Das „i-Tüpfelchen auf unsere gute Saison!“

Der TSVHavelse ist neuer Niedersachsen-Pokal-Sieger und steht damit im DFB-Pokal.

Krombacher-Pokal:TSV Havelse schlägt Wilhemshaven und wird niedersächsischer Pokalsieger

Havelse (bo). Der TSV Havelse ist erstmals niedersächsischer Pokalsieger der Herren. Passend zum Jahr des 100-jährigen Bestehens gewannen die Garbsener am Dienstagabend das Finale des als Krombacher-Pokal ausgespielten Wettbewerbs mit 2:1 (1:1) beim SV Wilhelmshaven. Vor über 1400 Zuschauern im Jadestadion erzielte Maurice Maletzki sechs Minuten vor Abpfiff das entscheidende Tor. Damit machte er zugleich den Havelser Schatzmeister glücklich, denn durch den Triumph muss der TSV „nur“ 10.000 von den 100.000 Euro abgeben, die beide Finalisten des niedersächsischen Wettbewerbs an Fernsehgeldern in der kommenden ersten Hauptrunde des DFB-Pokals erhalten. Bestimmt ist diese Summe für den „Solidar-Topf“, aus dem alle Teilnehmer am diesjährigen NFV-Verbandspokal anteilig bedient werden. Als Verlierer des NFV-Finales zahlt Wilhelmshaven 25.000 Euro ein.
Exakt 1416 Zuschauer sorgten für einen unerwartet großen Andrang, so dass sich vor den Kassenhäuschen lange Warteschlangen bildeten und der Anpfiff verspätet erfolgte (zehn Minuten). Den besseren Start erwischten die Gastgeber. Tim Hofmann (2. Minute), der TSV-Keeper Markus Straten-Wolf zu einer Glanzparade zwang, sorgte für den ersten Höhepunkt. Wilhelmshaven war agiler, stand in der Defensive sicher und ging verdient in der 17. Minute in Führung. Eine langgezogene Ecke von Stephan Brehmer köpfte Musa Karli mustergültig Richtung Fünfmeter-Raum. Dort fand sein Ball Bartosz Broniszewski, der das runde Leder an Straten-Wolf vorbei zum 1:0 ins Tor schoss.
Doch der Treffer brachte nicht die erhoffte Sicherheit ins Spiel des SVW. Im Gegenteil – es schien ein Weckruf für die Havelser gewesen zu sein. Zwar hatte der glücklos agierende Kevin Behrens in der 24. Minute das 2:0 auf dem Fuß – sein Schuss ging freistehend allerdings weit über das Tor – doch die Gäste kämpften und kamen immer besser ins Spiel.
In der 39. Minute war es dann soweit: Nach einem Stellungsfehler von Broniszewski bediente Maurice Maletzki seinen Mitspieler Marc Vucinovic, der den Ball unhaltbar zum Halbzeitstand unter die Latte hämmerte. „Wir wollten nach dem 1:0 das Ergebnis nur noch verwalten und haben aufgehört, Fußball zu spielen“, lautete die Halbzeitanalyse von Musa Karli gegenüber der Wilhelmshavener Zeitung.
In der zweiten Hälfte merkte man den Akteuren die große Hitze (Temperaturen um die 30 Grad-Marke) an. Das Spiel fand größtenteils zwischen den Strafräumen statt, auf beiden Seiten gab es viele Fehlpässe. Daniel Franzsikus, der nach einem Schuss von Boris Koweschnikow nur wenige Zentimeter am Ball vorbeirutschte, hatte die Möglichkeit zur erneuten SVW-Führung, ehe ab der 70. Minute Havelse das Kommando übernahm. Immer häufiger stand jetzt Hergen Gerdes im Mittelpunkt des Geschehens. Schüsse von Dennis Cizek (69.), Marc Vucinovic (77.) oder Marco Hansmann (79.) konnte der SVW-Torhüter entschärfen. Nur in der 84. Minute kam auch er zu spät. Ein langer Ball von Vucinovic erreichte den frei stehenden Maurice Maletzki, und der traf flach in die untere rechte Torecke zur Entscheidung.
„Wir hatten es heute einfach nicht verdient, zu gewinnen. Wir machen zwar das 1:0 und ich denke, wenn wir das zweite Tor machen, gewinnen wir das Spiel. Aber in der zweiten Hälfte haben wir zu wenig investiert und wir waren zum Ende des Spiels mausetot“, kommentierte SVW-Coach Christian Neidhart in der Pressekonferenz die Partie. Sein Kollege André Breitenreiter meinte: „Wir haben ab der 20. Minute ein überragendes Spiel gemacht, waren klar überlegen und haben uns für unsere Leistung heute belohnt. Das war das i-Tüpfelchen auf unsere gute Saison. Nun hoffen wir auf ein attraktives Los in der 1. DFB-Pokal-Runde.

SV Wilhelmshaven: Gerdes, Hofmann, Karli, Skoda, Puttkammer, Sam, Softic (46./Franziskus), Brehmer (86./Fossi), Koweschnikow, Broniszewski, Behrens (72./Sembolo).
TSV Havelse: Straten-Wolf, Holm, Smidt, Moslehe (64./ Beis­mann), Rüdiger (72./Degner), Maltzki, Hansmann, Vucinovic, Cicek (90./Masur), Tasky, Posipal.
Schiedsrichter: Lars Becker (FC Eisdorf), Andre Grimme, Mario Birnstiel.
Tore: 1:0 Broniszewski (17. Minute), 1:1 Vucinovic (39.), 1:2 Maletzki (84.).
Zuschauer: 1416.
Gelbe Karten: Puttkammer, Behrens, Holm.