Goslarer Reserve gewinnt die Fairnesswertung im NfV-Kreis

 

SV Engelade-Bilderlahe bestes Lokalteam auf Rang 236 / SVN, FC Rhüden und SV Union weiter hinten

Von Ulrich Kiehne,
Seesen

In Heiligenfelde zu wohnen verpflichtet. Nein, die Bewohner des Ortsteils der Gemeinde Syke sind nicht etwa von einem Heiligenschein umgeben und auch die kleinen menschlichen Sünden des täglichen Lebens sind ihnen nicht fremd. Aber sie leben in einem Dorf, in dem laut Florian Jamer „Gemeinschaftssinn und ein faires Miteinander einen hohen Stellenwert besitzen.“ Für den Fußballobmann des ortsansässigen Sportvereins Heiligenfelde von 1921 ist es deshalb keine Überraschung, dass das von Frank Fischer trainierte Kreisligateam soeben als Sieger von Deutschlands größtem Fairnesswettbewerb, dem VGH-Fairness-Cup, ermittelt wurde. „Das ist eine extrem faire Mannschaft“, weiß Jamer um die große Tugend von Niedersachsens neuem Aushängeschild in puncto Fair Play.
29 Gelbe Karten in 30 Saisonspielen haben die Heiligenfelder in der zurückliegenden Saison in der Kreisliga Diepholz kassiert und sind damit Klassenbeste unter 1066 bewerteten Mannschaften geworden. Die Ehrung des Teams um Kapitän und Keeper Christian „Fuxx“ Gerlach findet am Freitag, 12. August, im Barsinghäuser Sporthotel Fuchsbachtal statt und wird vorgenommen von Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann.
Aus lokaler Sicht, sprich im NFV-Kreis Goslar, hat sich in der abgelaufenen Saison Erfreuliches getan. Nach dem Absturz auf Platz 40 in der Vorsaison sprang diesmal Platz 13 heraus. Fairstes Team im Kreis ist Aufsteiger GSC Goslar-Sudmerberg II.
Die Goslarer gewannen die Wertung relativ deutlich vor dem VfL Liebenburg und dem MTV Astfeld. Auf Rang fünf findet sich Kreisliga-Absteiger SV Engelade-Bilderlahe wieder. Der SV kassierte 54 mal Gelb, dreimal gelb-rot und einmal rot. In der Fairness-Cup-Wertung bedeutete dies Platz 236. Der SV Neuwallmoden landete in dieser Statistik auf Rang 587. 53 mal gelb sowie drei gelb-rote und drei rote Karten sind absoluter Durchschnitt. Das gilt auch für Bezirksliga-Absteiger FC Rot-Weiß Rhüden, der auf Platz 716 landete. 66 gelbe Karten, zwei gelb-rote und vier rote Karten schlugen für den FC Rot-Weiß in der Bezirksligasaison zu Buche. Noch ein wenig ruppiger ging es beim SV Union Seesen zur Sache. Die Seesener kassierten 73 mal gelb, fünf gelb-rote Karten und dazu noch zweimal rot. Nicht unbedingt ein Ruhmesblatt.
Im VGH-Fairness-Cup gibt es für eine gelbe Karte einen Strafpunkt, für Gelb-Rot drei und für Rot fünf Zähler. Zudem schlagen Sportgerichtsurteile und das Nichtantreten von Mannschaften mit jeweils zehn Punkten zu Buche. Die Summe der Strafpunkte geteilt durch die Anzahl der Saisonspiele weist den jeweiligen Quotienten eines Teams aus.
15.998 Spiele von der 1. Bundesliga bis zu den niedersächsischen Kreisligen sind von den Staffelleitern hinsichtlich der Kartenverteilung ausgewertet worden, um das diesjährige Ranking der 1066 bewerteten Teams erstellen zu können. Sie zählten 67.928 gelbe, 3779 gelb-rote und 2121 rote Karten und notierten 203 Unsportlichkeiten bzw. Nichtantreten von Mannschaften. Unter dem Strich steht ein Wert von 2,9 und damit der beste seit 2000, als die damals 1256 bewerteten Teams ebenfalls eine Zwei (2,89) vor dem Komma aufweisen konnten.
Ein Wert, der den Spielern von Genclerbirligi Achim die Schamesröte ins Gesicht treiben könnte. Ihre erschütternde Bilanz nach 26 Saisonspielen: 63 gelbe, acht gelb-rote und 14 rote Karten sowie 30 Strafpunkte für unsportliches Verhalten. Das ergibt eine 7,19 für das Fair-Play-Schlusslicht aus dem NFV-Kreis Verden.

Zwei Mal top
Insgesamt 71 Staffeln wurden im VGH-Fairness-Cup 2010/2011 ausgewertet. Sowohl sportlich als auch in puncto Fairness top – dieses Kunststück haben insgesamt nur folgende zehn Teams in ihrer jeweiligen Spielklasse verbracht:
Eintracht Braunschweig (3. Liga), FC Eldagsen (Bezirksliga 4 Hannover), MTV Treubund Lüneburg (Bezirksliga 1 Lüneburg), FC Hagen/Uthlede (Bezirksliga 4 Lüneburg), GSC 08/Sudmerberg II (Kreisliga Goslar), SG Werratal (Kreisliga Göttingen), TuS Germania Hagen (Kreisliga Hameln/Pyrmont), TSV Üfingen (Kreisliga Salzgitter), MTV Schandelah-Gardessen (Kreisliga Wolfenbüttel), SSV Vorsfelde II (Kreisliga Wolfsburg).

Nur gelbe Karten
Insgesamt 1066 Teams wurden beim VGH-Fairness-Cup 2010/2011 bewertet. Nur 27 haben das Kunststück geschafft, in der vergangenen Saison sowohl ohne gelb-rote und rote Karte ausgekommen zu sein als auch nicht die Sportgerichte beschäftigt zu haben.
SV Heiligenfelde, VfL Stade II, SV Herta Equord, Viktoria Gesmold, TV Stemmen, SC Wedemark, BW Hollage II, SV Lessen, SV Bethen, VfL von 1908 Herzberg, TSV Blender, Vorwärts Nordhorn II, TSV Üfingen, Piesberger SV, TuS Neetze, BSC Acosta II, TSV Lenne, SV Hodenhagen, TuS Obenstrohe II, SG Jennelt/Uttum/Pewsum II, TB Twixlum, SVG Berne, TSV Worphausen, FC Verden 04 II, SF Schwefingen, SF Oesede, SV Quitt Ankum

Starke Eintracht
In 39 von insgesamt 47 NFV-Kreisen sind es Kreisligisten, die in der Fairnesswertung führen. Immerhin in acht Kreisen nehmen höher spielende Mannschaften die Spitzenposition ein:
Drittligist Eintracht Braunschweig (Kreis Braunschweig), die Regionalligisten Hannover 96 (Kreis Hannover-Stadt) und SV Wilhelmshaven (Kreis Wilhelmshaven), Landesligist SSV Jeddeloh (Kreis Ammerland), die Bezirksligisten FC Hagen/Uthlede (Kreis Cuxhaven), TV Jahn Delmenhorst (Kreis Delmenhorst), HSC BW Schwalbe Tündern Kreis Hameln-Pyrmont) und MTV Treubund Lüneburg (Kreis Lüneburg).