Pétanque-Turnier im FKK-Sportpark

Beim Jubiläumsturnier machte Bockenems Bürgermeister Rainer Block den ersten Wurf. (Foto: Vollmer)
 
Wenn die Kugeln zu dicht beieinander liegen, greifen die Spieler auch schon mal zum Maßband. (Foto: Vollmer)

Teams aus dem gesamten Bundesgebiet beteiligten sich an der 25. Veranstaltung

An einem Wochenende im Jahr bittet der Bund für freie Lebensgestaltung Volkersheim zum Pétanque-Turnier in den FKK-Sportpark. „In diesem Jahr steht die 25. Veranstaltung im Kalender. Das Jubiläum wollen wir natürlich auch ein wenig feiern“, erklärt der Vorsitzende Hartmuth Lakeit. Da ließen sich die Teilnehmer nicht lange bitten. Aus allen Ecken des Landes reisten die Freunde des Kugelspiels in den Ambergau. „Das Hainberg-Turnier wurde offiziell über den Landesverband ausgeschrieben“, erläutert der Vorsitzende.
Pétanque, besser bekannt als Boule, erfreut sich beim BffL großer Beliebtheit. Nicht zuletzt, weil sich daran ältere und jüngere Menschen gleichermaßen beteiligen können. So reichte das Alter der Spieler von zwölf bis weit über 70 Jahre. Die Gäste schätzen auch, dass sie mit ihrem Wohnwagen anreisen und ihn auf dem Gelände abstellen können. Zusätzlich stehen einige Gästezimmer bereit. Doch bevor das Traditionsturnier beginnen konnte, musste das Organisationsteam ein wenig umdisponieren. Eine der insgesamt 23 gemeldeten Doubletten, wie sich ein Zweier-Team beim Pétanque nennt, war nicht erschienen. So blieb der Pétanquewartin Goldina Schrader und ihrer Mannschaft keine andere Möglichkeit, als die Spielpaarungen komplett neu auszulosen.
Zum Jubiläum übernahm Bockenems Bürgermeister Rainer Block den ersten Wurf auf dem Spielfeld, das zum Glück unter den heftigen Regenfällen der vorangegangenen Tage nicht so sehr gelitten hat. „Wir mussten aber kräftig Unkraut zupfen“, blickt Hartmuth Lakeit zurück. Mit speziellen Wettbewerbskugeln, die sich deutlich von dem günstigen Boulespiel aus dem Discounter unterscheiden, starteten die 23 Teams dann durch. An den beiden Tagen standen insgesamt sechs Runden auf dem Programm. Eine Partie kann auch schon mal eine Stunde und mehr dauern. „Da wird auf Millimeter gearbeitet. Im Zweifelsfall entscheidet das Maßband“, weiß der Vorsitzende. Wenn es dann noch Meinungsverschiedenheiten gibt, hatte Schiedsrichter Robert Fey vom FSB Hildesheim das letzte Wort.
Auf dem Platz gibt es den Leger, der die Kugel möglichst nah ans Ziel bringt, und den Schießer, der versucht, die gegnerischen Kugeln ins Abseits zu bugsieren. „Eine gewisse Übung ist schon wichtig. Sonst klappt das nicht“, meint BffL-Sportwart Frank Singenstreu. Ein Jahr ohne das Hainberg-Turnier kann sich Wolfgang Schmaske nicht vorstellen. Der Bielefelder schätzt die gute Gemeinschaft untereinander. Für ihn sei es beim Spiel besonders wichtig, einen Gegner auf gleicher Augenhöhe zu haben.
Der FKK-Sportpark war im Jahr 2000 auch schon Gastgeber eines internationalen Wettbewerbes. Damals beteiligten sich 128 Pétanque-Spieler aus neun Nationen am 19. Turnier der Internationalen Naturisten Föderation (INF). Qualifiziert hatten sich europäische Teams aus Deutschland, Österreich, Norwegen, Schweiz, Frankreich, Italien, Belgien, Holland und England. Über ein Jahr haben die Vorbereitungen gedauert. Zum Beispiel mussten Flaggen sowie die Nationalhymnen besorgt werden. Am vergangenen Wochenende ging es da schon etwas beschaulicher auf der oberhalb von Volkersheim gelegenen Anlage zu.
Dennoch gab es im Vorfeld für den 140 Mitglieder zählenden Verein allerhand zu tun. Lohn der Mühe waren viele zufriedene Gäste, die sich auch über das Rahmenprogramm freuten. Neben dem gemeinsamen Essen bereitete allen ein Diskoabend viel Spaß. Die Sieger des Turniers wurden mit einer Reihe Preisen bedacht. Den Manfred-Reichert-Wanderpokal, der nach einem früheren Vorsitzenden benannt ist, bekommt zum Beispiel stets der beste Verein.

Pétanque, was ist das eigentlich genau?

Der Bazillus breitete sich von Südfrankreich rasch in alle Erdteile aus. In den letzten Jahrzehnten stieg die Zahl der Aktiven stetig an. Mit rund 600.000 Lizenz-Spielern in 76 nationalen Pétanque-Verbänden ist es die am weitesten verbreitete Kugelsportart. Zwei Teams spielen gegeneinander. Ein Team besteht aus zwei oder drei Spielern, die über insgesamt sechs Kugeln verfügen. Die Eisenkugeln haben einen Durchmesser von 7,05 bis acht Zentimeter und ein Gewicht von 650 bis 800 Gramm. Durch Münzwurf wird entschieden, wer den kleinen Zielball aus gut sechs bis zehn Metern wirft. Derselbe Spieler wirft dann die erste Kugel so weit wie möglich an den Zielball. Nun ist die andere Mannschaft an der Reihe. Ein Spieler muss versuchen, seine Kugel noch näher heranzuwerfen. Abwechselnd wird geworfen, solange noch Kugeln vorhanden sind. Wenn alle Kugeln auf der Bahn liegen, werden die Punkte gezählt. Wer die meisten Kugeln in der Nähe der Zielkugel liegen hat, steht auf der Siegerseite. Jede Kugel, die näher an der Zielkugel liegt als die der anderen Mannschaft, zählt einen Punkt. Eine neue Runde beginnt. Die Siegermannschaft wirft die Zielkugel. Die Mannschaft, die als erste 13 Punkte erreicht hat, gewinnt das Match.