Junioren-Europa-Cup: Bjarne Friedrichs mit guten Ergebnissen in Schottland

Letzter Auftritt als Junior im Orientierungslauf beim JEC / Gute Leistungen, aber ohne Glanzlicht

Seesen (df). Am vergangenen Wochenende richteten die Briten im turnusgemäßen Wechsel den Junioren-Europa-Cup (JEC) im Orientierungslauf aus und boten drei Läufe in ganz unterschiedlichem Gelände im südlichen Schottland an. Außer den Schweden und Tschechen waren alle führenden europäischen Nationen vertreten, so dass es hochklassige Wettbewerbe gab. Für das deutsche Team war erneut auch der Seesener Bjarne Friedrichs nominiert worden, der damit seinen letzten internationalen Auftritt als Junior absolvierte und erneut mit guten Leistungen aufwartete, ohne allerdings ein Glanzlicht setzen zu können.
Den Auftakt bildete der Sprint im Uni-Campus der altehrwürdigen schottischen Elite-Universität St. Andrews sowie den angrenzenden Sport- und Wohnanlagen. Die 2,7 Kilometer lange Strecke war läuferisch sowie wegen der Routenwahlmöglichkeiten anspruchsvoll und wegen teilweise mehrerer übereinanderliegender Ebenen manchmal auch unübersichtlich. Ein Opfer war beispielsweise der amtierende Juniorenweltmeister aus Dänemark. Bjarne hingegen kam bis auf einige kleinere Fehler gut zurecht und war mit seinem 14. Rang zufrieden, nur wenige Sekunden fehlten zu einem einstelligen Ergebnis.
Am Loch Faskally, einem als Ausflugsziel dienenden See am südlichen Rand der Highlands, wurde tags darauf die Staffel ausgetragen. Das sehr kleine Laufgebiet war von steilen und teilweise felsigen Hügeln geprägt und sehr abwechslungsreich und forderte ständige höchste Konzentration, zumal es nur in dem ungewöhnlichen Maßstab von 1:7.500 darstellbar war. Leider hatte der Startläufer Felix Späth den Anschluss an die Führungstram verloren und mit Rückstand auf Bjarne übergeben, der allerdings einige Plätze aufholen konnte. Der Schlussläufer Franz Cruse konnte den 5. Platz in der Nationenwertung halten, nur neun Minuten hinter den überraschend siegreichen Österreichern und noch vor den starken Dänen.
Der abschließende Lauf über die Langdistanz fand in einem flachen Waldgebiet in der Nähe von Dundee statt, das neben offenen Partien größere Farnflächen und viele Dünenformationen aufwies. So war es nicht verwunderlich, dass es nach 11,7 Kilometer in dem wenig selektiven Gelände einen sehr engen Zieleinlauf gab. Im Endeffekt sprang, mit eineinhalb Minuten Rückstand auf den 6. Platz erneut ein 14. Rang heraus. Mit dem Rückstand auf die Weltspitze nach nahezu fehlerfreiem Lauf war Bjarne durchaus zufrieden; hinsichtlich der Platzierung hatte er sich etwas mehr erhofft. Die beiden weiteren deutschen Läufer rangieren weitere sechs Minuten zurück auf den Plätzen 24 und 26.
Durch Bjarnes internationalen Auftritt blieben die übrigen MTV-OLer bei den gleichzeitig in Uslar stattfindenden Landesmeisterschaften über die Langdistanz erstmals seit Jahren ohne Titel. Auf dem Treppchen waren sie nach den anstrengenden Läufen im Gebiet um den Sollingturm mit drei Silber- und zwei Bronzemedaillen aber dennoch gut vertreten. Stellten die beiden Vizetitel von Ulrike Friedrichs in der D50 und Birte Friedrichs (in der D14 mal wieder nur wenige Sekunden hinter Karolin Kühnhold vom WSV Braunlage) keine Überraschungen dar, so muss man den 2. Rang von Detlev Friedrichs in seinem letzten Auftritt in der H55 schon als solche zählen. Allerdings profitierte er von einem Missgeschick des in Führung liegenden Läufers. Als gute Drittplatzierte setzten sich Gottfried Labuhn in der H45 und Ole Hennseler in der H14 in Szene. Knapp am Podest vorbei liefen Martin Hennseler als Sechster der H35 sowie der noch sechsjährige Theo Hennseler, der als jüngster Teilnehmer in der zahlenmäßig erfreulich stark besetzten Klasse der H10 viertbester Niedersachse war.