Überragende Bilanz bei Deutschen Meisterschaften

 

Seesens Orientierungsläufer überragend: Zweimal Gold und zweimal Bronze für die Athleten

Über 700 Teilnehmer fanden sich am vergangenen Wochenende, dem letzten Bundeswochenende der Orientierungsläufer vor der Sommerpause, im brandenburgischen Ortrand ein, einem kleinen Städtchen rund 40 km nördlich von Dresden. Dort standen neben einem Bundesranglistenlauf vor allem die Deutschen Meisterschaften über die Mitteldistanz auf dem Programm. Mit einer überragenden Bilanz kehrten die MTV-OLer heim, denn die fünfköpfige Delegation sammelte zwei Gold- und zwei Bronzemedaillen. Überhaupt setzten sich die Harzer Vereine prächtig in Szene, denn auch der MTK Bad Harzburg mit zwei Titeln und der WSV Braunlage mit zwei Silbermedaillen überzeugten.
Das Wettkampfgelände bestand aus einer Hügelgruppe im Süden des Landes Brandenburg als eiszeitlichem Endmoränengebiet mit sehr detailliertem Höhenprofil und teilweise kurzen, aber knackigen Anstiegen. Unübersichtlicher Mischwald mit meist fließenden Übergängen und größtenteils stärkerem Unterbewuchs sowie viele kleine Pfade forderten von den Aktiven höchste Aufmerksamkeit.
In seinem letzten Juniorenjahr wurde Bjarne Friedrichs auf seiner 5,4 km langen Strecke, die erstaunliche 220 Höhenmeter aufwies, seiner Favoritenrolle gerecht. Mit zwei bzw. drei Minuten Vorsprung siegte er vor seinen beiden Nationalmannschaftskameraden Felix Späth (OLG Siegerland) und Franz Cruse (SV Robotron Dresden), der Viertplatzierte hatte bereits neun Minuten Rückstand. Damit erhöhte er seine Zahl an DM-Titeln auf nunmehr 17.
Da wollte seine kleine Schwester Birte in der D12 nicht zurückstehen. Hatte sie in den letzten Rennen gegenüber ihrer Braunlager Widersacherin Karolin Kühnhold zuletzt mehrfach das Nachsehen, so drehte sie bei der DM den Spieß um und sicherte sich nach fulminantem Lauf mit ebenfalls zwei Minuten Vorsprung den Sieg. Beide bewiesen damit erneut, dass sie in ihrer Altersklasse in Deutschland das Maß aller Dinge sind.
Ihr Vereinskamerad Ole Hennseler war in der H12 bis zum vorletzten Posten ebenfalls deutlich auf Siegkurs, ehe er sich an einer Kreuzung für den falschen Pfad entschied und noch auf den dritten Rang zurückfiel. Schade, denn eine so große Chance wird sich vielleicht so schnell nicht wieder bieten, aber dennoch eine feine Leistung.
Konnte man von ihm jedoch eine Medaille erwarten, so stellte die Bronzemedaille von Ulrike Friedrichs in der D50 doch eine große Überraschung dar. Mit konzentriertem Lauf und ihren orientierungstechnischen Fähigkeiten gelang ihr auf der anspruchsvollen Bahn dieses Kunststück nach 2004 somit zum zweiten Male. Mit diesem hervorragenden Erfolg krönte sie eine zuletzt konstante Serie von guten Läufen.
Detlev Friedrichs ging aus Ersparnisgründen nicht in seiner Kategorie H55, sondern in der H21A mit den jüngeren Läufern, die nicht in der Elite laufen, an den Start und machte seine Sache als mit Abstand ältester Starter in dieser Kategorie für seine Möglichkeiten gut. Dass er somit als einziger MTVer ohne Medaille blieb, war nicht so ärgerlich (weil erwartet) wie die eingehandelte Verletzung.
Am Sonntag folgte ein Bundesranglistenlauf über die Langdistanz im gleichen Laufgebiet. Als Test für die in drei Wochen beginnenden Juniorenweltmeisterschaften startete Bjarne über die längere Distanz von 12,4 km bei 480 Höhenmetern in der Herren-Elite und belegte dort mit geringem Zeitrückstand einen ausgezeichneten vierten Platz und zeigte sich mit diesem Ergebnis durchaus zufrieden. Die beiden Youngster Birte und Ole starteten wieder eine Kategorie höher bei den Vierzehnjährigen und zeigten beide mit starken Läufen und jeweils dritten Plätzen, dass sie bereits bei den Älteren auf den schwierigeren Strecken sich bestens zurechtfinden und zur deutschen Spitzenklasse gehören.
Da die Langdistanz etwas laufbetonter angelegt war, hatte Ulrike Friedrichs gegenüber den stärkeren Läuferinnen weniger Chancen auf eine Top-Platzierung, zog sich mit einem achtbaren sechsten Rang aber dennoch gut aus der Affäre.