Zwei Goldmedaillen bei der Deutschen Meisterschaft

DM-Gold für die Mädchen des MTK Bad Harzburg, rechts MTV-„Leih“-Läuferin Meike Hennseler.

Orientierungslauf: Seesener Läufer erreichen zahlreiche Topplatzierungen in den Staffelwettbewerben

Mit einer herausragenden Bilanz kehrten die Orientierungsläufer des MTV Seesen von den Deutschen Meisterschaften im Staffel-OL samt anschließendem Bundesranglistenlauf aus dem Erzgebirge zurück. Lediglich das i-Tüpfelchen blieb ihnen verwehrt.

Da die meisten Vereine nicht in allen Altersklassen über drei leistungsstarke Aktive verfügen, verstärken sie sich mithilfe des Zweitstartrechts, um gegen die großen Vereine bestehen zu können. Auf diese Weise waren Bjarne Friedrichs und Meike Hennseler jeweils als Schlussläufer ihrer Teams maßgeblich am Gewinn der Goldmedaille beteiligt, während die MTV-Staffel der weiblichen Jugend, klar auf Goldkurs liegend, mit anschauen musste, wie der Titel nach Regensburg ging, weil beide potenziellen dritten Läuferinnen krankheitsbedingt passen mussten.
Das Laufterrain rund um die Greifensteine bot nicht nur Felsen und reichlich Höhenmeter, sondern auch mehrere feinkupierte ehemalige Bergbaugebiete, die sehr genaues Orientieren erforderten und in denen sich die MTV-OLer sichtlich wohl fühlten. So kamen die beiden als Startläufer angetretenen Birte Friedrichs und Ole Hennseler mit Vorsprung aus dem Wald, Ole (mit drittbester Laufzeit aller Jugendlichen) für die Staffel des WSV Braunlage bei der männlichen Jugend, die anschließend mit Niclas und Gerrit Denecke noch auf den 13. von 23 Staffeln zurückfiel. Bei der weiblichen Jugend war nach Bronze vor zwei Jahren und Silber im Vorjahr spaßeshalber das „Unternehmen Gold“ avisiert worden – und tatsächlich lief zunächst alles zugunsten dieses Zieles, denn Birte Friedrichs deklassierte ihre Konkurrentinnen und kam mit sage und schreibe zwölf Minuten Vorsprung vor den Startläuferinnen aus Dresden und Regensburg aus dem Wald. Auch Henriette Käding lief ein prächtiges Rennen und büßte nur wenig von dem Vorsprung ein, aber dann fehlte eben leider die dritte Läuferin.
Eine potenzielle dritte Läuferin wäre Meike Hennseler gewesen, aber die war für die D-14-Staffel des MTK Bad Harzburg ausgeliehen worden. Und da durfte sie als Schlussläuferin mit wenigen Sekunden Vorsprung auf die Schlussschleife gehen. Diesmal behielt sie die Nerven und brachte mit souveränem Lauf die Vorarbeit von Solia Stamer und Pia Buchholz sicher zum sogar noch deutlichen Erfolg.
Bereits im neunten Jahr startet Bjarne Friedrichs für den SV TU Ilmenau in den Teamwettbewerben. Dass es in diesem Jahr nach zwei schwächeren Ergebnissen mal wieder für den Platz ganz oben auf dem Treppchen reichte, lag zunächst einmal an der guten Vorarbeit von Florian Bergmann. Der wechselte etwas unerwartet bereits an zweiter Stelle liegend auf seinen Bruder Sebastian. Mit gewohnt sicherem Lauf übernahm er sogar die Führung und gab Bjarne Friedrichs einen für Außenstehende beruhigenden Vorsprung von über zwei Minuten mit auf den Weg. Dieser hatte jedoch seine kompletten Nationalteamkameraden als Verfolger, aber routiniert und mit der zweitbesten Zeit aller gestarteten Staffelläufer baute er den Vorsprung auf komfortable fünf Minuten aus und ließ sich dabei auch nicht von einem hereinbrechenden starken Gewitterregen beeindrucken. Lohn war die fünfte Staffel-Goldmedaille mit den Thüringern und die 21. seiner Karriere.
Tags darauf für den Bundesranglistenlauf über die Langdistanz im gleichen Waldgebiet, hatte sich der Wald bereits gut von dem Starkregen erholt. Nur die Zielwiese war noch sehr schlammig. Für diesen Lauf hatten sich die Ausrichter etwas Besonderes ausgedacht, denn die Teilnehmer wurden in Massenstartwellen in den Wald geschickt, wo durch geschickte Bahnlegungsvarianten die Felder schnell auseinandergerissen wurden und man somit häufig ohne Gegnerkontakt lief. Auch an diesem Tag präsentierten sich die MTV-OLer in ausgezeichneter Form. Für die „schlechteste“ Platzierung sorgte ausgerechnet Bjarne Friedrichs, der den Bundesranglistenlauf der Herren-Elite, der über 13 Kilometer Luftlinie bei 545 Höhenmetern führte, als Dritter mit ganzen 27 Sekunden Rückstand auf den Sieger Sören Lösch (USV Jena) beendete. Der Vierte hatte bereits über vier Minuten Rückstand.
Für einen Seesener Sieg sorgte völlig überraschend Ulrike Friedrichs in der D50. In ihrem ersten Wettkampf dieser Saison ließ sie sich durch das Tempo und die Suchaktionen ihrer Konkurrentinnen nicht irritieren, sondern lief fehlerfrei ihre Postenkombination ab und wunderte sich im Ziel, dass noch niemand aus ihrer Kategorie angekommen war. Für drei zweite Plätze sorgten Birte Friedrichs (D-16), Ole Hennseler (H-16) und Meike Hennseler (D-14). War Birtes Platzierung so durchaus zu erwarten, so war Ole doch sichtlich froh, sich mit einem zweiten guten Lauf den Trainern noch einmal eindrucksvoll für eine Jugend-Europameisterschaftsteilnahme empfohlen zu haben. Sehr erfreulich war auch, dass seine Schwester Meike, die an weniger Wettkämpfen teilnimmt, erneut bewiesen hat, dass sie auch auf Bundesebene in der Spitze bei den Schülerinnen ein gewichtiges Wörtchen mitreden kann.