Jens Grupe übernimmt Traineramt beim SV Union

Soll es beim SV Union nun an der Seitenlinie richten: Jens Grupe, der mit dem bisherigen Coach Klaus Lange die Rolle tauscht. Lange bleibt als Assistent Grupes dem SV Union Seesen erhalten. (Foto: Jung)

Nach dem Abstieg aus der Kreisliga soll es einen Neuanfang geben – Klaus Lange fungiert als Co-Trainer

Seesen (pe). Der SV Union Seesen hat sein Saisonziel klar verfehlt. Die angestrebte Teilnahme an der neu gebildeten Nordharzliga wurde nicht erreicht. Dabei zeigte sich bereits in der Hinserie, dass Union die zahlreichen Abgänge von Leistungsträgern nicht würden kompensieren können. Weder die Neuzugänge noch der verbliebene Rest des Teams konnten die Qualität und Konstanz erreichen, die für eine Teilnahme in diesem illusteren Kreis der Konkurrenten gereicht hätte. Von ganz entscheidender Bedeutung war, dass Union-Trainer Klaus Lange in der gesamten Spielzeit nicht ein einziges Mal ein und die gleiche Mannschaft ins Rennen schicken konnte. Einige wichtige Spieler kamen noch nicht einmal auf eine Teilnahme von 50 Prozent an den Pflichtspielen, fehlten berufsbedingt oder auch aus privaten Gründen. Langwierige Verletzungen kamen hinzu und auch Trainingsfleiß, der unbedingte Wille sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen, war bei einigen Akteuren nicht unbedingt ausgeprägt. Ein über 20 Spieler umfassender Kader zu Beginn der neuen Saison schrumpfte teilweise so weit, dass in einigen Begegnungen gerade elf Akteure verfügbar waren. Nicht erstaunlich ist dabei die Tatsache, dass gerade die älteren Spieler der Mannschaft oft Rückhalt gaben. Das Ergebnis wäre vermutlich noch negativer ausgefallen.
Das ist die nüchterne Bilanz, die die für die Mannschaft verantwortlichen Trainer und Betreuer leider ziehen müssen. Es macht wenig Sinn, Ursachen und Wirkung zu verkennen und nicht zu analysieren. Diesen Prozess haben die Union-Verantwortlichen, allen voran Spartenchef Jens Grupe, bereits vor einigen Wochen durchaus auch selbstkritisch eingeleitet, als feststand, dass man das Ziel verfehlen würde. Vor dem Hintergrund, dass auch weitere Abgänge zu verzeichnen sein werden, begannen bereits die Planungen für die kommende Saison in der Kreisklasse.
Eine wichtige Personalie entschied der Union-Vorstand noch vor dem letzten Punktspiel. In der kommenden Saison wird die Zusammenarbeit mit Klaus Lange fortgesetzt, allerdings werden die Rollen getauscht. Jens Grupe wird als Spielertrainer fungieren und Klaus Lange ihn als Co-Trainer unterstützen.
Eine Entscheidung, die keinesfalls eine vielleicht zu vermutende „Entmachtung“ Langes darstellt sondern ganz im Gegenteil, sie wurde einvernehmlich getroffen und berücksichtigt unter anderem auch persönliche Faktoren. Unter den gegebenen auch finanziellen Umständen eine umsichtige Entscheidung, die der 2. Vorsitzende Mario Melone dem Team vor dem letzten Punktspiel in Rhüden ausführlich erläuterte und dabei auch auf das neue Saisonziel einging.
Man möchte eine gute Mannschaft zusammenstellen, die aus zuverlässigen und leis­tungsbereiten Spielern besteht und die durchaus Zeit zur Entwicklung bekommt. Ein gutes Umfeld im Verein soll dazu beitragen. Union braucht wieder eine 1. Mannschaft, die sportliche Anreize bietet und die sich vor allem auch in schwierigen Situationen charakterstark und geschlossen präsentiert.
Soweit gegenwärtig bekannt ist, werden neben Felix Klingebiel auch Timo Bull und Torwart Dominik Harnisch –oft bester Spieler seines Teams ­– den Verein verlassen. Einige Neuzugänge sowie Langzeitverletzte werden das Bild der Mannschaft dann neu prägen. Ob es ein besseres wird, muss sich noch zeigen. Klar ist, dass die Abgänge von Harnisch und Felix Klingebiel, der vor seiner noch immer anhaltenden Verletzung sicher zu den wohl auffälligsten Nachwuchsspielern gehörte, nur schwer zu kompensieren sind.
Die Union-Verantwortlichen planen mit Hochdruck die neue Saison. Trainingsauftakt wird der 25. Juni sein.