Robert Enke in memoriam

Die deutsche Nationalmannschaft gedachte am Donnerstag ihres ehemaligen Torhüters Robert Enke. Im Auftrag der Mannschaft, des Trainerteams und des Betreuerstabs hat DFB-Vizepräsident Karl Rothmund am Vormittag am Grab von Enke einen Kranz niedergelegt. Obiges Bild zeigt (von rechts) Karl Rothmund, Fritz Willig (Mitglied im Vorstand der Robert-Enke-Stiftung), Jörg Neblung (Mitglied des Kuratoriums der Robert-Enke-Stiftung) und Jan Baßler (Geschäftsführer der Robert-Enke-Stiftung). (Foto: Kramer)

Nationaltorwart nahm sich vor zwei Jahren das Leben

Die zurückliegende Woche stand im Zeichen des Gedenkens an Robert Enke. Das tragische Schicksal, das den ehemaligen Nationaltorwart als Folge seiner jahrelang verborgenen Depressionserkrankung am 10. November 2009 ereilte, jährte sich am Donnerstag zum zweiten Mal.
Nachdem dieses bestürzende Ereignis seinerzeit eine in der Gesellschaft und vor allem im Bereich des Leistungssports lange stigmatisierte Krankheit in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt hat, kann man aus Sicht der von Witwe Teresa Enke gegründeten Robert-Enke-Stiftung zwei Jahre später festhalten, dass die begonnene Arbeit Bewusstsein schafft und Veränderungen bewirkt, schreibt der NFV Niedersachsen auf seiner Homepage. So zeigen die öffentlichen Bekenntnisse von Profifußballern bzw. -trainern, wie Markus Miller, Ralf Rangnick, Martin Fenin oder zuletzt Paolo Guerrero, erste Entwicklungen in Richtung eines offeneren Umgangs mit psychischen Erkrankungen. In dem speziellen und sicherlich schwerer zugänglichen Sektor „Leistungssport“ sei diese Entwicklung besonders beachtlich.
Auch DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger würdigte das Wirken der im Januar 2010 gegründeten Robert-Enke-Stiftung: „Wir Fußballer sind stark in dieser Gesellschaft. Wir können positive wie negative Akzente setzen. Man muss bereit sein, auch über Schwächen offen zu reden und sie nicht immer nur zu tabuisieren. Auch um für diese Sichtweise Bewusstsein zu schaffen, leistet die Robert-Enke-Stiftung im Namen unseres ehemaligen Nationaltorwartes eine wichtige Arbeit..“
Belegt werde dieser Eindruck auch durch einen Blick auf die Initiative „MentalGestärkt“, deren wesentliche Komponente die Erschaffung einer Koordinationsstelle für depressiv erkrankte Leistungssportler darstellt.
Denn bereits gut zwei Monate nachdem Teresa Enke die erheblich durch die Robert-Enke-Stiftung mitfinanzierte Initiative im Vorfeld des Länderpiels Deutschland gegen Österreich im Rahmen einer offiziellen Pressekonferenz gewürdigt hat, ist eine nicht geringe Anzahl von Bundesligaprofis zu verbuchen, die sich bisher an die Stelle gewandt haben.
Nichtsdestotrotz erscheint das im Zuge der Stiftungsarbeit angestrebte Ziel einer vollständigen Enttabuisierung dieser Thematik noch längst nicht erreicht, weshalb der eingeschlagene Weg weiter Schritt für Schritt fortgesetzt werden muss. Gerade hier im deutschen Fußball habe man dabei schon gute Fortschritte erzielt.