Glück und Frust lagen beim SV Union dicht beieinander

Die Bogensportler des SV Union Seesen 03. (Foto: Falk)

Runde 2 des Bogensport-Niedersachsenchampionat / Anweisung eines Offiziellen größter „Witz“

Seesen / Eime-Dunsen (wf). Zur zweiten Station im Championat ging es am Pfingstsamstag nach Eime-Dunsen. Das in der Vergangenheit gut organisierte Turnier gab heuer gleich mehrfach Anlass eindringlich nachzufragen, ob man denn seine Hausaufgaben erledigt habe. Was war geschehen? Der größte „Witz“ der laufenden Außensaison war die Anweisung eines Offiziellen, Niklas Martin solle sich auf einer unbemessenen Scheibe, so bei 20 Meter, einschießen. Er könne dann ja im Wettkampf ein biss­chen höher stellen, damit das Visier passt! Nikki, völlig irritiert, konnte unter den Hunderten Menschen auch nicht gleich Trainer Salewski ausfindig machen und geriet völlig aus der Spur. Dass er den Wettkampf mit 476 Ring trotzdem noch überlegen gewinnen konnte, lag diesmal mehr an der schwachen Konkurrenz. Damit aber nicht genug. Marian Lüders platzierte man im ersten Durchgang kurzerhand auf 50 Meter, einer Distanz, auf der ein B-Schüler, also ein Elfjähriger, aufgrund der Zug- und Schusskraftverhältnisse völlig überfordert ist. Umso beeindruckender Marians Leistung, denn auch er gewann den Wettkampf. 391 Ring sind auf 50/30 mehr als jeder erwarten konnte. Seine Regeldistanzen wären übrigens 25 und 18 Meter gewesen. Sicher, der Veranstalter kann laut Ausschreibung jederzeit Änderungen vornehmen. Ob das die Schützen immer so mitmachen sei aber dahingestellt.
Unter geregelten Umständen lief Vanessa Martin erneut zur Bestleistung auf. In der Schülerklasse B weiblich schoss sie auf 25/18 Meter satte 587 Ring und deklassierte die Mitstreiterin mit einem Vorsprung von 369(!) Ring. In der Jugendklasse Recurve konnte Jan Brennecke mit 502 Zählern Rang 3 belegen, gefolgt von Dorian Lüders, der sich auf den Wechseldistanzen 50/30 Meter mit 452 Punkten Platz 4 bewahrte. Beide Unioner machten ihre Sache sehr gut. Für Jan war es der erste Auftritt im Championat 2012, in dem drei von vier Turnieren gewertet werden. Ein Streichergebnis entfällt also bei ihm, aber Dorian wird sein Ergebnis sicher werten lassen, denn er konnte zum ersten Resultat über 50 Ring drauflegen. Den Etappensieg errang Fabian Lieke vom BSC Clauen mit rekordverdächtigen 663 Ring.
Bei den weiteren Platzierungen der Unionsschützen lagen Glück und Frust dicht beieinander. Hagen Leopold spulte sichtlich genervt lediglich ein Pflichtprogramm ab und belegte mit 205 Ring Platz 6 in der Schülerklasse A. Ein Systemwechsel, der Besserung bewirken soll, ist bei ihm schon länger geplant; womöglich wird er jetzt vorgezogen. Bärbel Thamhayn konnte mit 498 Ring und Rang 3 wieder einiges wettmachen und behielt den Anschluss an die Spitze im Championat. Michael Martin verkaufte sich mit 562 Ring ebenfalls sehr ordentlich und belegte damit Platz 4 in der Schützenklasse Recurve. Silvia Lüders hingegen hatte sich etwas mehr erhofft und es wäre auch mehr drin gewesen, wenn sie schneller eine Erklärung für die tief links liegenden Pfeile auf 50 Meter gefunden hätte. Mit Rang 6 und 450 Ring ist im Championat ein Treppchenplatz aber immer noch erreichbar.