GSC verliert trotz zweimaliger Führung

Zweimal hat der Goslarer SC geführt, am Ende musste er dennoch mit leeren Händen die lange Heimfahrt aus dem hohen Norden angetreten. Mit 2:3 (2:2) unterlagen die Kaiserstadt-Kicker bei ETSV Weiche Flensburg.
Leicht umgebaut hatte GSC-Trainer Mario Block seine Hintermannschaft. Linksverteidiger Thomas Ströhl musste wegen Erkältung zu Hause bleiben. Für ihn sorgte Oliver Hofmann für Sicherheit links, Alexander Mißbach feierte seine Startelf-Premiere auf der rechten Außenverteidiger-Position.
Zunächst begann Goslar gut, ließ den Ball ordentlich durch die eigenen Reihen laufen. Die Gastgeber mit ihren vielen baumlangen Spielern beschränkten sich zumeist auf weite und hohe Bälle, und „traten ungeheuer aggressiv und hart auf“, wie Block feststellen musste. Seiner Meinung nach war Schiedsrichter Nils Riedel da recht großzügig, was das teilweise überharte Einsteigen der Flensburger anging. So gab es auch keinen Strafstoß, als Nils Pichinot in aussichtsreicher Schussposition für Block klar im Flensburger Strafraum gefoult wurde. Ebenso blieb später ein heftiger Ellbogen-Check gegen Hofmann ungeahndet, nach dem der Goslarer wegen einer Platzwunde an der Lippe sogar behandelt werden musste.
Und dennoch zeigte sich Goslar kämpferisch, versuchte weiter ihr Spiel durchzuziehen. Und hatte dann auch Erfolg. Zunächst traf Karsten Fischer nach schöner Kombination zum 1:0 für die Kaiserstadt-Kicker (30.). Wohl noch in der Euphorie des Führungstreffers leisteten sich die Goslarer jedoch eine unaufmerksame Phase und konnte einen Flensburger nur unsanft bremsen, allerdings „klar vor dem Strafraum. Der Weiche-Spieler war ja selbst total überrascht, als der Schiri Elfmeter pfiff“, so Block, Florian Meyer nutzte jedoch die Chance zum Ausgleich (33.).
Doch nur wenig später gelingt es Sergej Evljuskin, wieder nach ordentlich vorgetragenem Angriff des GSC, auf 2:1 zu erhöhen (40). Doch noch vor der Pause leistet sich der GSC einen bösen Schnitzer, der Marcel Cornils den erneuten Ausgleich ermöglicht (44.).
„Die Partie war sehr grenzwertig“, monierte Block auch noch Stunden nach dem Spiel, „wir haben nur auf die Socken gekriegt. Nur von hinten getreten und gerissen. Wir müssen ja einen neuen Satz Trikots kaufen, weil alle zerrissen sind. So etwas verdirbt wirklich den Spaß am Fußball.“
Zu allem Überfluss verweigerte der Schiedsrichter dem GSC auch noch einen Treffer, den Marius Kleinsorge markierte. Er selbst hatte den Ball vor dem gegnerischen Strafraum quer in den Lauf von Sven Hartwig gelegt, der marschierte Richtung Grundlinie und passte wieder auf Kleinsorge, den die Schiedsrichter nun im Abseits wähnten, was „unmöglich gewesen sein kann“, so Block.
Weiche hingegen hatte den nötigen Dusel, um mit Glück den Siegtreffer zu markieren. Einen Schuss fälschte ein Mitspieler ab, der Ball tropfte Cornils für die Füße, der dann einschieben konnte.
Seiner Mannschaft wollte Block nicht großartig Vorwürfe machen, „von der Einstellung hat das gepasst.“ Nächsten Sonntag gegen Victoria Hamburg soll dann wieder ein Sieg her. „Wir gewinnen zusammen und verlieren eben auch mal zusammen.“


Goslarer SC: Marc Brosius – Alexander Mißbach (73. Adnan Hotic), Kai-Fabian Schulz, Kevin Kahlert, Oliver Hofmann – Karsten Fischer, Sven Hartwig – Garrit Golombek (55. Marius Kleinsorge), Rico Gladrow, Sergej Evljuskin – Nils Pichinot (67. Kevin Pannewitz)

Tore: 0:1 Fischer (30.), 1:1 Meyer (Foulelfmeter/33.), 1:2 Evljuskin (40.), 2:2 Cornils (44.), 3:2 Cornils (65.).