Im Hainberg auf 3D-Jagd

Peter und Regina Lenze waren extra aus Uetze angereist, „wegen der schönen hügeligen Landschaft“. (Foto: Vollmer)

120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem norddeutschen Raum begeistert

Buddy Kovacevic ist zufrieden. Gerade hat der Bogenschütze aus Elze einen Pfeil mitten im Ziel platziert. So kann es weitergehen auf der Jagd nach Punkten. Die übrigen 120 Teilnehmer am 3D-Jagdturnier der Bowhunter Heere werden es ihm allerdings an diesem Tag nicht leicht machen. Auch sie hoffen auf Pokale und Preise, die für die besten Schützen bereitstehen. Neben einem guten Ergebnis zählt für den überwiegenden Teil der Männer, Frauen und Kinder das Naturerlebnis. Schließlich lernen sie weit ab von den Wegen den Wald von seiner schönsten Seite kennen.

Zum zweiten Mal hatte die Bogensparte der Kyffhäuserkameradschaft Heere zu der Veranstaltung eingeladen. Der größte Unterschied zu anderen Turnieren liegt darin, dass die Teilnehmer auf dreidimensionale Objekte, die mitten in der Landschaft platziert sind, zielen. Mit dem 3D-Schießen liegen die Heerer Bogenschützen voll im Trend. „Wir haben etwa 80 bis 90 Aktive. Die große Zahl ist ganz sicher durch diese Art des Bogenschießens begründet. Die Altersspanne reicht von sechs bis 70 Jahren“, berichtet Jens Kuschmann von den Bowhuntern. Die Bogenschützen müssen auf ihrem fünf Kilometer langen Rundkurs durch den Hainberg Distanzen von fünf bis 50 Metern meistern.
An einigen der insgesamt 34 Ziele wird der Schütze ganz besonders gefordert. So müssen die Männer und Frauen zum Beispiel von einem Abhang den Pfeil ins Ziel bringen. Da flitzen die meisten Pfeile wenn auch manchmal knapp am Objekt vorbei. „Die Tierfiguren sind aus Schaumstoff gefertigt. Sie werden anschließend detailgetreu angemalt“, berichtet der Mitorganisator aus Heere. Es soll sogar schon einmal Jäger gegeben haben, die solch eine Attrappe mit einem echten Tier verwechselt haben. Auf dem Körper der Tiere, die auch schon mal deutlich kleiner als ein Hirsch ausfallen können, sind unsichtbare Trefferzonen markiert, die die entsprechende Punktzahl signalisieren. „Wir freuen uns, Teilnehmer aus dem gesamten norddeutschen Raum begrüßen zu dürfen. Sie schätzen vor allem die hügelige Landschaft, die sie bei sich zu Hause nicht haben“, erklärt Jens Kuschmann.
Zum Einsatz dürfen nur traditionelle Bögen kommen. Erlaubt sind zudem nur aus Holz gefertigte Pfeile. „Jeder Schuss ist anders. Ziele und Gelände unterscheiden sich immer“, berichtet Claudia Timm aus Elze, die sich seit zwölf Jahren mit dem 3D-Bogenschießen beschäftigt. Dabei spiele es keine Rolle, ob es regnet oder schneit. „Das Wetter ist uns egal“, berichtet Claudia Timm, die bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Dessau ganz oben auf dem Treppchen stand. Buddy Kovacevic empfindet es ebenso als großes Vergnügen, sich an dieser Art von Freiluftveranstaltung zu beteiligen. „Man muss immer wieder die innere Ruhe finden, um einen sauberen Schuss abzugeben“, betont der Elzer. Schließlich werde auch körperlich auf seinem Weg durch das teils auch unwegsame Gelände einiges von den Schützen abverlangt. Dennoch sei es ohne Frage ein Sport für die gesamte Familie. „Auch Kindern bereitet es große Freude. Sie schießen aber von einem näher am Ziel gelegenen Punkt“, erläutert der Elzer. So ein Wettbewerb könne ohne weiteres schon mal fünf Stunden in Anspruch nehmen. An mehreren Stellen hatten die Heerer Bowhunter daher Verpflegungsstationen eingerichtet, wo sich die Teilnehmer zwischendurch stärken konnten. „Wir sind von dem Gelände begeistert. Die Strecke ist sehr abwechslungsreich“, berichten Regina und Peter Lenze aus Uetze. Dieses Lob wird Revierförster Klaus Petro sicherlich gern gehört haben.
Das Forstamt Liebenburg war auch beim zweiten Turnier als Partner mit im Boot. „Es gibt wohl keine bessere Art, um den Menschen zu zeigen, wie schön der Wald ist“, erklärt Klaus Petro, der auch bei der Premiere im vergangenen Jahr stets großen Zuspruch erfahren hat. Die Teilnehmer würden auf ihrer Tour aus erster Hand erfahren, dass es sich um einen besonderen Wald mit naturgemäßer Bewirtschaftung handelt.