Gute Ergebnisse erlaufen

Die beiden Seesener Birte Friedrichs und Ole Hennseler erreichten bei der Jugend-Weltmeisterschaft in der Schweiz gute Platzierungen.
 
Birte Friedrichs erreichte mit Rang 30 ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Jugend-Weltmeisterschaft.

Orientierungslauf: Athleten des MTV erreichten tolle Platzierungen

Für eine Woche weilte das deutsche Orientierungslauf-Juniorenteam, bestehend aus je sechs Junioren und Juniorinnen, zur Teilnahme an den Junioren-Weltmeisterschaften in der Schweiz, genauer im Engadin.

Dort bewarben sich über 300 Teilnehmer aus 39 Nationen um die acht zu vergebenen Titel. Zum deutschen Team, das sich prächtig und so erfolgreich wie schon lange nicht mehr präsentierte, gehörten auch die beiden Seesener Birte Friedrichs und Ole Hennseler, die ebenfalls mit tollen Ergebnissen aufwarteten und zu Leistungsträgern des Teams avancierten.
Die Athleten erwarteten, für ein Alpental nicht ganz überraschend, Laufgebiete in Hanglagen, die recht steil, häufig dabei aber auch feingliedrig und mit Felsen durchsetzt waren. Dafür bot sich ihnen ein überwiegend gut belaufbarer, lichter Lärchenwald mit eingeschlossenen Wiesenpartien. Darüber hinaus überzeugten die Schweizer mit einer perfekten Organisation und einer für die Zuschauer hervorragenden medialen Aufbereitung.
Den Auftakt der Wettkämpfe bildete die Sprintentscheidung im Zentralort Scuol. Die Strecken waren physisch durch die anspruchsvollen Routenwahlen, die steilen und engen Gassen zwischen den Engadinhäusern und die hohen Temperaturen sehr fordernd. Während Ole Hennseler an diesem Tag seine Leistungsstärke nicht ganz abrufen konnte, etwas müde wirkte und mit dem 73. Platz vorlieb nehmen musste, gelang Birte Friedrichs trotz eines Routenwahlfehlers auf einem langen Teilstück ein guter Lauf und mit Platz 42 eine Verbesserung um 23 Ränge gegenüber dem Vorjahr. Damit war sie nach Dorothea Müller (Post SV Dresden), die als 32. in die Wertung kam, zweitbeste Deutsche.
Die Entscheidung über die Langdistanz wurde tags darauf am Ofenpass in 2.000 Meter Höhe ausgetragen. Ole Hennseler fühlte sich auf seiner 8,8 Kilometer langen Strecke bei 450 Höhenmetern erneut etwas schlapp und verpatzte gleich den zweiten Posten. Dass er trotzdem ein hervorragendes Rennen abgeliefert hatte, wurde ihm erst nach und nach im Ziel bewusst, als viele gute Läufer sich hinter ihm in der Ergebnisliste einreihten. Schließlich wurde es ein toller 36. Platz unter den 167 Konkurrenten, womit er mit Abstand bester deutscher Teilnehmer war. Nur einen Rang schlechter platzierte sich seine Vereinskameradin Birte Friedrichs, die sich auf 6,5 Kilometern bei 310 Höhenmetern gegen 145 Konkurrentinnen durchzusetzen hatte. Mit ihrem 37. Platz war sie erneut nach Dorothea Müller, die einen für deutsche Verhältnisse herausragenden 20. Platz erlief, zweitbeste deutsche Teilnehmerin.
Nach diesem anstrengenden Langdistanzlauf und einem Ruhetag folgten die Qualifikationsläufe über die Mitteldistanz, bei denen es galt, in seinem Vorlauf (insgesamt drei je Kategorie) unter die besten zwanzig Läufer zu kommen. Dabei wartete das deutsche Team in Ftan mit einer glänzenden Mannschaftsleistung auf, denn erstmals gelang acht Athleten der Sprung ins A-Finale, darunter beiden Seesenern. Nur die Schweiz und Norwegen brachten alle zwölf Starter durch. Diese Finalläufe wurden am Folgetag in Susch ausgetragen, wo ein sehr kniffliges, fast skandinavisches Terrain auf die Athleten wartete. Erneut bester deutscher Läufer mit einer Bestätigung seines Langdistanz-Ergebnisses wurde Ole Hennseler als 38. auf der 3,8 Kilometer langen Strecke bei 260 Höhenmetern. Mit der richtigen Dosierung des Tempos und einer Minimierung der Fehler fand er das richtige Rezept für das starke Ergebnis. Gleich drei deutsche Läuferinnen schafften sogar den Sprung in die Top30 auf ihrer Schleife von 3,1 Kilometern bei 190 Höhenmetern. Für dieses Super-Ergebnis sorgten Ellen Klüser (USV TU Dresden) als 23. sowie Birte Friedrichs und Isabel Seeger (Baiersdorfer SV) zeitgleich auf Rang 30. Wegen eines Fehlers am zweiten Posten, der sie zirka eine Minute Zeit kostete, zeigte sich Friedrichs vom Ergebnis überrascht und freute sich über ihr bislang bestes JWM-Ergebnis.
Den bisherigen guten Ergebnissen entsprechend startete das deutsche Team optimistisch in die abschließenden Staffelwettbewerbe in Tarasp. Mindestens unter die besten 15 Teams wollte man gelangen und träumte von TopTen-Platzierungen. Ersteres gelang, für das höhere Ziel war jeweils ein Athlet pro Staffel nicht (mehr) in bester Verfassung. Bei den Junioren lieferte Erik Döhler (TuS Karlsruhe-Rüppur) als Startläufer einen ganz starken Part ab und wechselte als Neunter, doch Anton Kamolz (Post SV Dresden) verlor viel an Boden und übergab als 14. an Ole Hennseler. Dieser lief zwar erneut gut und konnte zu den Staffeln davor nahezu aufschließen, doch es blieb bei Rang 14. Bei den Juniorinnen verlor Startläuferin Ellen Klüser leider den Anschluss und übergab als 19. an Birte Friedrichs, die drei Plätze gutmachen konnte. Völlig ausgepumpt schickte sie Dorothea Müller ins Rennen, die weitere drei Plätze aufholte, so dass ein guter 13. Platz heraussprang.
Beide MTV-OLer blicken zurecht sehr zufrieden auf die Junioren-Weltmeisterschaften im Engadin zurück und hoffen, im nächsten Jahr bei der Ausrichtung im finnischen Tampere noch dichter an die Spitze heranrücken zu können. Auch der Bundestrainer zeigte sich über die Leistungen seines Teams sehr erfreut, das sich in der Nationenwertung immerhin vom 14. auf den 9. Platz verbessern konnte. Überragend trumpften bei der Heim-WM die Schweizer auf, die nicht nur die Hälfte aller Medaillen, sondern sogar sieben von acht Goldmedaillen einheimsten.