Meisterschaftsanwärter gewinnt beim SV Union

Seesener können trotz der 0:2-Niederlage recht zufrieden sei / Glasklare Torchancen nicht genutzt

Trotz einer 0:2 Niederlage gegen den FC Othfresen kann der SV Union Seesen mit der über weite Strecken gezeigten Leistung zufrieden sein. Der als Meisterschaftsfavorit gehandelte FC hatte im ersten Durchgang nicht eine Chance, während Union aus den eigenen Möglichkeiten nichts machte. Es reichten fünf schwache Minuten direkt nach der Halbzeit sowie ein individueller Fehler von Jens Grupe und der FC führte plötzlich mit 2:0. Nach dem Rückstand und einiger Konfusion fing sich Union schnell wieder, konnte aber das Resultat bis zum Ende nicht mehr verbessern.
Union-Trainer Lewald hatte sein Team sehr gut auf den Favoriten eingestellt und seine Mannschaft hielt sich an die taktischen Vorgaben. Aus einer sicher agierenden Viererkette waren die Hausherren um einen geordneten Spielaufbau bemüht. In der 19. Minute besaß Union die erste hochkarätige Gelegenheit zur Führung. Einen Schuß von Michael Röttger auf Hereingabe von Jesus del Pino konnte Hans Errens im FC-Tor mit großer Mühe, aber gekonnt halten. Den Hausherren gelang es, die gefährlichsten FC-Spieler Kiegeland und M. Russo nicht zur Entfaltung kommen zu lassen, wobei Sebastian Schendel gegen FC-Torjäger Russo eine ganz starke Leistung zeigte. In der 42. Minute hatte Patrick Duerkop die nächste Riesenchance. Michael Röttger hatte ihn mustergültig bedient, aber Duerkopp scheiterte am erneut toll reagierenden FC-Schlussmann Errens, der mit dem Fuß noch klären konnte. Wenn man Union im ersten Durchgang etwas vorwerfen kann, dann die mangelnde Chancenauswertung. Gegen einen Gegner wie den FC Othfresen bekommt man nicht sehr viele Torgelegenheiten und die wenigen muss man einfach kaltschnäuziger nutzen.
Nach der Pause musste der bis dahin gut spielende D. Mediavilla verletzt ausscheiden. Für ihn kam Andre Meierdirks ins Spiel. Bevor Union sich richtig ordnen konnte, nutzte der FC den ersten Angriff prompt zur 1:0 Führung (46.) Beim Schuss aus spitzem Winkel war Union-Keeper Lopez machtlos. Die Hausherren waren jetzt sichtlich geschockt, verloren die Linie und hatten in der 50. Minute Glück, dass Russo mit einem Kopfball nur die Latte traf. Ausgerechnet einem Routinier wie Jens Grupe unterlief in der 52. Minute ein kapitaler Fehler. Statt den Ball aus der Gefahrenzone zu schlagen, vertändelte er das Leder und ein ebenso routinierter Gegenspieler Kiegeland ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen. Mit einem satten Schuß erzielte er das 2:0. Union-Trainer Lewald wechselte in der 56. Minute mit Waldemar König für Michael Röttger und in der 63. Minute mit Jan Kolodziej für Lars Nitsche frische Kräfte ein, die trotz bester Bemühungen nicht die erwünschten Impulse brachten. Ab der 76. Minute spielte Union zudem in Unterzahl. Patrick Duerkop hatte im ersten Durchgang gelb gesehen und handelte sich nach Foulspiel den gelb-roten Karton vom aufmerksam und gut leitenden Schiedsrichter Abali ein. Trotz Rückstand und Unterzahl bemühte Union sich um Resultatsverbesserung. Die Gäste versuchten zwar zu einem weiteren Treffer zu kommen, sahen sich aber jetzt wieder einer besser organisierten Union-Elf gegenüber. Leider blieb für die Hausherren am Ende nur die Erkenntnis, dass man gegen eine Mannschaft aus der Spitzengruppe allemal mitgehalten hat und auch Siegchancen besaß. Statt dem Lohn bleibt als Erkenntnis nur die alte Fussballweisheit, dass man am Ende bestraft wird, wenn man glaklare Torchancen so achtlos liegen lässt. Dass der kleinste Fehler in der Abwehr zu Toren führen kann, musste die sonst sehr gut agierende Union-Abwehr ebenfalls sehr schmerzlich erfahren. Man wird hieraus lernen müssen.
Trotz der Niederlage zeigte sich Union-Coach Lewald am Ende keinesfalls von der Leistung seiner Mannschaft enttäuscht. Er hatte, wie viele Zuschauer, mehr Positives als Negatives von seiner Mannschaft gesehen und wird sicher seine Trainingsarbeit hierauf ausrichten.
Union spielte wie folgt: Lopez, Renner, Schendel, D. Mediavilla (46. A.Meierdierks), Grupe, Klages, Röttger (56. König), Cepin, Duerkop, del Pino, Nietsche (63. Kolodziej).