Stehende Ovationen für Handballer aus Seesen und Lemgo

Erinnerungsfoto vor dem Anpfiff: Die Spieler des Landesligisten MTV Seesen und des Bundesligaclubs TVB Lemgo.
 
Steffen Kühne bezwingt hier Nationaltorhüter Lichtlein.

Tabellensiebter der Bundesliga setzt sich mit 48:31 Treffern durch / Sehenswerte Tore auf beidenSeiten / Autogramme geschrieben

Seesen (h.l). 25 Jahre nach dem letzten Spiel des MTV Seesen gegen eine Bundesligamannschaft gab es am vergangenen Freitag im Rahmen der Jubiläumsfestivitäten zum 150-jährigen Bestehen des Sportvereins ein weiteres Highlight: Um 17.45 Uhr traf der Bus mit dem Bundesligasiebten TVB Lemgo im Schulzentrum ein. Nach und nach stiegen die Stars aus: Volker Zerbe, Geschäftsführer des TBV Lemgo, hatte Wort gehalten und fast alle seine Spitzenspieler nach Seesen geschickt. Selbst Weltmeister Florian Kehrmann, der verletzt war und nicht spielen konnte, war dabei und nahm auf der Bank Platz. Nach dem sehenswerten „Warm Up“ der Bundesligisten begrüßte MTV-Vorstandsmitglied den TBV und dankte besonders Dieter Losch, der als Leiter des Organisationskomitees mit seinem Team nichts dem Zufall überlassen hatte, für die ausgesprochen gut organisierte Veranstaltung. Nach der Verlosung (wir berichteten, die Red) moderierte Christian Sue (Delta D.J. Team) das Einlaufen der beiden Mannschaften, die vom Publikum in der ausverkauften Halle mit tosendem Beifall bedacht wurden.
Lemgo hatte für sich den Anspruch des ersten Tores, und Seesen wollte unbedingt nachziehen. Dies gelang dann auch, nach einem Foulspiel an Kreisläufer Stefan Haasler verwandelte Steffen Kühne den daraus folgenden Siebenmeter wurfgewaltig an Nationaltorwart Carsten Lichtlein vorbei ins linke untere Toreck. Der Treffer wurde natürlich entsprechend vom Publikum gewürdigt.
Dann folgten fünf Treffer die, einer schöner als der andere, genauso vom begeisterten Publikum gefeiert wurden. Als endlich aus dem Feld heraus das erste von elf Toren des gut aufgelegten Christian Stöpler fiel, wurde auch das Spiel der Heimsieben etwas lockerer. Sehenswerte Tore auf beiden Seiten folgten.
Auf Seesener Seite konnte Hendrik Liedtke sich am Kreis lösen und verwandelte sicher. Kurz gefreut und umgedreht mussten die Seesener erkennen, dass der pfeilschnelle Linksaußen aus Lemgo aber schon wieder vor dem Seesener Tor auftauchte und eines von seinen acht, meist Kontertoren, warf. Es folgten auf Seesener Seite weitere Tore durch die Linksaußen Jan-Niklas Liedtke und Benjamin Wagner, die im Spiel jeweils zweifach erfolgreich waren, und Max-Carlo Wenig mit einem Hammer aus der zweiten Reihe. So ging man beim Spielstand von 12:23 für die Gäste aus Lemgo in die Halbzeit.
Der Spielstand war überraschend, zumal man auf Seesener Seite nicht mit zwölf Toren in einer Halbzeit gerechnet hatte. Dazu kam, dass Adrian Senkbeil im Tor der Seesener einige der knallhart geworfenen Bälle von Sebastian Preiss und Gunna Dietrich parieren konnte. Ebenso Torwart Lars Nitsche, der seine eigene Fangruppe zwischen den Zuschauern hatte, konnte ein ums andere Mal gerade die trickreich geworfenen Bälle des Manuel Liniger und Christoph Theuerkauf sensationell an der Torlinie stoppen.
Der zweite Durchgang gestaltete sich auf beiden Seiten torreicher und die Gäste aus Lemgo glänzten nun mit Würfen aus der zweiten Reihe, die nur selten ihr Ziel verfehlten. Niklas Fleischmann nahm es mit Gegenspieler Liniger auf und konnte sich zwei Mal erfolgreich durchsetzen. Andre Thomas und Karsten Krüger konnten in dieser Phase ihre Mitspieler gut in Szene setzen, somit hatte dann auch Robert Fiebig seinen Torerfolg und Stefan Haasler, der sich am Kreis gegen die körperlich weit überlegenen Gäste mit insgesamt drei Treffern durchsetzte. Eine tolle Szene gab es dann noch vom absoluten Publikumsliebling Sebas­tian Preiss, der den Linksaußen Jan-Niklas Liedtke stoppte, ihn nicht losließ und zur 9-Meter Linie trug. Dieser bedankte sich für den gesparten Weg mit einem Hofdiener der lautstark beklatscht wurde. Auch zum Timeout kam der Nationalspieler in die Seesener Spielerrunde, um mit ihnen gemeinsam die weitere Taktik von Trainer Bernd Philipps aufzunehmen.
Als das Freundschaftsspiel dann nach 60 Minuten vom Schiedsrichtergespann Grosse/ Kreuz beendet wurde, erhoben sich die begeisterten Zuschauer von ihren Plätzen und applaudierten den Aktiven. Anschlie­ßend trugen die Spieler des TBV Lemgo geduldig den ungezählten Autogramm- und Fotowünschen Rechnung.
Weitere Infos zum Spiel und noch mehr Fotos sind im Internet unter www.beobachter-online.de zu finden – einfach das Stichwort „Lemgo“ eingeben.