Orientierungsläufer glänzen auch international

Bjarne Friedrichs erneut für Junioren-WM nominiert – Ole Hennseler bester Deutscher beim Ostsee-OL

Pfingsten stand für die bundesdeutschen Orientierungsläufer ganz im Zeichen des 33. internationalen Ostsee-OLs, einem 3-Tage- Lauf, der in diesem Jahr einmal wieder auf Usedom stattfand und mit 1200 Teilnehmern, darunter vielen Skandinaviern und Osteuropäern, eine großartige Resonanz fand.
Seesen (df). Obwohl die Läufe in den Juniorenklassen als Ausscheidungsläufe der Deutschen für die Junioren-Weltmeisterschaften (Anfang Juli in Nordjütland) angesetzt waren, zog Bjarne Friedrichs einen Start in Dänemark vor, wo die Skandinavier und Franzosen in WM-relevanten Gelände ihre Qualifikationsläufe durchführten. Dies konnte er sich leisten, da ihm die Trainer schon vorab seine Nominierung signalisiert hatten.
Mit dem Ergebnis in der Sprintdisziplin, die auf dem Unicampus von Aarhus durchgeführt wurde, war Bjarne durchaus zufrieden, zumal sich der Rückstand auf die Spezialisten in Grenzen hielt. Auf der Mitteldistanz in einem feingliedrigen Dünenwald mit höchsten technischen Anforderungen stellte er seine Qualitäten unter Beweis und reihte sich unter den Besten ein. Lediglich auf der Langdistanz in teils offenem, teils mehr oder weniger dicht mit Nadelbäumen bewachsenem Dünengelände spürte er, dass ihm nach der Erkrankung Ende April noch etwas die Kraft fehlt, um das hohe Tempo auf dem kraftraubenden sandigen Untergrund durchhalten zu können.
Insgesamt fällt Bjarnes Fazit durchaus positiv aus, sieht er sich doch auf einem guten Wege, bei der Junioren- WM Platzierungen unter den top dreißig erreichen zu können, einem für deutsche OLer sehr hohen Ziel.
Herrschte zu Pfingsten fast überall in Deutschland schönstes Urlaubswetter, so präsentierte sich der nordöstlichste Zipfel mit Usedom eher regnerisch und ungemütlich. Das hinderte aber vor allem Ole Hennseler nicht daran, einen tollen Achtungserfolg als Zwölfjähriger in der höheren Klasse H14 zu erzielen. Nach zwei ausgeglichenen Läufen (Platz 4 und 5) auf anspruchsvollen Bahnen ging er als Gesamtdritter auf die Schlussetappe, die im Jagdstart nach den Zeitrückständen gestartet wurde. Am Gesamtsieg eines ungarischen Läufers konnte er zwar nichts ändern, aber kurz vor dem Ende holte er den vor ihm platzierten Kilian Kempe aus Dresden ein, überspurtete ihn und durfte sich freuen, die Veranstaltung als bester deutscher Teilnehmer beendet zu haben. Auch Birte Friedrichs zeigte mit konstanten Läufen in der höheren Altersklasse, dass sie dort vorn mitlaufen kann. Am Ende verpasste sie um zwei Sekunden im Zielsprint den fünften Rang und wurde viertbeste deutsche Teilnehmerin der D14. Nach zwei Etappen mit Fehlern konnte Meike Hennseler in der D10 auf der dritten Etappe mit einem dritten Rang doch noch ihre Ehre retten und wurde Gesamtachte. In dem hügeligen Endmoränengebiet mit Hügeln bis zu 60m Höhe im Osten der Insel und eingelagerten Seen und Sümpfen forderten die permanenten kurzen, aber knackigen Anstiege viel Kraft und gute Übersicht, um nicht unnötige Höhenmeter zu machen. Die zweite Etappe beinhaltete sogar Grenzübertritte in polnisches Terrain und führte an etlichen militärischen Relikten vorbei. Während Martin Hennseler (H21AK) und Detlev Friedrichs (H55) sich teilweise schwer taten, kam Ulrike Friedrichs in der D50 dreimal recht gut zurecht und belegte als sechstbeste Deutsche und Gesamtzehnte immerhin noch einen Platz in der vorderen Hälfte.
Am vergangenen Samstag folgte mit dem Hamburg- Sprint der fünfte Landesranglistenlauf der Saison, der am Stadtrand von Harburg in einem eiszeitlich geformten Park- und Waldgelände mit eingebundenen Seen ausgetragen wurde. Mit drei Siegen war die kleine Seesener Delegation sehr erfolgreich. Trotz müder Beine nach seinem Dänemark- Trainingslager hielt Bjarne in der Herrenkategorie die Konkurrenz in Schach und sicherte sich mit seinem vierten Sieg bereits jetzt vorzeitig den Gewinn der Landesrangliste 2010. Nach einem guten ersten Lauf verpatzte Sven Simonsen in der gleichen Klasse den zweiten Lauf und fiel in der Addition recht weit zurück.
Für Ulrike Friedrichs sprang nach drei zweiten Plätzen im bisherigen Verlauf der Saison in der D50 nun der erste Sieg heraus, womit sie ihre Chancen auf den Gesamtsieg wahren konnte. Für den dritten Sieg sorgte Ole Hennseler in der H14, der nun in einem spannenden Zweikampf mit Tim Kühnhold aus Braunlage wieder etwas die Nase vorn haben dürfte.
Dafür musste sich Birte Friedrichs (D14) ihrer Dauerkonkurrentin Karolin Kühnhold geschlagen geben, die derzeit die etwas stärkere Physis zu haben scheint.