Eiskalter Empfang

Auf einem bunt geschmückten Anhänger wurden die beiden neuen Glocken für Volkersheim durch das Dorf gezogen.
 
Die beiden neuen Schmuckstücke.

Volkersheimer begrüßen ihre beiden neuen Glocken

Bei schönstem Sonnenschein, aber Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und eiskaltem Ostwind haben die neuen Bronzeglocken ihre erste Reise durch das Dorf hinter sich gebracht. Mit einem Umzug begrüßten die Volkersheimer ihre neuen Schmuckstücke. Vom Sportplatz aus ging es los. Vorweg marschierte der Spielmannszug Ambergau und sorgte für den musikalischen Teil. Dahinter marschierten alle Vereine des Dorfes mit und sorgten mit kleinen Handglocken dafür, dass niemand den Einzug verpassen konnte. Mitten drin, auf einem mit den Volkersheimer Farben geschmückten Anhänger standen sie, die in Sinn gefertigten Glocken. Nach der Rundfahrt durch ihre neue Heimat, hielt der Zug vor der Kirche an. Frierend gab es einige, dankenswerter Weise kurze Grußworte.
Pfarrer Dennis Sindermann dankte vor allem den Spendern, die dafür gesorgt hatten, dass die Glocken überhaupt gegossen werden konnten. Eine hatte das Ehepaar von Gadenstedt anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit gestiftet. Eine fünfstellige Summe hatten die Volkersheimer insgesamt privat zusammengetragen und auch die VR-Stiftung der Volks- und Raiffeisenbanken hatte 10.000 Euro hinzugegeben. "Eure kalten Hände möchte ich nicht haben", rief Sindermann dem Spielmannszug zu und dankte für deren Begleitung, wie allen Vereinen und Organisationen. Geplant war eigentlich, den Umzug in einem kleinen Fest rund um die Kirche ausklingen zu lassen. Angesichts der Witterungsverhältnisse bot das Gasthaus Linne an, ihren großen Saal zu nutzen. Das wurde gerne angenommen, auch dafür dankte der Pastor.
Propst Thomas Gleicher erinnerte kurz an die Herkunft der Glocke: "Wie so vieles fand sie ihren Ursprung in China, zirka 5000 vor Christus, als Signalgeber. Nach Europa kam sie gegen 400 nach Christus, wo sie zunächst von Klöstern genutzt wurden. Daher die enge Verbindung zum Christentum." Er erwähnte zudem, dass die wohl älteste Glocke Deutschlands in Lutter hängt und aus dem Jahr 1060 stammt. "Die Glocke begleitet uns ein Leben lang. Von der Kindheit, wenn sie uns nach Hause ruft, bis hin zum letzten Geleit. Mögen diese beiden Glocken ihr Leben lange begleiten", rief er den Anwesenden zu.
Dieter Brinkmann vom Volksbank-Vorstand fühlte sich geehrt, dass "seine" Bank einen Teil zum Gelingen beitragen konnte: "Das ganze Dorf hat zusammengetragen. Das entspricht auch unserem Gedanken der Genossenschaftsbank. Daher haben wir das Projekt gerne unterstützt."
Ortsbürgermeister Olaf Grönke dankte Pastor Sindermann mit einem Geschenk und die Pfarrverbandsvorsitzende Ulrike Schumann versprach den Volkersheimern einen tollen Glockenklang: "Bronzeglocken klingen deutlich besser als Stahlglocken."
Bis die neuen Glocken erklingen, vergeht aber noch einige Zeit. Am 9. April werden sie mit einem Kran an ihre neue Wirkungsstätte gezogen. Die beiden derzeitigen Stahlglocken werden ausgebaut, die eine bronzene soll im Kirchturm bleiben. Alle drei sind aufeinander abgestimmt. Am 28. April ist dann die Weihe mit dem ersten Geläut. Angemeldet hat sich auch der Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber. Knapp drei Wochen bleibt die Kirche in Volkersheim also stumm. Doch das nehmen die Einwohner gerne in Kauf. Umso stolzer werden sie sein, wenn die Glocken an diesem Tag ihren ersten Ton durch den Ort erschallen lassen.