Von der Euphorie ist nichts mehr übrig

Handball: Nur wenige Mannschaften des MTV Seesen können mit der Hinserie zufrieden sein

Die Euphorie ist verflogen: Die Handballer des MTV Seesen haben eine schwere Halbserie hinter sich gebracht. Im Sommer schien alles noch wunderbar, doch nun ist bei vielen Teams Ernüchterung eingetreten.

Herren:
Großartige Stimmung herrschte am späten Abend des 3. Mai. Kurz nach 22 Uhr hatte die 1. Herrenmannschaft den Aufstieg in die Landesliga perfekt gemacht. Doch, wie schon nach dem letzten Aufstieg, ging es danach rapide abwärts. Die Parallelen sind unübersehbar. Auch damals gelang dem MTV in der Hinserie kein einziger Punkt. Abgeschlagen steht man auf dem letzten Tabellenplatz. Bereits acht Punkte beträgt der Rückstand zum rettenden Nichtabstiegsplatz. Die 13 Niederlagen waren dabei meist deutlich. Während in der Verteidigung meistens noch gute Arbeit geleistet wird, so hat der Tabellenzweite beispielsweise elf Gegentreffer mehr erhalten, sieht es im Angriff dürftig aus. Nur knapp über 22 Treffer im Schnitt sind zu wenig.
Gründe für die Misere dürfte es mehrere geben. Der Aufstieg wurde gerade so eben und nur mit größten Anstrengungen geschafft. Große Verstärkungen wurden anschließend, für die höhere Liga, kaum gewonnen werden können. Stattdessen ging mit Hendrik Liedtke sogar eine Stütze der Aufstiegssaison. Hinzu kamen zahlreiche Verletzungen. Oftmals konnten die MTVer nur einen Teil des Spiels mit ihren Gegnern mithalten. Irgendwann verließen sie aufgrund des kleinen Kaders die Kräfte.
Ob der Klassenerhalt in der Rückserie noch schaffbar ist, darf bezweifelt werden. Selbst bei einer enormen Steigerung ist der Rückstand schon beträchtlich. Nach dem Rückzug von Trainer Bernd Philipps Anfang Dezember sind nun Florin Luca und Stefan Haasler in der Verantwortung. Sie müssen die Mannschaft im Jahr 2014 wohl schon auf die erneute Rückkehr in die Regionsoberliga vorbereiten.
Bei den 2. Herren sieht es besser aus. Mit immerhin vier Siegen aus neun Spielen steht das Team in der 1. Regionsklasse derzeit auf Rang vier. Zwar wird man mit dem Aufstieg nichts zu tun haben und weiterhin in der untersten Liga antreten. Aber immerhin gibt es Erfolgserlebnisse zu feiern.

Damen:
Kaum besser sieht es bei den Seesener Handballdamen aus. In der vergangenen Saison verpasste man nur knapp den Aufstieg aus der Regionsoberliga. Umso überraschender ist es auf den ersten Blick, dass auch die Frauen nun im Tabellenkeller stehen. Erst ein Sieg steht zu Buche und damit auch hier der letzte Platz. Immerhin, der Abstand zum rettenden Ufer beträgt nur drei Punkte. Das ist im neuen Jahr durchaus aufzuholen. Das Problem bei den Damen ist auch die Offensivabteilung. Während nur drei Mannschaften weniger Gegentore kassierten, hat das Team um Patrick Kriener/Bernd Fabrytzek mit Abstand die wenigsten Bälle in das gegnerische Tor geworfen – nicht einmal 17 im Schnitt.
Woran es liegt, dürfte offensichtlich sein – die mangelnde Erfahrung. Vier wichtige Spielerinnen verließen zu Saisonbeginn den Verein oder sind derzeit verletzt. Hinzu kamen vor allem A-Jugendliche, die noch Zeit zur Eingewöhnung brauchen. Ob es mit dem Klassenerhalt klappt, dürfte vor allem auch daran liegen, wie schnell dies geschieht.
Wenn es nicht gelingt, könnten die 1. und 2. Damen in der kommenden Saison in einer Liga spielen. Denn in der Regionsklasse stehen die Seesenerinnen unangefochten auf dem Spitzenrang. Acht Spiele, acht Siege, sechs Punkte Vorsprung auf Platz zwei – besser geht es kaum. Gerade einmal zehn Tore kassiert die Mannschaft im Schnitt, ein herausragender Wert.

Jugend:
Nur noch drei Jugendmannschaften gehen für den MTV Seesen an den Start. Als weiblich Vertretung stehen noch die B-Juniorinnen auf dem Feld. Viele Erfolge konnte sie noch nicht feiern. Lediglich ein Sieg in neun Spielen gab es für die Mannschaft. Kaum besser lief es bei der männlichen A-Jugend. Auch sie siegten erst einmal. Allerdings stand sie auch erst viermal in der Halle und zwei der Niederlagen gingen nur knapp aus. Lediglich gegen Spitzenreiter Langelsheim/Astfeld hatte man keinerlei Chance.
Am erfolgreichsten schnitt zur Halbzeit die männliche C-Jugend ab. Drei Siege und ein Unentschieden stehen vier Niederlagen gegenüber. Auf Platz sechs in der Neunerstaffel stehen die C-Jugendlichen derzeit, doch ein oder zwei Plätze könnte es im neuen Jahr durchaus noch nach oben gehen. Hinzu kommen noch die Handball-Minis, die jedoch nicht auf Punktejagd gehen.

Fazit:
Viele Baustellen hat die Handballabteilung des MTV Seesen. Für die jeweils 1. Herren- und Damenteams wird es ein harter Kampf, den Klassenerhalt noch zu erreichen. Auch in der geschrumpften Jugendabteilung gab es bislang nicht allzu viel zu feiern. Nach einer erfolgreichen Saison 2012/2013 scheint es für die Handballer derzeit wieder einen Schritt rückwärts zu gehen.