Weiterer Erfolg für Seesens Judokas

Jannis und Sina Lippke mit ihrem Trainer Wilfried Kasten.

Sina und Jannis Lippke belegen jeweils dritte Plätze beim Großturnier in Visbek

Seesen (bo). Ein weiterer Wettkampf stand jetzt für die Judokas aus Seesen auf dem Plan. Dieses Mal ging es Richtung Cloppenburg. Genauer: zu den Judo-Tigern nach Visbek. 600 Meldungen gingen beim ausrichtenden Judoverein ein. Von Osnabrück bis Hamburg, aus Holland und von Emden bis Hannover (und Seesen) schickten die Judovereine ihre Kämpfer zu diesem zweitägigen Großturnier.
Wieder mit dabei in der Altersklasse U14 war die Judokas Sina und Jannis Lippke. Nach dem Wiegen der Sportler warteten – Kämpfer und Betreuer auf die Pooleinteilung der einzelnen Gewichtsklassen. In Sinas Gewichtsklasse (bis 30 Kilogramm) waren 10, in Jannis’ (bis 40 Kilogramm) 18 Judokas gemeldet.
Den Start machte Sina. Sie versuchte von Beginn an für ein frühes siegreiches Ende des Kampfes zu ihren Gunsten sorgen zu wollen. Mit einem Uki goshi (kleiner Hüftschwung) nach etwa einer Minute konnte sie ihre Gegnerin werfen, ging dann in den Bodenkampf über und gewann ihren Kampf durch eine Haltetechnik.
Ihr zweiter Kampf war lange Zeit ausgeglichen. Die beiden Kämpferinnen konnten keine Wertung erzielen. Als es dann im Verlauf des Wettkampfes zum Bodenkampf kam, wurde Sina wegen eines verbotenen Handhebels mit Shido (Ermahnung) bestraft. Ein zweiter Shido (Sina bekam jetzt eine Verwarnung) erbrachte in der Addition einen Vorteil (Yuko= kleine Wertung) für ihre Gegnerin. Trotz großen Einsatzes konnte die junge Seesenerin diesen Rückstand nicht mehr aufholen, verlor diesen Wettstreit und musste in die Trostrunde. Damit hatte sie aber immer noch die Chance auf den dritten Platz.
In ihrem dritten Kampf ging es um Sekt oder Selter – Medaille oder ausscheiden. Sina war enorm motiviert, jetzt wenigstens noch Dritte werden zu wollen. Nach einer Minute drehte Sina zu ihrer Spezialtechnik (O Soto Gari = große Außensichel) ein und gewann vor Ablauf der Kampfzeit mit Ippon (vorzeitiger Sieg). Sina wurde damit Dritte in ihrem Pool. Prima gemacht!
Nun war Jannis an der Reihe. Seinen ersten Gegner hatte er anfangs etwas unterschätzt. Jannis wurde in die Defensive gedrängt und hatte Mühe, den Angriffen auszuweichen. Dann wurde Jannis geworfen und fiel – glücklicherweise – auf den Bauch. Somit zählte die Technik seines Kontrahenten nicht.
Aus dieser Situation heraus nutzte Jannis eine Unachtsamkeit seines Gegners, nahm ihn in den Kesa Gatame (Haltetechnik) und gewann. Konzentrierter ging Jannis in seinen zweiten Fight. Er dominierte das Geschehen auf der Matte und wurde immer überlegener. Jannis drehte mit Tai Otoshi (Körperwurf) ein, sein Gegner blockte – doch: Blitzschnell drehte sich Jannis und warf ihn mit O Ushi Gari (große Innensichel) nach hinten. Damit gewann er diesen Kampf auch vorzeitig mit Ippon.
Schon sichtlich abgekämpft musste er seinen dritten Kampf bestreiten. Nach etwa zwei Minuten verlor er das Duell vorzeitig. Nun musste auch er, wie seine Schwester zuvor, in die Trost­runde und um den 3. Platz kämpfen.
Sein 4. Kampf war eine schwierige Angelegenheit. Trotz vieler Eindrehversuche reichte es für Jannis nicht zu einer Wertung. Da nun beide nach Ende der normalen Kampfzeit keine Wertung hatten, wurde eine Verlängerung (Golden Score) angesetzt. Auch hier gestalteten beide einen ausgeglichenen Kampf. Buchstäblich in letzter Sekunde drehte Jannis mit Seo Nage (Schulterwurf) ein und bekam dafür einen Yuko (kleine Wertung) – Sieg und dritter Rang für Jannis.
Für die Geschwister hatte sich das häufige und intensive Training ausgezahlt, und nur dadurch sind solche Erfolge möglich. So gab’s denn auch ein dickes Lob vom mitgereis­ten Trainer Wilfried Kasten für seine beiden erfolgreichen Kämpfer.