Nacht-OL vor NDR-Kameras

Ein Kamerateam des NDR war hautnah dabei. (Foto: bo)
 
Großer Andrang am Start. (Foto: bo)

Bei der 32. Ausgabe der MTV-Veranstaltung war überraschenderweise das Fernsehen dabei

Mittlerweile zum 32. Mal fand am Samstagabend der Seesener Nacht-Orientierungslauf statt, der damit inzwischen die traditionsreichste Veranstaltung im niedersächsischen Veranstaltungskalender ist. Da am gleichen Tag mehrere andere attraktive OL-Events in der Republik angeboten wurden, war die Teilnehmerzahl mit 140 Aktiven aus 15 Vereinen und zwei Schulen (Jacobson-Gymnasium Seesen und Corvinianum Northeim) zwar etwas rückläufig, aber immer noch erfreulich. Lediglich der Kinder-OL mit zusätzlichen sechs Kindern hätte etwas mehr Zuspruch verdient gehabt. Aber gerade aus Seesen suchte niemand dieses Erlebnis.
Alles war bis auf das Postensetzen vorbereitet, da ereilte den MTV Seesen am Freitagvormittag ein Anruf des NDR, der sich mit einem Fernsehteam für den Nacht-OL ansagte. Da kam dann doch ein wenig Betriebsamkeit auf, wollte man sich und die Sportart doch bestmöglich präsentieren. Und in der Tat zeigten sich Reporter Philipp Kafsack und sein Kamerateam sichtlich beeindruckt von der Veranstaltung, die sie mit Bildern von den letzten Vorbereitungen, dem Startablauf, den Läufern im Wald und dem Zieleinlauf festhielten und durch Interviews ergänzten. Zudem wurde dem Vorjahressieger Christoph Hofmeister eine Spezialkamera umgebunden, mit der er seinen Lauf über die lange Strecke dokumentierte. Ob dieses Material verwertbar ist, bleibt abzuwarten. Der Bericht soll in der Sendung „Das“ auf N3 in dieser Woche ausgestrahlt werden – der genaue Sendetermin wird im „Beo­bachter“ noch mitgeteilt.
Vom Startpunkt an der Kreuzung Grefekestraße/Hubertusweg führten fünf Strecken verschiedener Länge und Schwierigkeit über die Wilhelmshöhe, den Kurpark samt angrenzender Gebiete und durch das Schildautal zurück zum ehrwürdigen VfL-Platz an der Kurparkstraße, der damit vermutlich seine letzte Nutzung erlebte, ehe irgendwann die Bagger anrücken werden. Die Nacht präsentierte sich dazu eher lau, aber leicht nieselig und dadurch sehr finster.
Auf der langen schweren Strecke, die über 7,2 Kilometer bei 250 Höhenmetern führte, ließ sich der Vorjahressieger Christoph Hofmeister (MTK Bad Harzburg) auch durch das zusätzliche Handicap der umgebundenen Kamera nicht beeindrucken und siegte mit fast neun Minuten Vorsprung vor seinen Vereinskameraden Henning und Thilo Bruns, die allerdings bereits seit längerem der Altersklasse angehören. Als guter Sechster trug sich Felix Tünnermann, der bekanntlich eher mit dem Rennrad unterwegs ist, in die Ergebnisliste ein. Den Sieg auf der kürzeren schweren Strecke über 4,7 Kilometer sicherte sich Jan Knaup vom Braunschweiger MTV knapp vor dem Jugendlichen Tim Kühnhold (WSV Braunlage). Lars Pieper (SSV Langenhagen) sowie Karolin Kühnhold folgten mit zehn Minuten Rückstand.
Hinter einem Schülerpaar vom Corvinianum Northeim belegten auf der vorwiegend für Oberstufenschüler vorgesehenen, vier Kilometer langen M-Strecke die Seesener Rebekka Schmidt und Frederike Matz den 2. Platz. Auf Rang vier folgten mit Michel Voß und Marcel Waschke die schnellsten Seesener Jungen, gefolgt von den beiden MTV-Nachwuchsläuferinnen Zoe Limberg und Linda Sosanski und Frank Riemer/Lukas Grotjahn (Jacobson-Gymnasium).
Andreas Oberbeck gewann zwar die fünf Kilometer lange leichte Strecke, verlor aber unterwegs den Rest seiner Familie. Platz drei belegten die beiden Achtklässler Nils Limberg und Tim Klauenberg, gefolgt von ihren Klassenkameraden Niklas Kottwitz und Anastasia Sander sowie den zeitgleichen René und Julis Wandelt. Ganz beachtlich hielt sich in diesem Feld Dirk Tünnermann, der sich nach seiner Hüftoperation als einziger Walker auf den Parcours begab. Schade, dass weitere Walker der Umgebung dieses Angebot nicht nutzen.
Die kurze leichte Strecke über 2,7 Kilometer gewann mit Horst von Gaza (OLV Uslar) ein Routinier, der allerdings wegen einer Verletzung nur locker durchjoggen konnte. Dahinter platzierten sich mit Timon Wigratz/Sophie Hepe sowie Britta, Markus und Justus Hepe Seesener, die sich durch ihre regelmäßige Teilnahme in den letzten Jahren eine gute Sicherheit angeeignet haben. Bei Glühwein und Kinderpunsch gab es nach dem Lauf viele Routenwahlen zu diskutieren. Einig waren sich die meisten Teilnehmer aber darin, im nächsten Herbst beim 33. Seesener Nacht-OL wieder dabei sein zu wollen.