Anlieger müssen bei Dorferneuerung tief in die Tasche greifen

Die Hammenser Straße wird eventuell im Rahmen der Dorferneuerung ab Juli dieses Jahres ausgebaut. (Foto: Bordfeld)

Ausbaupläne der Hammenser Straße in Willensen gehen jetzt zum LGLN

Der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Eisdorf hatte zur einer öffentlichen Sitzung ins Dorfgemeinschaftshaus des Ortsteils Willensen eingeladen, in der es um den geplanten Ausbau der Hammensener Straße ging.

Von Petra Bordfeld

Willensen. Nach vielen Informationen, Diskussionen und Aussprachen stand am Ende fest, dass dem LGLN (Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen – Regionaldirektion Northeim) das jetzt erarbeitete Konzept zur Genehmigung vorgelegt wird. Kommt aus Northeim eine Zusage der Bezuschussung, mit der im April gerechnet wird, dürfte voraussichtlich im Juni/Juli mit den Arbeiten begonnen werden.
Bevor es aber soweit war, legten Klaus-Peter Dröge (Vorsitzender des Bau- und Umweltausschusses) und Diplom-Ingenieur Hans-Uwe Kispert vom Ingenieurbüro Harzer Ingenieure für Umwelttechnik aus Clausthal-Zellerfeld den Anwesenden das verabschiedete Ausbaukonzept vor. Er habe insbesondere die finanzielle Seite beleuchtet und sei dabei auf eine voraussichtliche Summe von rund 446.600 Euro an Baukosten gekommen. Hinzu kämen aber noch Planungs- und Bauleitungskosten sowie sonstige Nebenaufwendungen. Schließlich dürfe auch nicht nur der Straßenkörper erneuert werden, da die Rohre des in der Hammenser Straße verlaufenden Gewässergrabens in keinem guten Zustand seien. Es müsste auf einer Länge von zirka 285 Metern eine Gewässersanierung erfolgen und mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern neue Rohre gelegt werden, was rund 190.000 Euro kosten dürfte.
Die etwa 361 Meter lange Straßenbaustrecke selbst werde mit einer Fahrbahnbreite von 4,10 Metern ausgebaut werden. Links und rechts von ihr lege man Entwässerungsmulden von einer jeweiligen Breite von 85 Zentimetern an. Ein gepflasterter Fußweg mit einer Breite von 1,50 Metern sei ebenfalls fest eingeplant, und der reiche dann auch den gesamten Straßenzug entlang.
Während für den Straßenbelag Asphalt vorgesehen sei, räume die LGLN für den Gehweg nur für vier unterschiedliche Pflasterungen Zuschüsse ein. Kispert stellte die Auswahl der möglichen Pflasterarten vor. Und die deutliche Mehrheit der Anlieger wie auch die Mitglieder des Ausschusses entschieden sich für den „Terra Anti“ in Brauntönen, auch wenn er mit voraussichtlich knapp 19 Euro pro Quadratmeter nicht zu den Günstigsten gehört. Das Erscheinungsbild überzeugte.
Fred Langner, stellvertretender Fachbereichsleiter Bauwesen der Samtgemeinde, kam dann auf die Summen zu sprechen, mit welchen die Anlieger beim Ausbau des Straßenzuges rechnen müssten. Man müsse derzeit von einem vorläufig veranschlagten Aufwand in Höhe von etwa 537.000 Euro ausgehen, von dem aber der von der LGLN beantragte Dorferneuerungszuschuss abzuziehen sei. Die verbleibenden Euro müssten, da es sich laut einer eingeholten fachjuristischen Bewertung um eine Anliegerstraße handele, zu 75 Prozent von den Anliegern und zu 25 Prozent von der Gemeinde Eisdorf getragen werden. Besitzer von kleineren Grundstücken sollten durchaus mit einer Beteiligung von 2000 bis 4500 Euro rechnen. Bei mittleren läge die Summe voraussichtlich zwischen 4500 und 6500 Euro, bei großen wären es 8500 bis 16.500 Euro. Bei besonders großen Grundstücken seien auch noch deutliche Abweichungen zu berücksichtigen. Das alles seien allerdings erst einmal vorläufige Berechnungen, worauf ausdrücklich hingewiesen wurde. Wer zu diesem Thema noch sein Grundstück betreffende Fragen haben sollte, könne sich, so wurde den Anliegern angeboten, im Einzelgespräch im Rathaus Windhausen informieren.
Die vielen anwesenden Anlieger der Hammenser Straße nahmen die Gelegenheit reichlich wahr, Fragen zur Maßnahme und deren Finanzierung sowie der Ermittlung der von ihnen aufzubringenden Anteile zu stellen, die von den beiden Referenten und zum Teil von den anwesenden Mitgliedern des Bauausschusses und des Arbeitskreises beantwortet wurden.