Plattduitsche Frünne – Treffen in Volkersheim

Zahlreiche Gäste besuchten die Veranstaltung. (Foto: Voß)
 
Gustav Philipps, Leiter der „Plattduitschen Frünne“ im Verein für Heimatkunde im Ambergau. (Foto: Voß)

Höhepunkt des Abends war das Theaterstück „Da Autowäsche“

„Plattduitsch kören“', das sind zwei Zauberworte, die im ländlichen Raum vor allem bei älteren Menschen wahre Begeisterung hervorrufen und so ist es nicht verwunderlich, dass der Saal in der Gaststätte „Linne“ in Volkersheim bis auf den letzten Platz besetzt war.

Volkersheim (G.W.V.). Sie alle waren gekommen , um bei dem 20-jährigen Treffen der „Plattduitschen Frünne“ und der Weihnachtsfeier dabei zu sein. Die Freude über die große Besucherzahl brachte dann auch Gustav Philipps aus Königsdahlum als Leiter der „Plattduitschen Frünne“ im Verein für Heimatkunde im Ambergau bei der Begrüßung zum Ausdruck. Ausdrücklich erfreut war er über das Erscheinen der Ehrengäste, die er besonders erwähnte, und zwar den Ortsbürgermeister Erich Sonnemann, Rolf Ahlers aus Wendeburg, als stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises Ostwesfälisches Platt, Gerd Brennecke, ehemaliger 1. Vorsitzender des Verkehrsvereins Bockenem, Sigurd Bressel und die neue 1. Vorsitzende des Vereins für Heimatkunde im Ambergau, Maike Mahnkopf, und Lothar Sander von den „Plattduitschen Frünne“ aus Heinde.
Den Höhepunkt des Abends gab es nun gleich nach der kurzen Begrüßung und zwar das Theaterstück: „Da Autowäsche“. Es handelte sich dabei um eine wahre Begebenheit, die sich vor mehreren Jahrzehnten abgespielt hat. Der Ortshäuser Wilhelm Hauenschild (er wurde in dem Stück durch Friedrich Niehoff aus Hary gespielt), erzählte diese Herrn Bothe, der daraus ein Theaterstück schrieb: In den 60er Jahren trafen sich fünf Männer an einer Waldhütte in der Nähe von Ortshausen zu einem Umtrunk. Mit dabei war ein Herr Lemke, der mit einem Lloyd (Plastikbomber) erschienen war. Das Wägelchen wurde dicht am Teich abgestellt. Plötzlich rollte es in das Wasser und versank. Zu Hilfe kam ein Landwirt mit seinem Trecker, der Wagen wurde herauszogen. Die ganze Nacht arbeitete man am Fahrzeug, um es wieder verkehrstüchtig zu machen. Wie hoch die Kosten für den Umtrunk in der Gaststätte später waren, darüber wurde geschwiegen.
Nach dem Ende der 30-minutigen Aufführung begann Gustav Philipps mit seiner Festrede. Er betonte, dass im Jahre 1990 unter der Leitung von Wolfgang Mävers, dem damaligen Vorsitzenden des Verkehrsvereins Bockenem, eine Zusammenkunft war. Niemand hätte geglaubt, dass die „Plattduitschen Frünn“ so lange bestehen würden und jetzt das 20-jährige Jubiläum feiern können. Dies gelang trotz des plötzlichen Todes von Wolfgang Mävers im Jahre 1993 mit Hilfe unserer Mitstreiter – den plattdeutschen Beauftragten aus Bokeln (Bockenem) und von den Dörfern.
Wörtlich sagte Gustav Philipps: „Ich denke, dass wir in all den Jahren eine Menge auf den Weg gebracht haben; wir hielten nicht nur plattdeutsche Abende, sondern auch plattdeutsche Gottesdienste ab. Dabei haben wir das Glück, dass wir mit Heite Bothe einen guten Pastor in unseren Reihen haben. Die Gottesdienste auf dem Weinberg haben wir seit Jahren mit unseren Freunden aus dem Innerstetal angeboten. Ich selbst habe von 2000 bis 2003 in der Schule in Holle plattdeutschen Unterricht abgehalten, habe in Bornum eine plattdeutsche Woche
mitgemacht und zusammen mit Heite Bothe im Winter 2007/2008 einen plattdeutschen Kurs für Erwachsene durchgeführt. Dieser Kurs ist gut angekommen, einige sind jetzt Mitglieder bei uns. Inzwischen habe ich auch 20 Bücher mit Geschichten aus anderen Regionen und anderem Platt aufgelegt, die ich in unser Platt übersetzt habe, damit unsere „Plattduitschen“ auch was zum Vorlesen haben. Dadurch ist mein Computer ein Wörterbuch in „Platt iuten Ambergau“ angelegt, was inzwischen über 10.000 Wörter aufweisen kann.“
Weiter führte Gustav Philipps unter anderem aus, dass bis zum letzten Abend in Bönnien bisher 161 plattdeutsche Abende mit 8602 Teilnehmern veranstaltet wurden. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die nächsten fünf Jahre gut überstanden werden und das Jüngere dem Verein beitreten. Er schloss mit den Worten: „So lange wir unsere Fahne hoch halten, wird es wohl noch weitergehen“. Anschließend folgten noch die Grußworte der Gäste.