Interessante Vorträge und ein wichtiger Praxisteil

Petra Rothfuchs sprach zur gesunden Ernährung.
 
Dr. Reiner-Joachim Gloeckner behandelte das Thema Sportverletzungen.

Themenabend „Sport und Gesundheit“ im Rahmen der Jubiläumswoche des MTVSeesen kommt gut an

Seesen (hs). Es ist viel los während der Jubiläumsfestwoche im großen Zirkusfestzelt, das der MTV Seesen zur Feier seines 150-jährigen Bestehens auf der Rasenfläche vor dem Städtischen Museum hat aufstellen lassen. War es am Sonnabend der Festakt mit seinen verschiedenen Höhepunkten (der „Beobachter“ berichtete auf zwei Sonderseiten), so folgte am Sonntag danach der fetzige Jazz-Frühschoppen mit „Herman’s Dixie Express“, bei dessen Melodien kaum ein Fuß ruhig unter dem Tisch stehen blieb, sondern schwungvoll im Takt mitwippte. Am Montag war es etwas ruhiger, stand doch der Themenabend unter dem Titel „Sport und Gesundheit“ auf dem Programm.
Zu dem großen Themenkomplex „Gesunde Ernährung vor und nach dem Sport“ referierte Petra Rothfuchs sehr ausführlich über ausgewogene, vollwertige und abwechselungsreiche Mahlzeiten, stellte heraus, dass dem Muskelstoffwechsel für volle Leistung auch ausreichend Brennstoff zur Verfügung stehen muss und ließ nicht unerwähnt, dass unbedingt der „Hunger-Ast“ vermieden werden soll. Genau so wichtig ist auch die richtige Flüssigkeitsaufnahme.
Hier kann man sagen, dass der Körper pro absolvierter Sportstunde rund einen Liter Flüssigkeit verliert, den es durch entsprechendes Nachtrinken auszugleichen gilt. Gut geeignet für eine ausreichende Versorgung ist hier Apfelschorle, angemixt in einem Verhältnis von 1:1.
Da bei der Ausübung des Sports auch Verletzungen möglich sind, hatte die stellvertretende MTV-Vorsitzende Ilona Philipps für diesen Themenbereich Dr. Reiner-Joachim Gloeckner sowie Herrn Wilfried Wende vom DRK Seesen gewinnen können. Wie Dr. Gloeckner in seiner lockeren Vortragsart bemerkte, schaden Verletzungen in Gegenwart eines Arztes nichts, doch was ist zu tun, wenn man selbst handeln muss? Und hier erklärte er nun, wie wichtig es für den Verletzten sei, dass zunächst jemand da ist, der sich um ihn kümmert, der mit ihm spricht (möglichst in Augenhöhe) und der ihn versorgt, vielleicht auch in die stabile Seitenlage bringt, bis professionelle Hilfe zur Stelle ist.
Sportler sollten sich bei Verletzungen immer nach dem Grundsatz verhalten: Wer Pech hatte, sollte nach PECH verfahren, nämlich Pause oder Sportabbruch, Eis = kühlen, Kompression oder Druckverband, sowie Hochlagerung. Nach Eiswickel und Ruhigstellung sollte im Zweifelsfalle immer ein Arzt aufgesucht werden.
Zum Abschluss seines Vortrages durften die Anwesenden unter seiner Anleitung dann einmal eine von der amerikanischen Weltraumbehörde NASA entwickelte optimale Gymnastikart ausprobieren. Wer diese Gymnastik richtig ausführt und täglich zweimal wiederholt, bei dem wird sich der gewünschte Erfolg sicherlich bald einstellen.
Wilfried Wende und seine beiden DRK-Helferinnen bauten in praktischen Demonstrationen auf das auf, was Dr. Gloeckner zuvor theoretisch ausgeführt hatte. Sie zeigten, wie eine verletzte Person vor Unterkühlung oder zu großer Wärme zu schützen ist und führten am „Dummi“ vor, wie der Defibrillator zu handhaben ist. Dabei gibt der „Defi“ sprachlich vor, welche Schritte zu unternehmen sind und gibt auch den Rhythmus vor, mit dem die Druckmassage und die anschließende Atemspende erfolgen soll.
Nach so viel Theorie folgte für die Gäste natürlich auch hier das Mitmachen, die Praxis. Der „Dummi“ ließ willig alles mit sich geschehen und nahm es dabei auch nicht übel, wenn der Kopf etwas zu weit überdehnt wurde. Aber auch 30 Mal hintereinander erfolgreich Pressdruck auf den Brustkorb auszuführen und das möglicherweise mehrmals zu wiederholen, ist eine nicht zu unterschätzende körperliche Anstrengung.
Mit dem guten Gefühl, an diesem Abend wieder etwas hinzugelernt oder das vorhandene Wissen etwas aufgefrischt zu haben, verließen die Gäste das MTV-Festzelt.
Zwischendurch gab es auch eine kleine Verlosung, zu deren Gelingen die Krankenkasse AOK, die Sehusa-Apotheke und die Mosterei Seesen Leipelt materielle Beiträge geleistet hatten.