Sina und Jannis Lippke gewinnen beim Tiger-Cup in Visbek

Jannis und Sina Lippke landeten auf dem ersten Platz. (Foto: bo)

Seesener Judokas setzen sich bei gut besetztem Turnier überraschend durch

Seesen (bo). Aus reiner Neugierde, um mal zu sehen, wie die kämpferischen Qualitäten der Judokas aus anderen Kreisen sind, wollten Sina und Jannis Lippke am Tiger-Cup in Visbek (240 Kilometer von Seesen entfernt) teilnehmen. Tiger-Cup, das hörte sich doch schon toll an. Ausrichter dieses Turniers war der dort ansässige Verein Rot-Weiß Visbek. Insgesamt 500 Judokas aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein waren beim Jubiläumsturnier der Visbeker Judo-Tiger vertreten. Zum nunmehr fünften Mal wurde der Tiger-Cup der Judoabteilung des Rot-Weiß Visbek durchgeführt.
Voller Spannung schauten Sina und Jannis beim Warmmachen über die Schulter, um zu sehen, was denn die anderen so alles an Techniken drauf haben. Wie immer nach dem Wiegen, warteten beide auf die Gruppeneinteilung. Sie wurden jeweils einem 5er Pool zugelost, das heißt, sie mussten zu vier Kämpfen antreten. Ihren ersten Kampf begann Sina mit etwas Zurückhaltung, bekam aber nach und nach immer mehr Sicherheit mit ihrem offensiven Kampfstil und gewann mit Ippon (vorzeitiges Kampfende) durch O Goshi (Hüftwurftechnik). Den zweiten und dritten Kampf gewann sie jeweils nach einer Standtechnik mit anschließendem Übergang zu einer Haltetechnik (mit Kesa Gatame). Angestachelt durch die Möglichkeit, auch bei diesem Wettkampf Sieger zu werden, begann sie ihren letzten Kampf mit viel Einsatz und gewinnt etwa zur Hälfte der Kampfzeit wieder mit Ippon durch O Soto Gari (große Außensichel). Fazit: Vier Kämpfe, vier Siege. Jannis hingegen musste sich schon bei seinem ersten Kampf mächtig ins Zeug legen. Sein Gegner war lange Zeit ebenbürtig. Es entwickelte sich ein ausgeglichener Kampf, ehe er gegen Ende der Kampfzeit eine kleine Wertung (Juko für O Soto Gari) erzielte und als Sieger von der Matte gehen konnte. Den zweiten Kampf gewann Jannis durch eine Haltetechnik. Sein dritter Kampf war etwas von der leichteren Art. Er gewann nach kurzer Zeit mit Ippon durch Seo Nage (Schulterwurf). In seinem letzten Match hatte Jannis anfangs seinem Gegner kaum etwas entgegenzusetzen. Trotz vieler Eindrehversuche reichte es nicht zu einer Wertung. Sein Gegner hingegen erkämpfte sich eine Wertung nach dem anderen. Ungehalten – Jannis wurde sauer – darüber, dass ihm so wenig gelang, griff er nun immer häufiger an. Eine missglückte Wurftechnik seines Gegners konterte Jannis mit Ko Soto Gari (kleine Außensichel) und gewann mit Ippon. Damit war der Doppelerfolg der Zwillinge perfekt. Beide wurden bei diesem Turnier Erster.