TSV Münchehof schlug sich in Lautenthal nahezu selbst

1. Kreisklasse: Vorsprung ist nach dem 1:4 auf zwei Punkte geschmolzen

Münchehof (mö). Nach einem hochklassigen Spiel stand der TSV Münchehof (1. Kreisklasse Goslar) am Sonntag in Lautenthal mit leeren Händen da, und so schmolz der Vorsprung in der Tabelle auf magere zwei Punkte. Eigentlich hatte der TSV nicht schlecht gespielt, schlug sich aber durch haarsträubende, individuelle Fehler selbst.
Das Spiel nahm sofort nach Anpfiff Fahrt auf. Der TSV zeigte dabei in den ersten 20 Minuten eine gute Leistung und übte permanent Druck auf das Tor der Gastgeber aus. Nach nur einer Minute hatte Jannick Dicke die erste Chance versiebt. In der achten Minute hatte der TSV-Anhang den Torschrei bereits auf den Lippen. Philipp Schittenhelm kam aus neun Metern frei zum Schuss, doch das Leder ging über die Kiste. Kurz danach fehlten Eric Pägert nur wenige Zentimeter bei einem Schrägschuss aufs lange Eck. Marius Carl scheiterte in der 13. Minute ebenso knapp. Der Tabellendritte hatte bis dahin nicht eine nennenswerte Chance, und so kam die Führung wie aus heiterem Himmel. Freundliche Unterstützung erhielten die Harzer dabei von Manndecker Christoph Mönnich, als er in der 20. Minute kurz SG-Stürmer Schrader am Arm hielt. Dieser ließ sich zwar theatralisch fallen, der Schieri entschied trotzdem auf Strafstoß. Klingebiel ließ TSV-Keeper Kevin Lüs schließlich keine Abwehrchance. Der TSV machte danach aber trotzdem weiter Druck. Bei einem Pägert-Freistoß konnte der SG-Keeper die Pille gerade noch an den Querbalken lenken, und nach einem schnellen Freistoß knallte Marius Carl das Leder ans Gebälk.
Das Unheil nahm dann in der 32. Minute seinen Lauf. Bei einem eigentlich harmlosen Angriff der Lautenthaler flog eine Flanke in den TSV-Strafraum, und zum Entsetzen seiner Mitspieler köpfte Eric Pägert völlig unbedrängt ins eigene Tor. In der 38. Minute leistete sich dann auch noch Kevin Lüs einen folgenschweren Fehler. Als er einen flachen Ball aufnehmen wollte, flutschte ihm das Ding durch die Maschen, und der SGer Schoger sagte brav „Danke“ und schob zum 3:0 für seine Farben ein. Völlig konsterniert ging der TSV in die Kabinen. Als die Spieler wieder herauskamen, sah man ihnen aber an, dass sie noch einmal alles versuchen wollten. Ähnlich, wie in der ersten Halbzeit, wurde der Gegner sofort unter Druck gesetzt. Gute Möglichkeiten blieben aber von Jannick Dicke und Eric Pägert ungenutzt. In der 61. Minute konnte Kevin Lüs seinen Fauxpas aus der ersten Hälfte zumindest einen bisschen wieder ausgleichen. Er behielt die Oberhand gegen einen SG-Stürmer, als dieser allein auf ihn zulief. In der 72. Minute dann doppeltes Pech für den TSV. Nachdem Marius Carl den Ball an die Latte setzte, kam dieser zu Jannick Dicke, doch auch er setzte die Pille nur ans Aluminium. Das war dann bereits der vierte Alu-Treffer! Der K.o. folgte in der 75. Minute. Da der TSV natürlich alles nach vorne warf, war er auch anfällig gegen Konter; dieser wurde von der SG gut zu Ende gespielt und schließlich von ihrem Goalgetter Schrader vollendet.
Ergebniskosmetik konnte der TSV aber noch in der 81. Minute betreiben. Als Jan Bergmann im Strafraum gefoult wurde, konnte Andreas Geibel gewohnt sicher einlochen.
Nach diesem Dämpfer hat der TSV bereits am Mittwoch die Möglichkeit, die nächsten Punkte einzufahren. Ein Nachholspiel bei der SG Vienenburg/Lochtum steht an. Sicher auch ein unbequemer Gegner, der alles versuchen wird, sein Heimspiel zu gewinnen, doch wenn der TSV auf dem zweiten Tabellenplatz bleiben will, muss dieses Spiel einfach gewonnen werden.