Parkour - Der direkte Weg ist das Ziel

Elemente des Freerunning; „Sideflip” und „Backflip”. (Foto: bo)

Über eine Sportart, die sich durch das Überwinden städtischer Hindernisse definiert

Beobachter-Praktikant Félix Gómez de Larrain betreibt eine etwas außergewöhnlichere Sportart: Parkour. Parkour ist eine, in den späten 1980er Jahren, von dem Franzosen David Belle benannte, Art der Fortbewegung, bei der man Hindernisse wie Mauern und Geländer überwindet, statt sie zu umgehen. Mit der Zeit wurden immer mehr kreative und ineffiziente Bewegungen wie Drehungen und Salti hinzugefügt und so entstand das Freerunning, bei dem es nicht mehr um Effizienz, sondern um das freie und künstlerische Bewegen in der Umgebung und anderen Hindernissen, geht.
Mittlerweile sind beide Bezeichnungen aber mehr oder weniger vermischt und somit wird immer weniger zwischen beiden Titeln unterschieden. Die beliebtesten Trainingsziele sind verwinkelte Orte mit Mauern, Stangen und Geländern, welche häufig in der Innenstadt an öffentlichen Plätzen aufzufinden sind. Mit Techniken wie dem „Katzensprung“ oder dem „Lazy“ können die Läufer Mauern und der gleichen mit Leichtigkeit und minimalem Kraftaufwand überwinden.
Auch kommt häufig die Frage auf, ob Parkour nicht gefährlich sei. Doch da es bei Parkour nicht um möglichst krasse und gefährliche Sprünge geht und nur dann ein Sprung ausgeübt wird, wenn er von der Technik und Distanz im Bereich der eigenen Fähigkeiten liegt, ist die Verletzungsgefahr nicht höher als bei jedem anderen Sport auch. Es geht nicht darum anzugeben oder in Wettkämpfen gegeneinander anzutreten, sondern um die Grenzen des eigenen Körpers auszutesten und sich frei bewegen zu können.
Die meisten Großstädte (zum Beispiel Hannover, Hamburg, Frankfurt oder Berlin) haben in Deutschland mittlerweile eine größere Community, in der sich Leute zum gemeinsamen Trainieren treffen und auch Veranstaltungen geplant werden. In Hannover verabreden sich die Traceure, wie Parkourläufer genannt werden, in einem Forum (www.parkourhannover.de) oder über eine Facebook-Gruppe.
Meist haben größere Städte eigene Foren auf denen Treffen vereinbart werden, doch auch Gruppen mit wenigen Traceuren in kleineren Städten haben oft eine Facebook-Gruppe für Parkour. Dienstags und donnerstags um 18 Uhr trainiert die Trampolin-Gruppe des MTV Seesen in der Sporthalle am Schildberg. Auch dort wird Parkour trainiert.