OL-Nachwuchs holt wertvolle Punkte

Theo Hennseler (Mitte) bringt die siegreiche Niedersachsenstaffel ins Ziel.

Beim Junioren-Ländervergleichswettbewerb in Baden landet Niedersachsen mit sieben Seesenern auf dem 4. Platz

Gleich mit siebenfacher Seesener Beteiligung fand der diesjährige Jugend- und Juniorenländervergleichskampf der Orientierungsläufer, ein Teamwettbewerb zwischen den Auswahlmannschaften der Landesturnverbände, im Schwarzwald statt. Nach der letztjährigen Veranstaltung, dem Fast-Heimspiel in Liebenburg, hatte in diesem Jahr der badische Turnverband die Ausrichtung übernommen. Den Sieg trug einmal mehr Abonnementsieger Sachsen vor Bayern und Berlin davon. Das niedersächsische Team, im Vorjahr toller Dritter, landete nach einigen Ausfällen diesmal auf Rang vier, wozu die Seesener Nachwuchs-OLer mit prächtigen Leistungen wertvolle Punkte beisteuerten.

Das Laufgebiet erstreckte sich von Hinterzarten bis Titisee-Neustadt und war geprägt von steilen, steinigen Hängen. Recht starker Unterbewuchs in Form von kleinen Fichten und durch die ergiebigen Regenfälle des Wochenendes, rutschige Hänge, erforderten von den Nachwuchsläufern einen hohen Kraftaufwand und selektierten die Startfelder sehr.
Zum zweiten Male waren auch die Wettkampfklassen D und H12 ins Programm des Ländervergleichskampfes aufgenommen worden, für den die Landesjugendfachwarte pro Altersklasse vier Athleten nominieren dürfen, von denen die beiden Besten in die Wertung kommen.
Die beiden MTV-OLer Julius Wandelt (9.) und Till Buchberger (11.) rechtfertigten ihre Nominierung und lieferten mit ihren Platzierungen in den recht großen Teilnehmerfeldern viele Punkte für das Team, während Theo Hennseler durch einen Acht-Minuten-Patzer statt des möglichen 2. nur einen enttäuschenden 18. Platz belegte und nicht in die Punkte kam. Ähnlich erging es Aaron Wandelt in der H14, der ebenfalls durch einen großen Fehler um viele Plätze zurückgeworfen wurde. Mit einer sehr starken Leistung wartete Lina Buchberger in der D14 auf. Mit ihrem überraschenden 4. Platz steuerte sie nicht nur viele Punkte für das Team bei, sondern sammelte zugleich auch viele Bundesranglistenpunkte.
Einen hervorragenden 2. Platz steuerte Meike Hennseler in der D16 bei und setzte damit ein Achtungszeichen. Seit Jahren eine feste Größe im Team ist Birte Friedrichs, die sich in der D18 in einem spannenden Fernduell zwar um 40 Sekunden erstmals ihrer Nationalmannschaftskameradin Patricia Siegert (Sachsen) beugen musste, die Drittplatzierte lag aber bereits weitere sechs Minuten zurück.
Der Sonntag stand im Zeichen der Staffeln, das ideale Wettkampfzentrum dafür bildete der Auslauf der Adlerschanze in Hinterzarten. Für den einzigen niedersächsischen Staffelsieg sorgte die H12. Jussi Bruns (MTK Bad Harzburg) und Bennet Grote (OLV Uslar) hatten schon für eine kleine Führung gesorgt, Theo Hennseler rechtfertigte das Vertrauen der Trainer und brachte trotz einer weiteren Unsicherheit den Sieg unter Dach und Fach. Die zweite niedersächsische Staffel in dieser Kategorie mit einem starken Till Buchberger auf der ersten und Julius Wandelt auf der dritten Teilstrecke belegte immerhin noch einen beachtlichen 6. Platz.
Lina Buchberger überzeugte einmal mehr und sicherte mit zweitbester Laufzeit den 4. Rang der D14-Staffel. Aaron Wandelt musste in die zweite H16-Staffel aufrücken, war als gerade 13-Jähriger damit aber doch ein wenig überfordert.
Die D15/18-Staffel war identisch mit der Vereinsstaffel des MTV Seesen. Erneut sehr gut machte Meike Hennseler ihre Sache und übergab mit nur rund drei Minuten Rückstand auf Sachsen und Bayern als Dritte. Die mit Zweitstartrecht für den MTV laufende Mündenerin Ann-Charlotte Spangenberg verlor auf Bayern nur wenige weitere Sekunden, Sachsen schien mit über sieben Minuten Vorsprung aber bereits enteilt zu sein. Als Schlussläuferin konnte Birte Friedrichs den Rückstand auf Bayern nur um knapp eine Minute verkürzen, aber es gelang ihr, die verunsicherte Patricia Siegert aus Sachsen, der sie am Vortag noch unterlegen war, noch abzufangen und den vielumjubelten 2. Platz zu erlaufen.
Auch wenn der 3. Rang aus dem Vorjahr nicht verteidigt werden konnte, zeigte sich der Landesjugendtrainer Christoph Hofmeister zufrieden mit der Leistung der Seesener Schützlinge und des gesamten Niedersachsen-Teams. Wenn es gelingt, das Team bis in die älteren Jahrgänge zusammenzuhalten und auch der in Schweden weilende Ole Hennseler wieder dazugehört, könnte sogar der 2. Platz der Bayern ins Wanken geraten.