Das härteste Mountainbike-Etappenrennen der Welt

Eine beeeindruckendes Panorama bot sich den Mountainbikern bei der Craft BIKE Transalp.
 
Erschöpft, aber überglücklich war das Quartett um Mike Böttcher (3. von links), als es das Ziel Riva del Garda erreicht hatte.

Von Bayern mit dem Mountainbike über die Alpen nach Italien – Mittendrin: Mike Böttcher aus Seesen

Spektakuläre Mountainbike-Strecken, traumhafte Berg-Panoramen, überwältigende Pässe, wunderschöne Etappenorte, professionelle Eventorganisation und Teilnehmer aus über 40 Ländern machen die Craft BIKE Transalp zu einem absoluten Highlight der Mountainbike-Szene weltweit.

In acht Tagen werden von den ambitionierten Mountainbikern mehr als 600 Kilometer und rund 18.000 Höhenmeter bezwungen. Die Craft BIKE Transalp ist und bleibt das beeindruckendste MTB-Etappenrennen der Welt.
In der nunmehr 16. Auflage startete das Etappenrennen in diesem Jahr am 13. Juli in Mittenwald, in Oberbayern. Ziel: Riva del Garda am Gardasee. Der hohe Stellenwert dieses Teamwettkampfes (es wurde immer in Zweierteams gefahren) zeigt sich schon durch die insgesamt über 1000 Teilnehmer aus über 40 Ländern, die sich dieser Herausforderung stellen. Neben Teilnehmern aus ganz Europa waren auch Mountainbiker aus den USA, Canada, Australien, Brasilien, Südafrika, Israel, der Domenikanischen Republik und erstmalig auch aus Mauritius angereist.

Mike Böttcher aus Seesen nimmt Herausforderung an

Da die Craft Bike Transalp allen Fahrern offen steht, befanden sich unter den Teilnehmern nicht nur Landesmeister, Weltmeister und Olympiateilnehmer, sondern auch eine Vielzahl Hobby- und Freizeitfahrer, für die der Spaß und das Erlebnis im Fordergrund stand mit dem Ziel alle Etappen in der Wertung zu beenden.
Zu diesen Teilnehmern zählte auch Mike Böttcher aus Seesen der sich gemeinsam mit seinem Teampartner Mario Langner aus Salzgitter dieser Herausforderung stellte. Zusammen mit einem weiteren Team aus seiner Trainingsgruppe, bestehend aus Thomas Ferdinand und Thomas Graf (beide aus Salzgitter) ging es nach einer intensiven Vorbereitung schließlich im Juli an die Startlinie in Mittenwald.
Wie 2005 startete das wohl berühmteste Mountainbike-Etappenrennen für Zweierteams von Mittenwald in Deutschland, Richtung Mayrhofen in Österreich. Vom einzigen österreichischen Etappenort 2013 geht es direkt nach Brixen (Italien) und damit ins Herz von Südtirol.
Hier folgt die Route grob der Strecke von 2011, wobei Rennleiter Marc Schneider auf dem Weg über St. Vigil nach Alleghe und San Martino di Castrozza im Trentino durchaus einige Neuerungen präsentieren kann. Allen voran die atemberaubenden Militärpfade am Monte Grappa, die Transalp-Erfinder Uli Stanciu für die 2013er Auflage aus dem Hut gezaubert hat, waren ein absolutes Highlight in diesem Jahr.
Drittletzter Stopp war Crespano del Grappa, das erstmals auf der Transalp-Karte seine Spuren hinterlassen und damit der 46. Etappenort in der Geschichte des Rennens war. Von dort ging es für die 600 Zweierteams über Rovereto nach Riva del Garda, das bereits zum 14. Mal Ziel der Alpenüberquerung ist.


Ohne Zusammenhalt und Teamgeist geht nichts

Bereits nach der ersten Etappe wurde das hohe Anforderungsniveau deutlich. Das es sich bei der Craft Bike Transalp aber in erster Linie um einen Teamwettkampf handelt, war immer wieder spürbar: Wenn ein Fahrer gerade ein Tief hatte, motivierte ihn sein Teamkollege oder schob in kurzerhand an. Schöne Szenen, die sich immer wieder auf besonders steilen Etappenabschnitten abzeichneten. Wo ein Fahren nicht mehr möglich war, mussten die Räder getragen werden. Unter Umständen auch einmal von nur einem aus dem Team – nämlich dann, wenn der Partner dringend eine Pause brauchte. Zusammenhalt und Teamgeist zeichnen das härteste Mountainbike-Etappenrennen der Welt aus und machen es zu dem, was es ist.
Die anstrengenden Bergauffahrten wurden durch wunderschöne Trails wieder ausgeglichen. Teilnehmer Mike Böttcher: „Auf der dritten Etappe hatten wir einen 16 Kilometer langen Trail, das war einfach der Hammer! Und dann noch das Panorama dazu – einfach einmalig! Es war interessant so viele Gleichgesinnte zu treffen. Abends gab es zum Abschluss immer Pasta-Partys, bei denen wir die Gelegenheit hatten, die anderen Fahrer besser kennenzulernen. Insgesamt war die Tour sehr gut organisiert und es wurde an alles gedacht. Neben Masseuren und Physiotherapeuten stand den Teilnehmern unter anderem auch ein Wäscheservice zur Verfügung“.

Platz 111 nach einer Fahrzeit von 44 Stunden erreicht

Am vorletzten Tag, als es von Crespano del Grappa nach Rovereto ging, hatten der Seesener und sein Teampartner Mario Langner noch kurz vor dem Ziel richtig Pech. Drei Kilometer vor Ende hatten sie den ersten von insgesamt drei platten Reifen auf dieser Etappe. Zum Glück sollten das die einzigen Pannen bei dem Rennen bleiben.
Am Ende erreichten Mike Böttcher und Mario Langner den 111. Platz in der Klasse „Männner“ bei einer Gesamtfahrzeit von 44 Stunden.
Die Craft Bike Transalp ist nicht nur in der Klasse „Männer“ sehr beliebt. So waren auch die Startfelder in der Klassen „Master“ ( Teamalter über 80 Jahre) und „Grand Master“ (Teamalter über 100 Jahre) sehr gut gefüllt. Die Damen- und Mixedklassen konnten ebenfalls gute Startfelder aufweisen.
Nach der anstrengenden aber auch sehr tollen, und erlebnisreichen Tour verbrachte Miker Böttcher noch eine Woche Urlaub am Gardasee, bevor es wieder zurück nach Seesen ging. Eine lange Verschnaufpause will sich der ambitionierte Sportler jedoch nicht gönnen, wie er gegenüber dem „Beobachter“ verriet. Bereits im nächsten Jahr will er wieder mit an den Start gehen, wenn es heißt: Craft Bike Transalp!