller, künftig in Hannover zentral ausbilde. Zumindest die Wintersportler würden dann sicher häufig die Trainingsmöglichkeiten rund um Clausthal-Zellerfeld nutzen.
„Eine gesunde Kaderstruktur“ lobte auch Dr. Hedda Sander, Vizepräsidentin des Landessportbundes (LSB) und zuständig für den Leistungssport. „2000 haben wir noch überlegt, wie wir einen Trainer finanzieren können, jetzt wird der dritte eingestellt“, zeigte sie sich ebenfalls über die positive Entwicklung angetan, die nicht nur „aktuelle Weltklasse-Athleten, sondern auch einen starken Nachwuchs“ offenbare.
Einen großen Anteil an diesem Erfolg gebührt Stützpunktleiter Richard Schulze, der sich in unermüdlicher ehrenamtlicher Arbeit für „seine“ Biathleten einsetzte. Er widersprach Trainer Frank Spengler, dass das um den Oberhofer Toni Schmidt nun erweiterte Trainerterzett schon Druck habe, denn die „Leistungen gilt es wenigstens zu bestätigen.“ Im olympischen Rhythmus werden die Bundesstützpunktweihen immer wieder neu verliehen. Für Clausthal-Zellerfeld dienen diese Ehren zum einen als Werbemittel. Auch eine etwas üppigere Förderung erhofft sich Schulze. „Etwa 700 Meter der Skirollerstrecke müssten dringend instand gesetzt werden“, nennt Schulze einen Punkt, der abzuarbeiten ist. Sein zweiter großer Wunsch lautet „Ausbau der Infrastruktur auf Sonnenberg mit einem ordentlichen Spurgerät“. Dieses muss auch den mit Beschneiungsanlagen erzeugten Schnee verteilen können, zudem fehlen noch Unterstellmöglichkeiten für die Geräte.
Für die Sportler, die unter Spengler, Rico Uhlig und nun auch Schmidt trainieren, wird sich im Prinzip nichts ändern. „Ich werde nicht mein Konzept umwerfen“, sagt Spengler. Allerdings kommen sie nun in den Genuss, die Möglichkeiten des Olympiastützpunktes in Hannover zu nutzen. Medizinische Unterstützung, Physiotherapie oder auch Leistungsdiagnostik stehen nun professionell zur Verfügung. „Wir müssen unsere Arbeit weitermachen“, nimmt Spengler vorrangig sich und seine Kollegen in die Pflicht, denn „für den Bundesstützpunkt müssen wir eine Gegenleistung bringen.“