GSC muss am Sonntag in Havelse antreten

2. Spieltag der Regionalliga Nord der Herren 2012/2013

Der erste Spieltag ist absolviert, und eines steht nach dem Start der Regionalliga Nord fest: Es geht ziemlich eng zu in der neuen Spielklasse. Drei Partien endeten mit einem Unentschieden, drei mit nur einem Tor Unterschied und weitere drei lediglich mit einer Differenz von zwei Treffern. Es dürfte eine spannende Saison werden.

Holstein Kiel – Hannover 96 II (Fr., 19 Uhr). Das Spitzenspiel. Dem Gastgeber wiesen die meisten Experten die Rolle des Top-Favorit zu und auch Hannover 96 wird eine Menge zugetraut. Gemein haben die beiden Teams auch einen eher holprigen Auftakt. Die Kieler - nun seit 21 Heimspielen ungeschlagen - gewannen das Derby gegen den ETSV Weiche Flensburg erst dank eines Treffers in der Nachspielzeit mit 2:1 (1:0), und ihr Trainer Thorsten Gutzeit sprach nachher von einem "sehr glücklichen Sieg". Zudem wurde in dieser Woche bekannt, dass Jaroslav Lindner, mit 17 Treffern bester Schütze der Vorsaison, vor einem Wechsel zum Zweitligisten SC Paderborn steht. Die Reserve der 96er muss derzeit zwar keine Abgänge befürchten, ihr Start gestaltete sich allerdings noch schwieriger als jener der Störche. Beim Goslarer SC lag das Team von Valerien Ismael nämlich bereits mit 3:0 in Führung, ehe der Gastgeber noch zum 3:3 (0:1)-Endstand ausgleichen konnte. "Überragend", fand der Trainer die Leistung seiner Mannschaft angesichts der deutlichen Führung (56.). Danach, so musste Ismael enttäuscht feststellen, habe sein Team allerdings aufgehört Fußball zu spielen. "Das darf nicht passieren", folgerte der Franzose. Eine der spannendsten Fragen des 2. Spieltages lautet also: Wer zeigt sich besser erholt vom keinesfalls reibungslosen Start in die Saison?

SC Viktoria Hamburg – FC Oberneuland (Fr., 19 Uhr). Beide Teams starteten mit einer Niederlage in die Spielzeit. Allerdings ist auch auf beiden Seiten für Hoffnung gesorgt, denn sowohl Victoria als auch der FCO konnten in Führung gehen. Die Bremer schienen beim 1:2 (1:1) gegen den Hamburger SV II rund 30 Minuten lang auf einem guten Weg zu sein, und der Siegtreffer der Gäste würde durch einen Platzfehler begünstigt. "Eine verdiente Niederlage, aber ein Unentschieden wäre auch in Ordnung gewesen", meinte Peter Moussalli, der FCO Coach. Gut hatte auch der Auftakt des SC Victoria begonnen, dank des Führungstreffers von Ex Profi Nico Patschinski. Am Ende entschied der SV Meppen, obwohl nach der Gelb-Roten Karte für Gerdes-Wurpts dezimiert (49.), das offizielle Eröffnungsspiel der Regionalliga Nord allerdings mit 3:1 (2:1) für sich. Einige Tage später sollte die nächste Hiobsbotschaft folgen: Nico Patschinski verließ Victoria und schloss sich Dynamo Berlin an. Leichter dürfte es ohne den Torjäger nicht werden für die Hamburger.


VfB Oldenburg - FC St. Pauli II (Sa., 14 Uhr). Der erste Tabellenführer muss reisen: Dank eines 4:2 (1:1)-Erfolgs beim BV Cloppenburg eroberte sich die Reserve der Hamburger den Platz an der Sonne. Die Oldenburger (in Unterzahl 1:1 beim BSV SW Rehden) werden sich nun auf einen hellwachen Gegner einstellen müssen. St. Pauli II hatte die Entscheidung in Cloppenburg nämlich innerhalb einer Viertelstunde erzwungen. Nachdem es dort auch nach einer Stunde noch 1:1 gestanden hatte, erzielten die Hamburger zwischen der 60. und 73. Minute drei Treffer. Offensivkraft Paul van Humbeeck – Zugang vom AK Berlin – wird den Oldenburgern nach seiner Gelb-Roten Karte fehlen.

ETSV Weiche Flensburg – SV Meppen (Sa., 15 Uhr). Der SV Meppen reist angesichts des 3:1- Auftakterfolges über Victoria Hamburg zwar ohne Andreas Gerdes-Wurpts (Gelbrot), aber mit einem breiten Rücken nach Flensburg. Dort dürfte er allerdings auf einen nicht minder selbstbewussten Gegner treffen. Beim ETSV Weiche Flensburg wertet man die 1:2-Niederlage in Kiel nämlich keineswegs als Misserfolg. "Ich bin vom Resultat enttäuscht, aber von unserem Spiel angetan ", so Weiches Coach Daniel Jurgeleit. Sein Team unterstrich zum Auftakt jedenfalls, dass es sich im Kreis der arrivierten Clubs behaupten will. Der Treffer zum Kieler Sieg war schließlich erst in der Nachspielzeit gefallen.

TSV Havelse – Goslarer SC (So., 14 Uhr) . Beide Mannschaften starteten mit einem Remis in die Saison. Für den TSV Havelse war das torlose Unentschieden beim VfL Wolfsburg II ein ordentlicher Auftakt, der zum 100-jährigen Vereinsjubiläum am vergangenen Sonntag passte. Das 3:3 des GSC gegen Hannover 96 II sorgte sogar für Euphorie. "Sensationell, dass meine Mannschaft das Spiel noch gedreht hat", kommentierte Frank Eulberg die Aufholjagd seines Teams nach dem 0:3-Rückstand. Keine Frage: Die Goslarer werden sehr selbstbewusst in Havelse antreten.

BV Cloppenburg – VfB Lübeck (So., 15 Uhr). Zufrieden war keines dieser Teams mit dem Start in die neue Saison. Die Cloppenburger zogen bei St. Pauli II den Kürzeren (2:4), und Lübeck verlor das Derby gegen Neumünster mit 0:1. Dem Gastgeber ist allerdings zugute zu halten, dass er gegen den neuen Tabellenführer immerhin eine Stunde lang mithalten konnte. Für den VfB Lübeck galt dagegen: Die Niederlage gegen Neumünster durfte eigentlich nicht passieren. In Cloppenburg tritt das Team von Ramazan Yilderim deshalb auch zur Wiedergutmachung an. Der Trainer fand immerhin, dass „bis auf das Ergebnis Vieles gepasst“ hatte im Auftaktspiel.

VfR Neumünster – VfL Wolfsburg II (So., 15 Uhr). Dem Überraschungscoup folgt der Prüfstein: Nach dem Derbysieg in Lübeck wartet mit der Wolfsburger Reserve nun einer der Mitfavoriten auf den VfR. Lorenz-Günther Köstner, Trainer der jungen Wölfe, hat bereits angekündigt, dass er nach dem 0:0 gegen Havelse mehr erwartet von seinem Team: "Ich bin gar nicht so enttäuscht vom Ergebnis, wohl aber von der Leistung einiger Spieler. Wir müssen uns jetzt in die Liga hineinarbeiten.“ Er kann bei diesem Vorhaben immerhin auf prominente Unterstützung hoffen: Gegen Havelse stand Bundesligaspieler Patrick Ochs in der Startelf.

SV Wilhelmshaven – BSV SW Rehden (So., 15 Uhr). In Wilhelmshaven haderte man nach dem 1:3 (0:2) beim SV Werder Bremen II mit der Chancenverwertung. Es wäre mehr drin gewesen, wenn die Angreifer ihre diversen Möglichkeiten genutzt hätten. Zudem präsentierte der SVW sich in Bremen zwar spielerisch unterlegen, aber als funktionierendes Gebilde – das sich nun mit einem Heimsieg gegen Rehden belohnen soll. Eine leichte Aufgabe wartet allerdings nicht auf den SV Wilhelmshaven: Der BSV hatte beim torlosen Unentschieden gegen den VfB Oldenburg unterstrichen, dass er sich zumindest auf seine Defensive verlassen kann.

Hamburger SV II – Werder Bremen II: Die Partie wurde aus sicherheitstechnischen Gründen auf den 10. Oktober (19 Uhr) verlegt.