Sebastian Hanelt gelingt ein Start-Ziel-Sieg

Die Talsperrenserie erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit.
 
Die beidenSieger:SebastianHanelt und Janna Fangmann.

Zweiter Lauf der Harzer Talsperrenserie mit 251 Läufern / Abschluss Sonnabend um die Okertalsperre

Astfeld (haju). Der Lauf um die Granetalsperre ist für viele Langstreckenläufer etwas Besonderes, denn beim rund 14,5 Kilometer langen „Kanten“ sind doch einige Höhenmeter zu überwinden. In diesem Jahr verdoppelte sich die Teilnehmerzahl gegenüber dem Auf­takt in der Vorwoche. Zu den 242 vorangemeldeten Teilnehmern aus 145 Vereinen beziehungsweise Wohnorten vom axhtjährigen Tim-Alexander Zappe (TSV Wolfshagen) bis zum 75-Jährigen Egbert Priemer aus Lautenthal kamen noch einmal 45 Nachmeldungen, die die doch erheblichen krankheits- beziehungsweise verletzungsbedingten Ausfälle egalisierten. Als Vereinschef Hartmann Jung mit der Auswertung fertig war, hatte er in der umfangreichen Ergebnis­lis­te die Zeiten von genau 251 Läufern und Läuferinnen unter anderem aus Dortmund, Hamburg, Hannover, Braunschweig, Alfeld, Holzminden, Hann. Münden, Göttingen sowie natürlich aus dem näheren Umkreis, registriert. Aus dem Harzvorland waren der MTV Seesen, MTV Bornhausen, LG Volkersheim, MTV Gittelde und einige vereinslose aus Seesen und Bockenem dabei. Bei Sonnenschein wurden die 16 Nordic Walker gemeinsam mit weit über 100 Kurzstrecklern gestartet. Bei den ausgezeichneten Bedingungen blieb die Uhr bei 1:37,21 Stunden für den wiederum siegreichen Johannes Woll (TSG Bad Harzburg) stehen; damit unterbot er seine Vorjahreszeit um fast vier Minuten.
Ein imposanter Anblick, wie sich vom Start an der Staumauer die Teilnehmer der Kurzstrecke, (fünf Kilometer) schnell zu einer zunächst ununterbrochenen bunten Schlange auseinanderzogen, um dann auf der gegenüberliegenden Seite der Talsperre im Wald einzutauchen, und nur nach wenigen Minuten waren alle verschwunden. Nach knapp 15 Minuten tauchten dann die ersten Läufer am Ende des Staudamms auf. Christian Kalinowski (LG Eichsfeld) hatte sich abgesetzt. Er lief nach 16:45 Minuten mit einer guten Minute Vorsprung vor André Kröhl (TSV Eintr. Wolfshagen), der in Astfeld wohnt, und dem Sieger des 1. Laufes, Yannick Lowin (LG Göttingen) ins Ziel. Die zahlreichen Zuschauer empfingen die Einlaufenden mit viel Beifall, konnten sie doch den letzten Teil des Rennverlaufs auf der Staumauer gut verfolgen. Schnellste weibliche Teilnehmerin wurde wiederum die junge B-Schülerin Annika Riedel, die ihre gute Leistung der Vorwoche noch übertraf. Als 13. in ausgezeichneten 19:39 Minuten für die gut fünf Kilomter lange, mit einigen Anstiegen versehene Strecke, das ist schon eine Hausmarke und dürfte ihre Zeit auf der amtlich vermessenen Straße bei weitem unterbieten. Nach und nach kamen dann alle zurück, darunter auch die diesjährige Deutsche Seniorenmeisterin 800-Meter-Lauf der Frauen W 60, Hannelore Bezold von der LG Göttingen.
Das große Feld – über 130 Teilnehmer – versammelte sich dann zum Start des Hauptlaufes: Eine Runde um die Grane, der Start musste, bedingt durch Straßenarbeiten um rund 100 Meter verlegt werden. LTO-Chef Hartmann Jung begrüßte die Teilnehmer und erinnerte an den im Frühsommer verstorbenen Walter Witte. Für diesen Lauf, der künftig Walter Witte zum Gedächtnis ausgetragen wird, hatte das Läufer-Team Oker zwei Pokale für die Sieger gespendet. Witte nahm von 1979 bis 1996 an 14 Talsperrenserien teil und konnte zehn Klassensiege für sich entscheiden. Er liebte diesen anspruchsvollen Rundkurs um die Grane und stellte als 45-Jähriger mit 47:12 Minuten seinen Hausrekord auf. Sich an dieser Zeit zu messen, das ist wohl nicht ganz so einfach.
Nach dem Startschuss setzte sich das Feld in Bewegung, und nach wenigen Minuten hatte der Wald alle eingefangen. Nun hatten die Helfer des Läufer-Teams ihre verdiente Pause. Nach knapp 47 Minuten wurde ein Läufer ganz allein gesichtet; am gelben Trikot und am Laufstil erkannte Jung den Vorjahressieger Sebastian Hanelt (LG Göttingen), der sich nach seiner Erkältung schon wieder in wesentlich besserer Verfassung hier vorstellte. Allerdings an seine persönliche Bestzeit aus dem Vorjahr (46:46 Minuten) kam er bei Weitem nicht heran, doch distanzierte er seine Verfolger, Jörn Hesse (Dellig­ser SC) Sieger M 35, Alpay Özdemir (LAV Alfeld), Sieger M 40, um knapp vier Minuten. Hanelt lief sein Rennen vom Start an völlig allein und hat seinen siebten Seriensieg schon fast gewonnen. Nur knapp dahinter, als 4. der Sieger der Männer M 45 Karsten Nitz (Delligser SC) vor Wolfgang Rühlemann (MTV Seesen ) als Sieger der Männer M 50 und den beiden Jugendlichen Christian Spieß (LG Göttingen) und Martin Zaunitzer (Göttingen).
Keine Frage gab es bei den Frauen nach der Siegerin; hier war Janna Fangmann (LG Göttingen/Aurich) nicht zu schlagen und konnte mit 59:23 Minuten erstmals den Lauf unter einer Stunde beenden; im Vorjahr verfehlte sie diese Marke um 15 Sekunden. Maike Mahnkopf (LG Volkersheim) lief für ihre Verhältnisse ein ganz ausgezeichnetes Rennen, und nach genau 61 Minuten war sie bereits als 28. und Siegerin der Frauen W 40 im Ziel. Nur 46 Sekunden brauchte Britta Neudenberger (LAV Alfeld) länger, um ins Ziel einzulaufen.
Am kommenden Sonnabend wird die Serie mit den kürzes­ten Läufen der Serie um den Hauptarm der Okertalsperre, 3,5 und 12,6 Kilometer, beendet – absoluter Meldeschluss ist der 9. November; danach werden keine Meldungen mehr entgegengenommen – und an­schließend finden die Siegerehrungen in der Begegnungsstätte in Oker statt.