Überzeugende Leistungen bei Weltmeisterschaften

Seesens Orientierungsläufer Bjarne Friedrichs.

Orientierungsläufer Bjarne Friedrichs landet bei Titelkämpfen im schweizerischen Lausanne auf Rang 40

Nur rund 100 Kilometer vom letztjährigen WM-Ort Aix-le-Bains entfernt richtete die Schweiz in diesem Jahr in und um Lausanne die diesjährigen Orientierungslauf-Weltmeisterschaften aus. Hatten die Franzosen jedoch technisch anspruchsvolles Terrain in den Savoier Alpen ausgewählt, so boten die Schweizer eher flacheres mitteleuropäisches Gelände mit viel Unterbewuchs an, das sehr schnell belaufbar war und von dem sie sich einen Heimvorteil versprachen. Diese Rechnung ging allerdings nur bedingt auf: Zwar stellte die Schweiz das erfolgreichste Team, aber es gab auch einige herbe Enttäuschungen für die Eidgenossen. Erstaunlich ist deshalb, dass es das deutsche Team, das sich eigentlich wegen fehlender Grundschnelligkeit lieber in technisch forderndem Gelände auf Postensuche begibt, in diesem Jahr immerhin auf fünf Finalteilnahmen – gegenüber der einen durch den Seesener Bjarne Friedrichs in 2011 – brachte und damit eine positive Bilanz ziehen konnte.
Dieser wartete in Lausanne mit durchaus überzeugenden Leistungen auf. Wie der „Beobachter“ bereits berichtete, waren er und seine Mannschaftskameraden in der Qualifikation über die Langdis­tanz nicht schnell genug, um das Finale der besten 45 zu erreichen, in der Qualifikation über die Mitteldistanz im technisch und physisch schwierigeren Schweizer Jura gelang dieses für deutsche Athleten bereits als erstrebenswert geltende Ziel gleich zwei Akteuren. Im schwer belaufbaren, steinigen Gelände des Mitteldistanz-Finales auf über tausend Meter Höhe war allerdings bei beiden im dritten Rennen direkt hintereinander „die Luft raus“. Während Christiane Tröße (SV TU Ilmenau) nicht über den 45. Platz hinauskam, erreichte Bjarne Friedrichs immerhin den 40. Platz und verbesserte sich somit gegenüber dem Vorjahr sogar um einen Rang. Für ein besseres Resultat fehlte in diesem Jahr einfach die Kraft, so dass er sich mit diesem Ergebnis mehr als zufrieden zeigte.
In diesem Rennen gab es mit dem Letten Edgar Bertuks einen Überraschungssieger, den niemand auf der Rechnung hatte. Gleich drei deutsche Athleten hatten in der Sprint-Qualifikation überraschenderweise ebenfalls den Einzug ins Finale geschafft. In der teilweise sehr steilen Hafenstadt Lausannes erzielte der ehemalige deutsche 10.000-Meter-Meister Alexander Lubina (DJK Adler Bottrop) mit Rang 28 ein sehr beachtliches Ergebnis, Robert Krüger (Planeta Radebeul) wurde 41. Im Damenrennen wurde Esther Doetsch (DJK Adler Bottrop) als 40. notiert.
Unglücklich aus Teamsicht verliefen die Staffelrennen. Sowohl Esther Doetsch als Startläuferin bei den Damen als auch Christoph Brandt (Planeta Radebeul) als Startläufer der Herren verpassten in dem schnellen Waldstück durch Fehler den Anschluss an das Hauptfeld und kamen mit so großen Rückständen ins Ziel, dass die nachfolgenden Läufer statt wie geplant im Feld sich mitziehen lassen zu können nun nur noch Schadensbegrenzung betreiben konnten.
Die Damen verbesserten sich von Rang 21 immerhin noch auf den 18. Platz. Bei den Herren gelang es Bjarne Friedrichs, der von Platz 27 auf seine Etappe starten musste, schnell Anschluss an eine kleine Läufergruppe herzustellen, die er fortan anführte, und mit guter Zeit immerhin als 23. zu wechseln. Auch der Schlussläufer Sören Lösch (USV Jena) bot eine gute Leistung, eine weitere Platzverbesserung war allerdings nicht mehr möglich.
Während es bei den Frauen mit der Schweiz den erwarteten und bei den Herren für Tschechien in einer packenden Zielsprintentscheidung einen sensationellen Sieg gab, wurden die deutschen Staffeltrios unter Wert geschlagen.