Erneut für die Firefighter-WM qualifiziert

 

Magnus Hirschfeld, Jörg Kappei und Dirk Fuhrmann fahren wieder nachSouth Carolina

Normalerweise tummeln sich vor der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin wohl vor allem Kulturbegeisterte und Touristen. Doch jetzt bot sich hier ein ganz anderes Bild. Die Feuerwehrfrauen und -männer waren aus allen Ecken Deutschlands und fünf weiteren Nationen nach Berlin gekommen, um sich miteinander zu messen und sich für die Weltmeisterschaften, die dieses Jahr in den USA stattfinden, zu qualifizieren. Die Teilnehmer gaben alles, um diese einmalige Chance zu nutzen – die Berlin Firefighter Combat Challenge ist in ganz Europa die einzige Möglichkeit, sich für die Weltmeisterschaften in den USA zu qualifizieren.
Doch bei der 6. Berlin Firefighter Combat Challenge ging es den Teilnehmern nicht nur darum, ihre sportlichen Leistungen zu zeigen sonder darum, so weit an ihre körperlichen Grenzen zu gehen – im Einsatz wäre dies nie möglich. Mit in Berlin war auch Dr. Paul O. Davis, der vor über 20 Jahren die Firefighter Combat Challenge in den USA ins Leben gerufen hat. Er fasst das Herz des Feuerwehrsportes passend zusammen: „Die Firefighter Combat Challenge ist ein Wettkampf, der außer dem puren Sport noch eine Absicht verfolgt: Es geht darum, einen der härtesten Jobs besser, schneller und sicherer zu machen.‘‘ Bei der 6. Berliner Firefighter Challenge erkämpften sich die beiden Seesener Magnus Hirschfeld, Jörg Kappei und der Bornumer Dirk Fuhrmann jetzt die Qualifizierung zur Teilnahme bei der diesjährigen Weltmeisterschaft im amerikanischen Myrtle Beach, South Carolina.
Magnus Hirschfeld errang in der Ü40 den 3. Platz und in der Gesamtwertung den 13. Platz von 300 gestarteten Teilnehmern, er verbesserte sogar seine persönliche Bestzeit und sicherte sich ein Platz in der „hall of fame“ in Berlin der unter zwei Minuten gelaufenen. Dirk Fuhrmann errang in der Ü50 einen hervorragenden 3. Platz. Der jüngste im Bunde Nils Günther errang bei seinem ersten Start Platz 79. Jörg Kappei errang in der Ü40 den 5. Platz und in der Gesamtwertung den 43. Platz
Zur diesjährigen Firefighter Challenge – auch als die härtesten zwei Minuten des Sports bezeichnet – meldeten sich insgesamt fast 400 Starter aus sechs verschiedenen Nationen. Teams aus Deutschland, Österreich, England, Frankreich, Polen, Slowenien und Norwegen sind in diesem Jahr dabei gewesen. 23 Teilnehmer aus Europa konnten sich für die Weltmeisterschaft qualifizieren, darunter eben auch Dirk Fuhrmann, Jörg Kappei und Magnus Hirschfeld.
Die Feuerwehrleute mussten zunächst einen Parcours, bestehend aus fünf Stationen, bewältigen – und das so schnell wie möglich. Die extremen Herausforderungen der Feuerwehrrealität sollen hierbei simuliert werden, weshalb der Parcours auch zusammenhängend an einem Stück absolviert werden musste. Erschwert wurde das Ganze durch die Vorgabe, dass die Starter in kompletter Einsatzkleidung sowie mit Helm, Maske und Atemschutzgerät starten mussten.
Die drei Vorharzer starteten am Fuße des Turmes. Dort musste das Schlauchpaket mit 19 Kilogramm über die Treppen des 12,5 Meter hohen Turmes nach oben getragen und in einer Box abgelegt werden. Der Teilnehmer musste danach den schweren Schlauch nach oben ziehen und in die dafür vorgesehene Box ablegen.
Anschließend ging es die Treppen nach unten zur Keiser-Force-Machine. Man nimmt hier einen Vier-Kilogramm-Hammer auf und schlug mit diesem das Gewicht (72,5 Kilogramm) über 1,50 Meter nach hinten.
Als nächstes musste ein 42,5 Meter langer Slalomkurs absolviert werden – ohne eine Pylone zu vergessen oder umzureißen. Am Ende des Slalomkurses wurde ein geschlossenes Strahlrohr aufgenommen; damit liefen die Teilnehmer mit dem bereits mit Wasser gefüllten angekuppelten Schlauch 23 Meter nach vorne. Nach dem Passieren einer Schwingtür durfte das Strahlrohr geöffnet und ein Hindernis mit dem Wasserstrahl musste umgespritzt werden. 
An der letzten Station mussten die vier Vorharzer einen Dummy (79,4 Kilogramm) aufnehmen und rückwärts mit dem Rautekgriff bis zum Ziel ziehen. Die Zeit wurde angehalten, als die Teilnehmer mit der Puppe gemeinsam im Ziel waren.
Im November findet im amerikanischen Myrtle Beach in South Carolina erneut die Weltmeisterschaft statt. Der Wettkampf in Berlin stellte die einzige Möglichkeit in Europa dar, sich für dieses Event zu qualifizieren.