Positive Agritechnica-Bilanz

Der Transport der über sechs Tonnen schweren Hanomag-Raupe Z50 war besonders aufwändig. Horst-Dieter Görg (rechts) und Wilfried Krebs betrachten den Motor, der erst wenige Tage vor der Messe eingebaut wurde. (Foto: Vollmer)
 
Ganz neu im Sortiment sind aus Holz gefertigte Hanomag-Modelle. Sie stammen aus dem Nachlass von Heinz Hunte. Modellbauexperte Wilfried Krebs stellte sie den Messebesuchern vor. (Foto: Vollmer)

Hanomag-IG stellte zahlreiche Exponate auf dem hannoverschen Messegelände aus

Pausenlos klickten im Pavillon 34 auf dem hannoverschen Messegelände die Fotoapparate. Kein Wunder, denn die Hanomag-Interessengemeinschaft hatte für die gemeinsam mit der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) und dem Bundesverband Historische Landtechnik Deutschland initiierte Sonderschau mit historischen Fahrzeugen und Gerätschaften einige Raritäten aufgefahren, die das Interesse der Agritechnica-Besucher erweckten.
Staunend blieben sie zum Beispiel vor dem schwersten Exponat aus dem Technikforum Hanomag in Störy, eine Raupe vom Typ Z50, stehen. Der Transport war besonders aufwändig. Nachdem die Rarität mit einem Tieflader der Familie von Gadenstedt in die Landeshauptstadt gebracht wurde, musste sie schließlich aber noch in dem Ausstellungspavillon platziert werden. Damit der 6,8 Tonnen schwere Klotz den Hallenboden nicht beschädigt, wurde die Raupe von einem Schwerlaststapler an ihren Platz bugsiert. „Das war schon ein ganz schöner Aufwand“, berichtet der Vorsitzende der Hanomag-IG, Horst-Dieter Görg. Den Motor haben die Freunde des hannoverschen Traditionsunternehmens erst kurz vor Beginn der weltgrößten Landtechnik-Messe vor wenigen Tagen eingebaut.
Damit die Raupe wieder Fahrt aufnehmen kann, sind aber noch einige Arbeiten nötig. „Im nächsten Jahr wird das wohl der Fall sein“, sagt der Hanomag-Experte. Kaum ein Besucher hätte allerdings vermutet, wo die Z50 lange Zeit ihr Dasein fristete. Das Fahrzeug stand 15 Jahre auf einem Denkmalsockel vor dem Verband der Baubranche, Umwelt und Maschinentechnik in Bremen. Weil diese Art von Fahrzeug aber nicht so gut zu der Standesvertretung passte, tauschte die IG das historische Stück gegen eine Planierraupe ein.
„Das Interesse an den Exponaten ist riesig. Allein an den beiden Fachbesuchertagen waren hier im Pavillon rund 3.000 Besucher. Während des regulären Messebetriebes erreichen wir diese Zahl an nur einem Tag“, sagt Horst-Dieter Görg. So mögen es denn auch bestimmt 20.000 Interessierte gewesen sein, die einen Abstecher in den Pavillon unternommen haben.
Die Exponate sind nicht nur schön anzusehen, sondern haben auch ihren Wert. Die Versicherungssumme beläuft sich auf rund 800.000 Euro. Allein ein Schlüter-Schlepper, von dem weltweit nur noch drei Stück existieren, hat daran einen nicht unerheblichen Anteil. „Der ist mit 20 Jahren im Verhältnis zu den anderen Ausstellungsstücken gar nicht so alt. Der Schlepper stellt aber eine Brücke zur Neuzeit her“, erläutert der Fachmann.
Auch die Modellbauer kommen in der Sonderschau „Von der Leistungsprüfung zum DLG-PowerMix“ auf ihre Kosten. Die Hanomag-IG hat vor wenigen Tagen 17 Holzmodelle als Dauerleihgabe erhalten. Sie stammen aus den Händen von Heinz Hunte aus Gehrden, der sie in liebevoller Handarbeit konstruiert hat. Nach seinem Tod kümmert sich nun die IG um die hübsch anzusehenden Miniaturen. Besonders ins Auge fiel den Messebesuchern wegen seiner Detailtreue der WD Großpflug. „Pro Jahr hat er ein Modell gebaut“, berichtet Wilfred Krebs, der als Beisitzer Modellbau bei den Hanomag-Leuten tätig ist. Nach der Messe werden die neuen Schmuckstücke in einem gesicherten und klimatisierten Raum aufbewahrt. Wilfried Krebs, der 48 Jahre als Maschinenschlosser bei Hanomag tätig war, kennt sich mit der Materie bestens aus. Vor 20 Jahren hat ihn selbst das Modellbaufieber gepackt. Meist verwendet Wilfried Krebs Einzelteile aus Kunststoff, die er aus Profilen und Platten fertigt. „In Arbeit befindet sich ein Kleinpflug“, berichtet der Hanomag-Mann, der seit 20 Jahren Mitglied der IG ist.
Am Ende der Agritechnica fällt bei den Hanomag-Schraubern aus Störy die Bilanz positiv aus: „Neben den vielen interessierten Besuchern haben sich auch neue Kontakte ergeben.“