Hanomag-IG feiert 30-jähriges Bestehen

Dietmar Wischmeyer alias „Günther, der Treckerfahrer“ hielt bei der Geburtstagsfeier der Hanomag-IG eine launische Ansprache. Der Gewinner des Deutschen Radiopreises hat selbst vier Schlepper in der Garage stehen. (Foto: Vollmer)
 
Rund um das Technikforum-Hanomag in Störy gab es für die Besucher beim „Tag der offenen Tür“ allerhand zu sehen. Unter anderem konnten die Besucher auch den alten Gasmotor, der die Feuertaufe bestand, in Augenschein nehmen. (Foto: Vollmer)

Hanomag-IG feiert 30-jähriges Bestehen

Gerade noch auf der Showbühne und Stunden später schon bei seinen Hanomag-Freunden in Störy: Dietmar Wischmeyer alias „Günther, der Treckerfahrer“, der vor wenigen Tagen den Deutschen Radiopreis in der Kategorie Comedy gewonnen hat, wollte natürlich persönlich der Hanomag-Interessengemeinschaft Störy zu ihrem 30. Geburtstag gratulieren.

Das war für den Radiomann Ehrensache, schließlich gehört Wischmeyer seit einigen Jahren als bekennender Treckerfahrer und Oldtimerfan zu den Mitgliedern der Hanomag-IG.
Dessen Vorsitzender Horst-Dieter Görg freute sich natürlich ganz besonders über den prominenten Gast bei der großen Jubiläums-Gala im Technik-Forum: „Wir finden es ganz toll, dass er nach dem Gewinn des Deutschen Radiopreises und den vielen Terminen trotzdem die Zeit gefunden hat, unsere Feier zu besuchen.“ Auf seine unverkennbare Art nahm „Günther, der Treckerfahrer“ dann in seiner Rede auch das Landleben und die Menschen auf die Schippe. Natürlich fehlte auch ein humorvoller Ausflug in die Geschichte des hannoverschen Traditionsunternehmens nicht. „Munter bleiben!“, so endete in bewährter Wischmeyer-Tradition sicher nicht der letzte Vortrag bei seinen Hanomag-Freunden.
Horst-Dieter Görg berichtete über die Geschichte der Interessengemeinschaft, die 1984 als loser Zusammenschluss zunächst von Nutzfahrzeugsammlern gegründet wurde. „Über die Jahrzehnte hat die überregional agierende Hanomag-IG mit etwa 300 Mitgliedern ein Netzwerk aufgebaut, woraus sich zahlreiche Sponsoren und Zustiftungen ergeben haben“, erläuterte der Vorsitzende. Durch die Großspende der Familie Rosai sei es gelungen, ab 1999 eine Heimat für die IG zu schaffen.
„Damals konnte das Grundstück in Störy gekauft und mit vielen Eigenleistungen diese Halle errichtet werden. Auch wenn wir niemals Zuschüsse bekamen, ist die Immobilie inzwischen bis auf etwa 27000 Euro Restschuld frei von Lasten“, ergänzte Görg. Der vereinseigene Fahrzeugbestand konnte in der Halle gesichert und nach und nach fahrbereit gemacht werden. „Von Störy aus werden Veranstaltungen vorbereitet und durchgeführt“, so der IG-Chef. Es gelte aber auch, einen Blick auf die Zukunft zu richten. „Um den Fortbestand zu sichern, planen wir eine Hanomag-Stiftung. Die Satzung wurde bereits entsprechend angepasst“, erläuterte der Hildesheimer.
Eine finanzielle Unterstützung benötigt auch noch der Diesel-Rekordrennwagen. Von den insgesamt erforderlichen 150.000 Euro sind durch Spenden und erheblichen Eigenleistungen bereits 90.000 Euro auf dem Konto eingegangen. „Noch ist der Wagen nicht fertig“, so Görg. Bei der „Historischen Rekordwoche Dessau“ ist bereits der nächste Höhepunkt geplant. Der Diesel soll mit bisher 13 weiteren Rekordfahrzeugen auf die historische Strecke der dazu teilweise gesperrten Autobahn 9 zwischen Dessau-Süd und Wolfen/Bitterfeld gehen. Diese Aktivitäten bedürfen einer großen Zahl von Helfern, denen der Vorsitzende besonders dankte.
Die IG würde gerne die Sammlungsaktivitäten in Störy erweitern. Dafür sei allerdings die Unterstützung des Kreises und der Gemeinde notwendig. „Leer stehende Gebäude in der Nähe bieten sich gerade dazu an. Die Marke Hanomag soll nach unserer Meinung hier in Störy eine Heimat finden. Unsere Exponate sind die ältesten und weltweit bei den Hanomag-Freunden anerkannt“, spielte er auf die neben dem Forum stehenden Hallen des früheren Automuseums an. Zudem habe die Region des Ambergaus viele interessante Aspekte zu bieten. Ebenso soll die Jugendarbeit in der Zukunft ein weiteres Standbein sein. Landrat Reiner Wegner erklärte, dass die Mitglieder der Interessengemeinschaft nicht nur ein vielseitiges Hobby pflegen, sondern auch eine ganze Menge für die Bevölkerung bieten würden.
Nach zwei Filmen standen am Jubiläumsabend noch verschiedene Maschinenvorführungen auf dem Programm. Mit besonderem Interesse wurde die Inbetriebnahme des historischen Gasmotors aus dem Jahr 1881 erwartet. Ohne Probleme gelang es, die historische Technik in Betrieb zu nehmen. Davon konnten sich am nächsten Tag auch die Besucher des „Tags der offenen Tür“ überzeugen. Immer wieder mussten die Hanomag-Freunde und die aus Holland angereisten Motorspezialisten die Rarität in Gang bringen. Etwa 40 Fahrzeuge der unterschiedlichsten Art, darunter zahlreiche Schlepper, machten am Museumsweg Station.
Zum 30-jährigen Bestehen stellte der Vorsitzende auch den ersten Teil einer Bilderbuchreihe zur Unternehmensgeschichte des traditionsreichen Unternehmens vor. Die Hanomag-Landmaschinen stehen dabei an erster Stelle. Mit dem Großpflug begann 1912 die Geschichte der Landmaschinenfertigung. Mit dieser Bilderbuchreihe öffnet die Hanomag IG nun ihr Archiv. „Die Fakten sind bereits ausführlich in verschiedenen Veröffentlichungen zu finden. Dazu gibt es nicht mehr viel zu sagen. Seither sind aber so viele neue und interessante Bilder aufgetaucht, dass es jetzt an der Zeit ist, diese möglichst vielen Interessierten zugänglich zu machen“, erklärt Herausgeber Görg. Das Buch „Hanomag – Landmaschinen im Bild“ ist im Lemgoer-Verlag, Bestellnummer 978-3-9813824-57, zum Preis von 19,90 Euro erschienen.