Gewalttätige Ausschreitungen am Hauptbahnhof Hannover durch Fußballfans von Hannover 96

Nach der Bahnrückreise aus Frankfurt versammelten
sich gegen 23.40 Uhr ungefähr 100 Anhänger von Hannover 96 im
Hauptbahnhof. Es folgte das übliche Verhalten nach der Rückkehr:
Fangesänge, Tanzrituale und Verspritzen von Bier. Geringe
Polizeikräfte waren zunächst defensiv und ohne Schutzausstattung
aufgestellt und beobachteten das Geschehen. Dann flogen jedoch
Bierflaschen und andere Gegenstände. Nach einem gezielten Wurf auf
einen Polizisten wurde ein Täter gestellt und festgenommen. Die
Situation wurde gewalttätiger und es kam zu mehreren Ausschreitungen
im gesamten Bahnhofsbereich. Erst mit der Unterstützung von annähernd
60 Landespolizisten konnte die Lage nach Mitternacht unter Kontrolle
gebracht werden. "Den Tanzritualen der Fans, auch dem gegenseitigen Bespritzen mit Bier begegnen die Einsatzkräfte mit Geduld. Werden jedoch aus dem
Schutz der Gruppe Gegenstände auf Unbeteiligte oder Polizeibeamte
geworfen, gebietet die Strafverfolgungspflicht ein konsequentes
Einschreiten gegen erkannte Straftäter, auch auf die Gefahr hin, dass
dies den meist alkoholisierten in der Gruppe Anlass zur Eskalation
gibt, sagt Peter Jördening, Inspektionsleiter der Bundespolizeiinspektion Hannover. Es wurden Pfefferspray, Schlagstöcke und ein Diensthund
eingesetzt. Insgesamt waren in der Spitze 100 Beamte der Bundes- und
Landespolizei im Einsatz. Polizisten wurden trotz der teils massiven
Angriffe nicht verletzt. Vier Gewalttäter im Alter zwischen 20 und 23
Jahren wurden festgenommen. Die Bundespolizei ermittelt gegen sie
wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Widerstands,
Beleidigung und versuchter Gefangenenbefreiung.
Wegen der unübersichtlichen Situation im Bahnhofsbereich werden
derzeit noch Videoaufnahmen ausgewertet. Die Bundespolizei erwartet
weitere Ermittlungsansätze und Täterhinweise.