Das legendäre „Kommissbrot“ in Szene setzen

Reinhard Koch, Peter Starke, Horst Dieter Görg und Klaus Thon (vorne) wollen in diesem Jahr das Hanomag-„Kommissbrot“ ins rechte Licht rücken. (Foto: Vollmer)

Hanomag-Freunde aus Störy haben ein neues Projekt / Tag der offenen Tür in Störy am 22. Mai / Neues Buch erschienen

Der Hanomag 2/10, besser bekannt als „Kommissbrot“, war der erste deutsche Kleinwagen, der ab 1925 in Fließbandfertigung produziert wurde.

Sein quer vor der Hinterachse eingebauter Einzylinder-Viertaktmotor mit der stolzen Leistung von zehn PS trieb über ein Dreiganggetriebe das rechte Hinterrad an. Die Schwingungen des Motors führten im Leerlauf zu einer unangenehm hüpfenden Bewegung. Mit einem Kraftstoffverbrauch von vier Litern auf 100 Kilometer war er das sparsamste Großserienauto, das zwischen den beiden Weltkriegen produziert wurde. „In diesem Jahr widmen wir uns ganz besonders dem 90. Geburtstag des Kommissbrot“, berichtet der Vorsitzende der Hanomag-Interessengemeinschaft, Horst-Dieter Görg.
Der Prototyp kam 1924 heraus, die erste Vorserie folgte wenig später. 1926 lief der Hanomag 2/10 dann in Hannover-Linden vom Fließband. „Im Rahmen einer Ausstellung werden wir das revolutionäre, aber damals auch vielfach belächelte Auto, im Herbst besonders in Szene setzen“, erklärt der Hildesheimer. Wo das passiert, steht derzeit noch nicht fest. Dennoch laufen im Technik-Forum Hanomag in Störy zu diesem Thema die ersten Vorbereitungen an.
Die Hanomag-Freunde verfügen über zwei Exemplare des legendären Kleinwagens. Die schnittige Limousine befindet sich derzeit noch beim Karosseriebauer. Er freut sich bereits auf den Tag der offenen Tür, der am 22. Mai sicher wieder viele Interessierte zum Technik-Forum nach Störy locken wird. „Dann gibt es wieder zahlreiche Raritäten zu bestaunen“, verspricht Horst-Dieter Görg. Ganz sicher wird neben anderen Oldtimern aus dem Hause der hannoverschen Traditionsfirma auch ein „Kommissbrot“ dabei sein.
Der Hanomag-Mann hat gerade ein anderes Projekt abgeschlossen. In dem Buch „Es begann in Hannover…“ erzählt er gemeinsam mit Dieter Tasch über bahnbrechende Entwicklungen und ihre Schöpfer, die ihren Ursprung in der Landeshauptstadt haben. In den vergangenen Jahren erschienen bereits sehr erfolgreich die beiden Bände mit den Untertiteln „Menschen, Technik, Welterfolge“ und „Kekse, Kommissbrote, Rechenmaschinen“. In der dritten Folge, die von der Bad Salzdetfurther Diplom-Designerin Uta Möller graphisch bearbeitet wurde, geht es wieder einmal um viele Geschichten, die der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt sind.

Weitere Informationen zu diesem Thema können sie im Seesener Beobachter vom Samstag, 16. April nachlesen.