SV Union agiert leichtfertig und verliert 0:4

1. Kreisklasse Nordharz 1: SG Braunlage/Hohegeiß verwertet die Chancen besser

Schon nach vier Minuten konnte sich Union-Trainer Jens Grupe von der für das Spiel gegen den Tabellenzweiten SG Braunlage/Hohegeiß herausgegebenen taktischen Linie verabschieden. Die Unioner wollten mit verstärkter Defensive möglichst lange ohne Gegentor bleiben. Die Gäste nutzten aber gleich einen Freistoß, bei dem Union Schlussmann Ali Salman alles andere als gut aussah und der sie mit 1:0 in Führung brachte. Dies sind Spielsituationen, die sich wie ein roter Faden durch das Union Spiel ziehen. Einzelne, aber entscheidende Fehler, auf Grund von technischen und taktischen Defiziten lassen Union immer wieder auf die Verliererstraße geraten.
Die Gäste traten keinesfalls wie der Tabellenzweite auf. Auch sie besaßen erhebliche Schwächen, aber Union war insgesamt zu harmlos, um die Braunlager ernsthaft in Gefahr zu bringen. Im Gegenteil, durch zahlreiche technische Mängel in der Ballannahme und-verwertung machten die Hausherren es den Oberharzern leicht. Die brauchten nur auf Abspielfehler zu warten und auch das Zweikampfverhalten einiger Union-Spieler war einfach stümperhaft. Da reichte es dann doch beim Favoriten, um routiniert die sich bietenden Chancen erfolgreich zu nutzen. War Union im ersten Durchgang noch einigermaßen auf Augenhöhe mit den Gästen, folgte in der 65. Minute die nächste überflüssige Aktion. Ein unnötiges Foul von Jesus del Pino in Höhe des Strafraums bescherte den Gästen einen Freistoß, den sie direkt und schnörkellos zum 2:0 verwandelten. Und dann folgte, was eigentlich auch schon zum Standardproblem bei Union gehört. Es werden die besten Gelegenheiten nicht genutzt. So hätte Selcuk Sahin in der 67. Minute völlig frei vor dem Schlussmann stehend, den Anschlusstreffer erzielen müssen. Beim Stand von 2:0 und einer guten kämpferischen Einstellung wäre man bei Union durchaus in der Lage gewesen, den Gegner unter Druck zu setzen. Aber dazu muss man eben treffen. Schade auch, dass trotz klarer Ansage des Trainerduos Grupe/Lange die taktischen Anweisungen nicht befolgt wurden. Immer wieder gab es Fehler im Spielaufbau, die nicht auf gegnerische Einwirkungen zurückgingen, sondern selbst produziert wurden. Der Ball wurde zu lange gehalten und dann leichtfertig verloren, Pässe überhastet und zu ungenau gespielt und das nutzte der Gegner natürlich aus. Das in der Pause zum Spielverhalten gesagte, war wenige Minuten später offenbar schon vergessen. Es kam dadurch zu weiteren brenzligen Situationen, die die ganze Hilflosigkeit der Unioner aufzeigten. Völlig unbedrängt brachte man sich oft durch überflüssige Tändeleien in der Abwehr selbst in Gefahr. Das 3:0 in der 67. Minute konnte fallen, weil Union im Mittelfeld leichtfertig den Ball verlor. Die SG-Angreifer schalteten blitzschnell und hatten keine Mühe, mit einem weiteren Treffer das Spiel endgültig zu entscheiden. Ihnen gelang in der 88. Minute noch das 4:0. Union war nicht diese vier Tore schlechter, versagte aber in ganz entscheidenden Momenten und verlor das Spiel deshalb völlig zu Recht. Neben Schiedsrichter Gloger, der absolut umsichtig und sicher die ohnehin faire Begegnung leitete, gehörte Union-Verteidiger Felix Pinkert zu den herausragenden Akteuren.

SV Union Seesen: Ali Salman, Felix Pinkert, Marcel Galuska, Dominik Eberwien, Jens Grupe, Michael Röttger, Selcuk Sahin, Jonas Schnelle, Emran Rustemi (50. Batin Köse), Umut Defli, Jesus del Pino.