Gleich drei Titel eingeheimst

Bjarne Friedrichs wahrte seinen Nimbus, bei Nacht-Orientierungsläufen in Deutschland unbesiegt zu sein.

Überragender Saisonstart für MTV-Orientierungsläufer

Besser konnte die neue Orientierungslaufsaison für die OLer des MTV Seesen eigentlich gar nicht starten, denn bei den Deutschen Bestenkämpfen im Nacht-Orientierungslauf sicherten sich Bjarne und Birte Friedrichs sowie Meike Hennseler gleich drei Titel. Damit war der MTV Seesen neben dem renommierten Post SV Dresden erfolgreichster Verein der Titelkämpfe. Aber auch tags darauf beim Bundesranglistenlauf über die Mitteldistanz erkämpften sich die MTV-OLer sehr erfreuliche Platzierungen.

Das Wettkampfgelände beider Tage war vielen OLern von der DM im Lang-OL Anfang Oktober noch in Erinnerung, etlichen wegen der diffusen Unterwuchsflächen und nicht immer ganz korrekt kartierten Geländeformationen auch in nicht unbedingt guter Erinnerung. Jahreszeitlich bedingt war die Vegetation etwas weniger störend, dennoch erwarteten die Aktiven anspruchsvolle Bahnen. Bei den Herren zählte der Vorjahressieger Bjarne Friedrichs erneut zum Favoritenkreis – und er erfüllte die Erwartungen. Zur Hälfte der 12,3 Kilometer langen Strecke war er zu dem drei Minuten vor ihm gestarteten Jenaer Sören Lösch aufgelaufen, von da an bildeten sie ein starkes Tandem, das den Podestplätzen entgegenstrebte. Mit deutlichem Vorsprung verteidigte Bjarne Friedrichs seinen Titel und wahrte seinen Nimbus, bei Nacht-Orientierungsläufen in Deutschland unbesiegt zu sein.
Mit einem konzentrierten und vor allem fehlerfreien Lauf auf ihrer 5,9 Kilometer langen Strecke distanzierte Birte Friedrichs in der D-18 mit ebenfalls knapp drei Minuten Vorsprung ihre Konkurrentinnen und wiederholte ebenfalls ihren Vorjahressieg, damals noch in der D-16 errungen. Ihre Nachfolgerin in der D-16 wurde nach 4,0 Kilometer etwas überraschend ihre Vereinskameradin Meike Hennseler, die gleich in ihrem ersten Lauf auf Bundesebene in der neuen Kategorie ihren ersten nationalen Titel gewann. Auch wenn sie am Ende nur zehn Sekunden Vorsprung auf Ann-Charlotte Spangenberg (TG Münden) ins Ziel rettete, so muss man es ganz hoch anrechnen, dass sie dieses überhaupt noch fand, denn auf ihrer Karte hatte sich durch den feinen Nieselregen so viel Farbe abgelöst, dass fast nichts mehr zu erkennen war. Einen vierten Seesener Sieg steuerte ihr Bruder Theo bei, der den Lauf in der als Rahmenwettbewerb gewerteten Kategorie H-12 gewann. In dieser Klasse belegte außerdem Till Buchberger einen guten dritten Platz.
Erstaunlicherweise kamen alle vier Vortagssieger beim Bundesranglistenlauf über die Mitteldistanz – diesmal ohne Nieselregen – gar nicht gut zurecht und haderten teilweise mit der Qualität der Karte. Am besten hielt sich noch Birte Friedrichs, die trotz größeren Rückstands auf die siegreiche Dorothea Müller (Post SV Dresden) immerhin noch einen zweiten Platz erreichte. Ihr Bruder Bjarne merkte deutlich, dass nach verletzungsbedingtem Trainingsrückstand die Schnelligkeit, zumal in einem zweiten Rennen innerhalb von 15 Stunden, noch nicht vorhanden war – folglich nur Rang sieben nach 5,9 Kilometer. Auch Meike Hennseler kam am Sonntag nicht richtig „in die Karte“ und wurde Sechste. Auch Theo Hennseler patzte bei drei Posten, verlor mehrere Minuten und wurde lediglich Achter.
Dafür retteten am Sonntag die übrigen Starter des MTV mit guten Leistungen die Ehre des Vereins. Als Jüngster im 18-köpfigen Feld der H-12 lief Till Buchberger erneut ein beherztes Rennen und wurde mit einem großartigen dritten Platz belohnt. Auch Julius Wandelt platzierte sich als Neunter direkt hinter Theo noch in der ersten Hälfte des Teilnehmerfeldes. Das gleiche Ziel schaffte auch sein Bruder Aaron Wandelt, der als Zehnter unter 21 Gestarteten in der H-14 einlief. In der D-14 glückte Lina Buchberger ein richtig guter Lauf – der Lohn war der hervorragende zweite Platz mit nur geringem Rückstand zur Siegerin.
René Wandelt und Irene Buchberger hatten in der H45 beziehungsweise D45 zwar nichts mit dem Ausgang des Rennens in ihren Kategorien zu tun, kamen aber bei der ersten Teilnahme an einem Bundesranglistenlauf in dem unübersichtlichen Terrain zufriedenstellend zurecht. Eine bärenstarke Vorstellung lieferte Christian Buchberger in der H50, der auch erst vor anderthalb Jahren zu dieser Sportart gestoßen ist und unter den 29 Teilnehmern seiner Kategorie einen tollen neunten Platz mit nur vier Minuten Rückstand auf den Sieger belegte und dabei viele etablierte Sportler distanzierte.
In der D55 hatte Ulrike Friedrichs zwar keinerlei Siegchance, freute sich aber nach fehlerfreiem Lauf über einen weiteren zweiten Platz für die MTV-Akteure.