Der Landesliga-Countwdown läuft

Mit dem Ziel „Klassenerhalt“ geht das Team des MTV Seesen nach dem Aufstieg in die morgen startende Landesligasaison.
 
Die Neuzugänge Tobias Cichon (RR, RA) und Fabio Christmann (LA) verstärken den MTV in der Landesliga.

Handball: Herrenteam startet am Freitag in die Saison / Generalprobe im Pokal ging daneben

Jetzt wird es ernst: Am kommenden Freitag haben die ersten Herren des MTV Seesen ihr Punktspieldebüt in der Landesliga. Ein gutes Vierteljahr ist es nun schon her, dass den ehemaligen Regionsoberligisten unter Trainergespann Bernd Philipps und Bernd Fabrytzek der unmittelbare Wiederaufstieg in die dritthöchste Liga Niedersachsens im alles entscheidenden Endspiel gegen Timmerlah gelang und damit ihr gesetztes Saisonziel erfüllte.

Die Mannschaft selbst ist hochmotiviert und fiebert dem Saisonauftaktspiel am Freitag um 20 Uhr gegen die HSG Rhumetal entgegen.

Zwei Abgänge und zwei Neuzugänge

Auch die Stimmung innerhalb des Teams, das mit leichten strukturellen Veränderungen in die neue Saison startet, scheint laut Trainer Philipps zu stimmen. Den Abgängen des jahrelangen MTV-Kreisläufers Hendrik Liedtke und des Linksaußen Benjamin Wagner stehen zwei Neuzugänge gegenüber. Der „gelernte“ Linksaußen, Fabio Christmann von der SG Stutensee, zeichnet sich durch seine Schnelligkeit und einer enormen Durchsetzungskraft aus und tritt nun auf direkten Weg in die Fußstapfen Wagners. Darüber hinaus verfügt er laut des Trainergespanns über genügend Potenzial, auch in anderen Spielpositionen einsatzfähig zu sein. Neben Christmann kehrte der ursprüngliche Seesener Tobias Cichon von der A-Jugend der HSG Osterode zurück. Der frischgebackene 18-jährige Spieler wird zunächst in der Seesener A-Jugend eine wichtige Rolle vertreten, darf aber mittels des Doppelspielrechtes ebenfalls die Herren unterstützen. Bereits in der Vorbereitung konnte er zeigen, dass mit seiner Schnelligkeit, seiner Sprungkraft und seinem guten Wurf Voraussetzungen vorhanden sind, um auch im Herrenbereich ordentlich mitzumischen.
Was die Aufstellung angeht, ist Philipps optimistisch. Im Einklang mit dem Stammkader und den Routiniers Stefan Haasler mit Florin Luca als erfahrenen, ehemaligen Spitzenspieler erwartet er, dass die Neuzugänge das Seesener Spiel „bereichern werden und wichtige Akzente setzen können“. Auf dieser Grundlage hat der Kader viel Potenzial und definierte den Klassenerhalt zum Ziel. „Wir wollen uns in der Landesliga etablieren und nicht zur Fahrstuhlmannschaft werden. Es gilt, den Mannschaften, die uns unterschätzen, die Punkte abzunehmen.“

Die Vorbereitung hätte besser laufen können

Trotz des Optimismus hätte die Vorbereitung besser verlaufen können. Eine hohe Anzahl von Studenten, Verletzungen, arbeits- oder urlaubsbedingten Absagen machte den ursprünglichen Vorstellungen einer reibungslosen Vorbereitung einen Strich durch die Rechnung und verhinderte des Öfteren ein Training mit dem kompletten Kader. In entsprechenden Einheiten wurde Athletik, Spieltaktik und Ausdauer trainiert. Ebenso nahm das Team so viele Wettbewerbe wie möglich mit, um das Spiel zu harmonisieren und Spielpraxis zu erhalten. So standen Testspiele gegen den TuSpo Lamspringe oder dem SV Söhre auf dem Programm und natürlich mischten sie auch beim eigenen Vorbereitungsturnier mit.
Um das Ziel des Klassenerhaltes zu schaffen, muss, so Philipps, jedem seiner Spieler bewusst sein, „die durchaus vorhandenen Spielanlagen über die gesamte Saison aufrecht zu erhalten und immer mit der nötigen Einstellung zu 100 Prozent am Limit zu spielen.“

Generalprobe im Pokal ging schief

Die letzte „Generalprobe“ vor dem offiziellen Saisonauftakt im Zuge der Pokalrunde ging am vergangenen Sonnabend jedoch schief. Die Mannschaft musste in Bovenden eine Niederlage gegen die SG Spannbeck/Billingshausen einstecken. Nach schwacher erster Halbzeit hieß es am Ende 25:30 aus Seesener Sicht.
Mit der Sicherheit aus den letzten Testspielen fuhren die Mannen nach Bovenden. Doch schon gleich zu Beginn des Pokalspiels, liefen die Seesener einem immer größer werdenen Rückstand hinterher. Der Keeper der Gastgeber ließ den Angriff durch starke Paraden nicht richtig zur Geltung bringen und fing viele Bälle der Seesener ab. Die dadurch eingeleiteten Konter warfen den MTV schon zu Mitte der ersten Hälfte mit 2:9 Toren zurück. Auch bis zum Ende der ersten Halbzeit bekam man die einfachen Tore durch Tempogegenstöße nicht recht in den Griff und lag zur Pause mit 7:15 hinten.
Als Jan-Niklas Liedtke nach einer übereifrigen Situation Ende der ersten Hälfte die rote Karte sah, steckte die Mannschaft den Kopf nicht in den Sand und begann zu kämpfen. Nun, mit Niklas Fleischmann auf der Rückraummitte, kam nach mehreren Minuten in Unterzahl, wieder Sicherheit in die Mannschaft. Mit viel Bewegung schuf sie mehr Platz im Angriff und kam bis auf zwei Treffer (20:22) heran. Letztendlich musste sich die „Erste“ zum Schluss aber doch mit 25:30 geschlagen geben.

MTV Seesen: Jan-Hendrik Alpert und Lars Nitsche im Tor, Niklas Fleischmann (10), Max Anders (4), Patrick Belke, Jan-Niklas Liedtke (3), Björn Krause (2), Christoph Seidig, Florin Luca (5), Denis Balybin und Stefan Haasler (1).

Trotz der Niederlage und dem Aus in der ersten Runde blicken Trainer Philipps und Fabrytzek gespannt auf den morgigen Freitag, bei dem es um 20 Uhr in Seesen gegen Mitaufsteiger HSG Rhumetal geht. Dort müssen sich die Spieler der „Ersten“ zumindest im Spielerischen steigern. Damit die Stimmung auf dem Höhepunkt ist, wird das DJ Delta Team das Spiel akustisch begleiten – es fehlt nur noch eine Zuschauertribüne, gefüllt mit lauter Handballfans, die nach monatelangem Warten endlich wieder Handball vom Feinsten sehen wollen und das blau-weiße Team voller Elan anzufeuern wissen.