Flugzeugabsturz: Ernstfall geprobt

Helferin und Helfer des THW beim Einbinden einer verletzten Person in eine Krankentrage, vor dem Transport zur Verletztensammelstelle.
 
THW-Helfer stellten mit Verletztendarsteller des DLRG die Betreuung eines verwirrten Anwohners nach.

Bei der Übung „Harzer Frühling“ war das THW wegen eines Flugzeugabsturzes in Teichhütte im Einsatz

Am kommenden Samstag, 20. April, wird in Holzminden bekannt gegeben, welcher der neun Ortsverbände des THW Geschäftsführerbereichs Göttingen, die an der vom THW Ortsverband Osterode auf dem Gelände Obermann in Teichhütte ausgerichtete Wettkampfübung gewonnen hat und somit vom 6. bis 8. September zum Landeswettkampf in Bremen antreten darf.
Zu den neun Mannschaften gehörten Einheiten aus den THW-Ortsverbänden Gieboldehausen, Bad Lauterberg, Hann-Münden, Holzminden, Göttingen, Northeim, Einbeck, Goslar und Osterode. Sie alle waren angetreten, um an drei Tagen jeweils innerhalb von 150 Minuten den Ernstfall zu proben, der in diesem Fall ein Flugzeugabsturz war.
Angenommen wurde, dass die unsanfte Landung des metallenen Riesenvogels unter anderem ein altes Fachwerkhaus in Brand gesetzt hatte, in welchem sich noch verletzte Personen befanden. Die waren übrigens nicht nur erschre-ckend real von Mitgliedern des DLRG Westharz geschminkt worden, sie verhielten sich auch so überzeugend, als habe sich wirklich so ein schlimmes Unglück ereignet.
25 Schiedsrichter aus den umliegenden THW-Geschäftsführerbereichen und vom DLRG beobachteten die Einsätze, um die Qualität der geleisteten Arbeit zu bewerten.
Doch bevor der Ortsverband Osterode den spannenden Reigen der Übungswettkämpfe eröffnen konnte, war laut dem Ortsbeauftragten Carsten Schmidt schon zuvor eine Menge Stressschweiß geflossen. Denn die Planungen haben letztendlich nicht erst 14 Tage vorher, sondern bereits im vergangenen Jahr begonnen. Damals habe man eine feste Zusage erhalten, das ehemalige Kasernengelände nutzen zu dürfen. Doch als die letzten Phase der Vorbereitung erreicht gewesen war, war ein klares „Nein“ zu vernehmen. Wo sollte jetzt so schnell noch ein neues Übungsgelände gefunden werden?
Schmidt machte sich kurz entschlossen auf den Weg nach Teichhütte und suchte das Gespräch mit Lars Obermann, der übrigens zusammen mit dem Prokuristen Alexander Böhm auch an einem Tag zugegen war, um einmal Zeuge dieser atemberaubenden Aktion zu sein. Der Firmenchef überlegte nicht lange und stellte Gelände und leerstehendes Haus zur Verfügung. Also organisierte das THW Osterode alles um, wobei es starke Unterstützung seitens der Kameraden aus Northeim und der Geschäftsstelle erfuhr. Die positive Folge war, das alles zur Zufriedenheit der Beteiligten und der Geschäftsführerin des Geschäftsbereichs Göttingen, Dagmar Thomitzek, verlief.
Während die DLRG für die Verletzten sorgte, rückte auch die Freiwillige Feuerwehr Osterode mit ihren Löschfahrzeugen an, um vor Ort Absturzflammen zu löschen und die anrückenden Einheiten in die Lage einzuweisen.
Allerdings standen die acht anderen Ortsvereine des THW nicht schon in Teichhütte in den Startlöchern. Wie im wirklichen Alltag wurden sie alarmiert und erhielten erst dann die Koordinaten, nach denen sie sich auf den Weg zum Unglücksort machten. Dort eingetroffen galt es für die jeweiligen Zug- und Gruppenführer erste Erkundungen einzuholen, um dann in Anbetracht der schlechten Zugangslage zum Haus auch Atemschutzgeräteträger einzusetzen. Während die sich den Weg durch einen Kriechtunnel freiräumten um im Gebäude nach den vermissten Verletzten zu suchen, galt es für einen zweiten Trupp, im Freigelände eine Person, einen Dummy, unter einer Betonplatte zu retten. Zu allem Überfluss ereignete sich bei den Einsätzen auch noch eine Explosion, welche eine weitere Person verletzte, die aber noch rechtzeitig geborgen und dem Rettungsdienst übergeben werden konnte.
Alles in allem verlangte der in Szene gesetzte Übungsfall von allen Einsatzkräften viel ab, aber alle waren am Ende mit ihren Leistungen zufrieden.