Erster Sieg für die Union-Frauen

Fußball: 2:1-Sieg beim ebenfalls zuvor punktlosen TuS Clausthal-Zellerfeld

Am Samstagnachmittag reisten die Damen des SV Union Seesen 03 zum Punktspiel an die Ringerhalde zum TuS Clausthal-Zellerfeld. Beide Teams standen vor der Partie punktlos am Tabellenende. Am Ende waren nur noch die Gastgeber ohne Zähler, denn die Seesenerinnen konnten die Begegnung mit 2:1 für sich entscheiden.
Im Gepäck hatte der SV Union eine ganze Reihe von personellen Problemen mit in den Oberharz genommen.

Denn mit Goalgetterin Rebecca Sauthof und Neuzugang Frederike Karge fehlten gleich zwei Stützen der Mannschaft. Dazu kam, dass mit Tanja Hantke, Julia Zisser, Wiebke Socher und Melanie Pinnecke weitere vier Spielerinnen aus Verletzungsgründen nicht mit dabei sein konnten. Trotzdem aber schaffte es das Trainer-Team Holger Schandert und Karsten Brünig, neun Spielerinnen aufbieten zu können, darunter Alice Baldczus, die trotz Bahnstreiks für dieses Spiel extra aus München anreiste.
Von Beginn an kamen die Damen aus dem Oberharz mit der Taktik der Gäste überhaupt nicht klar. Die Seesener standen gut in der Abwehr und ließen den Gegner kommen. Ab der Mittellinie aber wurde konsequent gestört und die Räume wurden extrem eng gemacht. Dazu kam, dass die Gäste durch Konter immens gefährlich waren. Sandra Tigel, Marie Brackmann und die nimmermüde Nina Peter störten gut und ließen keinen Spielaufbau zu. Dahinter riegelten Jenni Kasten, Alice Baldczus und Lisa Schulze das von Tanja Kiehne gehütete Tor ab. Alice Baldczus wechselte sich auf der rechten Abwehrseite mit Lisa-Marie Kraemer ab, die eine bärenstarke Leistung zeigte.
In der 13. Spielminute schlugen die Unionerinnen erstmals zu. Lisa Schulze war es, die einen mustergültigen Konter mit einem strammen Schuss ins gegnerische Gehäuse abschloss. Die Damen aus dem Oberharz wirkten durch den 0:1-Rückstand geradezu geschockt und verlegten sich auf Weitschüsse. Dabei fehlte es aber an der Präzision.
Die Unionerinnen hatten weitere hochkarätige Chancen. Nina Peter scheiterte nach einem Eckstoß zweimal nur äußerst knapp. Eine gegnerische Spielerin konnte den Ball gerade noch von der Linie kratzen. Alle im Team hätten der Dauerläuferin im Sturm ein Tor gegönnt. Auch Marie Brackmann und die wuselige Sandra Tigel hatten Schussgelegenheiten, konnten aber noch abgeblockt werden. So blieb es zur Halbzeit bei der verdienten 1:0-Führung für die Unionerinnen.
Im zweiten Spielabschnitt drückten die Oberharzer Damen noch mehr auf den Ausgleich, verloren aber immer mehr den Faden. Dieses machte sich Sandra Tigel zunutze, die in der 63. Minute allen Gegnerinnen davonlief und Franziska Schiffner im Tor des TuS Clausthal-Zellerfeld keinerlei Chance ließ. Bis dato waren drei Schüsse der Unionerinnen auf das Tor gekommen, zwei waren drin. Sandra Tigel hatte es sich bei ihrem Punktspieldebüt auch redlich verdient, denn sie war immer anspielbar und scheute auch keinen Zweikampf.
Je länger das Spiel dauerte, umso hektischer wurden die Angriffe der Gastgeberinnen. Auch die einsetzende Dunkelheit in Verbindung mit dem eher unzureichend zu nennenden Flutlicht sorgte nicht für bessere Treffsicherheit bei den Gastgeberinnen. Im Gegenteil, die besseren Chancen hatte weiterhin der SV Union. Lisa Schulze, Dreh- und Angelpunkt im Seesener Spiel, setzte einen Freistoß aus spitzem Winkel auf die Torlatte. Angelique Beau, zeitweilig für Marie Brackmann im Spiel, fügte sich nahtlos in die Mannschaft ein und stellte sich komplett in den Dienst der Mannschaft. Und so konnte das Ergebnis bis in die Endphase hinein gehalten werden. Erst in der 79. Minute, eine Minute vor Ablauf der regulären Spielzeit, gelang Nadine Degenhardt aus abseitsverdächtiger Position der Anschlusstreffer zum 1:2.
Danach drückten die Clausthaler noch einmal aufs Tempo. Aber obwohl der souverän leitende Schiedsrichter Alfonso Blasco-Martinez den Gastgeberinnen gleich fünf Minuten Nachspielzeit gönnte, gelang der Ausgleich nicht mehr. Die Unionerinnen waren überglücklich und feierten die Punkte ausgiebig.

SV Union Seesen: Tanja Kiehne – Jenni Kasten, Lisa Schulze, Alice Baldczus, Lisa-Marie Kraemer, Marie Brackmann, Nina Peter, Angelique Beau und Sandra Tigel.