Das ewige Duell

Vermummte 96er brennen im Gästeblock bengalische Feuer ab.

Am Ende bleibt es beim Derby in Braunschweig weitestgehend friedlich

Schmähgesänge, Pyrotechnik und eine Reihe an Geschmacksentgleisungen sowie verbale Injurien.

Wenn Experten ein Ranking über Fußballclubs in Deutschland erstellen müssten, deren Fans ihre tiefe Abneigung seit Jahrzehnte tief und innig pflegen und auch nach außen zelebrieren, dann dürften die Anhänger von Eintracht Braunschweig und Hannover 96 bundesweit an der Tabellenspitze stehen. Es gibt das Derby zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund, den Nordschlager zwischen dem HSV und Werder Bremen oder auch Stadtduelle wie zwischen Bayern und 1860 München. Kaum eines ist so von Hass und Rivalität geprägt, wie das ewige Duell zwischen Braunschweig und Hannover.
Gut also, dass die Polizei im Vorfeld der Partie am Sonntag in Braunschweig den tumben Schlägern keine Chance gab. Schon am Freitagabend wurden in Ochtersum bei Hildesheim 170 Chaoten aus dem Lager der „Roten“ in Gewahrsam genommen. Sie wollten sich im Vorfeld eine feine Prügelei („Drittortauseinandersetzung” im Polizeijargon) liefern, erlebten dann aber zum Teil das Wochenende in der Zelle, und wurden erst nach Spielende entlassen – so lange waren Handys weg und Informationen gab es auch nicht. Pech gehabt! 
Sie verpassten ein Fußballspiel, das alles bot, was ein wahres Derby bieten muss. Kampf, Leidenschaft, Dramatik und tolle Tore. Am Ende war das 2:2 ein gerechtes Unentschieden. Das konstatierten die Trainer der beiden Teams, Daniel Stendel (Hannover 96) und Torsten Lieberknecht (Eintracht Braunschweig) in den Katakomben nach Spielende unisono. Stendel war zufrieden, weil sein Team beim Tabellenführer einen 0:2-Rückstand aufholen konnte, und Lieberknecht lobte während der Interviews nach dem Spiel immer wieder den besonderen Derby-Charakter und ein Spiel, dass die in es gesetzten Erwartungen in der Tat übererfüllte.
Viele Fans aus dem Vorharz waren in Braunschweig dabei
Das Niedersachsenderby zwischen der Eintracht und Hannover 96 hat eine lange Tradition. Die beiden Rivalen standen sich am Sonntag das 49. Mal gegenüber. Von den vorausgehenden 48 Partien gewann jede Stadt 17, die übrigen 14 Spiele endeten genau wie am  Sonntag unentschieden. Auch aus dem Vorharz waren viele Fans bereits am Sonntagmorgen nach Braunschweig gefahren, um dabei zu sein. So Fußballfreunde beider Clubs aus Seesen, Lutter, Bad Grund und Bockenem. In der Region gibt es ungefähr genauso viele Eintrachtler wie auch „Rote”.

Die ganze Reportage lesen Sie in der Ausgabe vom 8. November.