Nacht-OL des MTV  Seesen kommt wieder gut an

Großer Andrang am Start des diesjährigen Seesener Nacht-Orientierungslaufes.

Eike Bruns nach 14 Siegen in Folge abgelöst / Lichterketten am Schildberg

Mittlerweile zum 31. Mal fand am Sonnabendabend der Seesener Nacht-Orientierungslauf statt. Damit ist diese Veranstaltung inzwischen die traditionsreichste im niedersächsischen Veranstaltungskalender – und eine der bestbesuchtesten. 151 Teilnehmer aus 20 Vereinen, drei Schulen und der Uni Hannover sowie 17 Kinder beim Kinder-OL begaben sich bei zwar kühlen, aber guten Laufbedingungen auf die Postensuche. Im Jubiläumsjahr des MTV Seesen präsentierte sich dazu der MTV-Treff an der Harzkampfbahn als optimales Wettkampfzentrum, wo für diese Größenordnung die gesamte erforderliche Infrastruktur auf engstem Raum vorhanden ist.
Hinsichtlich der Teilnehmerzahl profitierten die Organisatoren allerdings davon, dass der niedersächsische Nachwuchskader zu einem Trainingslager über das Wochenende in Seesen weilte. Während sich die Teilnehmer der leichten und mittelschweren Strecken im herkömmlichen Minutentakt abwechselnd auf ihre Strecken begaben, hatte sich Bahnleger Bjarne Friedrichs für die schweren Strecken etwas Besonderes einfallen lassen: Die 45 allesamt routinierten OLer mussten nach einem Massenstart auf der Harzkampfbahn zunächst in selbstgewählter Reihenfolge zehn Posten im Karree zwischen Hochstraße und Schäfereiweg, Schützenallee und Fritz-Züchner-Straße absolvieren. Auch ein vor der Schildbergschule entwendeter Posten konnte die Tram nicht aufhalten und das Ergebnis nicht beeinträchtigen. Anschließend zogen sich die Lichterketten in Richtung Schildberg, dabei dann aber auch allmählich auseinander.
„Opfer“ dieses anfänglichen Sprints war der 14-malige Nacht-OL-Seriensieger Eike Bruns vom MTK Bad Harzburg, den im Laufe des Rennens zunehmend eine leichte Zerrung beeinträchtigte und auf den vierten Rang zurückfallen ließ. Sein Vereinskamerad Christoph Hoffmeister trat dafür in seine Fußstapfen mit eineinhalb Minuten Vorsprung vor dem Noch-Jugendlichen Jan-Felix Topp (TSV Worpswede). Einen starken Eindruck hinterließ der einheimische Schüler Ole Hennseler, der als Sechstplatzierter auf der acht Kilometer langen Strecke lediglich rund neun Minuten Rückstand aufwies und etliche Etablierte übertrumpfte.
Eine ebenso eindrucksvolle Vorstellung auf der kurzen, schweren Strecke von 5,5 Kilometer bot seine Teamkameradin Birte Friedrichs, die zwar mit Rückstand aus dem Postennetz-Auftakt kam, weil sie sich entschieden hatte, anders als der große Pulk zu laufen, sich dann aber dank ihres Laufvermögens an die Spitze des Lichterbandes setzte und mit einer Minute Vorsprung vor dem Hannoveraner Studenten Jan Wallner und der ehemaligen Nationalmannschaftsläuferin Marie Winkler (USV Jena) gewann. Mit guter Zeit und dem elften Platz beendete Gudrun Tünnermann (MTV Seesen) die Strecke.
Auf der 3,8 Kilometer langen M-Strecke, die überwiegend für Oberstufenschüler bestimmt war, hielt sich Fabian Ebbighausen ganz ausgezeichnet und belegte den zweiten Platz. Die leichte lange Strecke, die über 5,8 Kilometer Luftlinie, bei 140 Höhenmetern führte, sah mit Andreas Oberbeck einen souveränen Sieger; immerhin dreizehn Minuten Vorsprung lief er auf Jens Renziehausen/Stefanie Lange (TSV Wiershausen) heraus. Auf einem feinen vierten Rang folgte Zoe Limberg (MTV Seesen). Beachtlich ist auch die Leistung des achtjährigen Julius Wandelt, der bereits ein Fußballturnier in den Knochen hatte und trotzdem diese lange Strecke in Begleitung seines Vaters auf Platz sechs beendete. Schnellster Seesener auf der leichten kurzen Strecke (2,2 Kilometer) war hinter einigen jüngeren D-Kader-Jungen Theo Hennseler als Sechster, aber auch Timon Aue/Yannik Ebbighausen als Neunte und Jan Hermanns/Sophie Hepe als Zehnte waren nur unwesentlich langsamer in einem großen Feld.
Bei Glühwein und Kinderpunsch gab es nach dem Lauf viele Routenwahlen zu diskutieren. Einig waren sich die Teilnehmer aber darin, im nächsten Jahr, beim dann 32. Seesener Nacht-Orientierungslauf, für den mit dem ersten oder zweiten Sonnabend im November 2013 zumindest der Termin schon fast feststeht, wieder dabei sein zu wollen.