TSVWillensen versteht es, ein Jubiläum zu feiern

Petra Pinnecke überreicht Astrid Schreiber das Weinglas mit dem Eisdorfer Wappen. (Foto: Bordfeld)
 
Michael Lehmann übermittelte die herzlichen Glückwünsche im Namen der Eisdorfer und Willensener Vereine und Verbände. (Foto: Bordfeld)

Michael Lehmann:„Das Geburtstagskind ist ein unschätzbarer Wert im kulturellen und sportlichen Leben“

Von Petra Bordfeld, Willensen

Begonnen hat das zweitägige Jubiläumsfest des TSV Willensen, der vor 90 Jahren aus dem Junggesellenverein „Immergrün“ entstanden ist, mit dem Ausrichten des Alt­ämter Staffellaufes (der „Beobachter“ berichtete). Zu Ende ging es an einer gemütlichen Kaffeetafel, wo selbst gebackener Kuchen und Musik aus der Konserve genossen wurden.
Dazwischen lag der Tanzabend im Festzelt, welches auf dem Sportplatz beim Dorfgemeinschaftshaus ausgerichtet wurde und gut besucht war. Die Gruppe „Prestige“ spielte für jeden Geschmack etwas auf, die Theatergruppe St. Georg aus Eisdorf wiederum nahm die Play-Back-Show gehörig aufs Korn. Die Akteure interpretierten nicht nur die Stimmen bekannter Sängerinnen und Sänger, sie schlüpften auch stets in die passende Kleidung. Zuvor wurde allerdings Norbert Janssen als ehemals langjähriger Vorsitzender für seine Verdienste um den Verein geehrt.
Feierlich begann der zweite Tag. Pastor Peter Schlichting aus Wulften hatte zur lithurgischen Feier ins Festzelt geladen, und es waren nicht wenige, die daran teilnahmen. Ein blumiges Dankeschön durfte übrigens Diemut Schwarzenborn aus Düderode von dem Kirchenvorstand dafür entgegenehmen, dass sie die angestimmten Lieder spontan auf dem Keyboard begleitete.
Nach dem Gottesdienst stand der Kommers auf dem Plan, zu dem sich viele Gäste und Gratulanten angesagt hatten. Nachdem die 1. Vorsitzende des TSV Willensen, Astrid Schreiber, ihre Freude über den großen Zuspruch kundgetan hatte und die Geschichte des Vereins Revue passieren ließ, eröffnete Bürgermeisterin Petra Pinnecke den Gratulantenreigen. Sie würdigte die Tatsache, dass dieser Verein bereits seit neun Jahrzehnten einen überaus wertvollen Beitrag für die Bürgerinnen und Bürger Willensens und auch Eisdorfs leiste, insbesondere auch für die Jugend, und damit für die Zukunft der Gesellschaft.
„Der Sport war und ist heute mehr denn je ein wichtiger Bestandteil unseres Gemeinschaftslebens,“ berichtete die Sprecherin weiter. Wer Sport treibe, lerne die Spielregeln zu akzeptieren und mit Siegen sowie Niederlagen umzugehen. „Wer Sport treibt, lernt den Umgang mit seinen Mannschaftskameradinnen und –kameraden, und damit den Umgang innerhalb unserer Gesellschaft“. Gerade in der heutigen Zeit, einer Zeit voller Veränderungen, voller Orientierungsprobleme für die Jugend, sei der Verein ein wichtiger Stabilisator, ein Garant für Kameradschaft und nicht zuletzt für Geselligkeit.
Ihr aufrichtiger Dank gelte den Frauen und Männern, die den Verein in seiner jetzt 90-jährigen Geschichte umsichtig geleitet hätten, allen Trainern und Übungsleitern, die für die sportlichen Erfolge verantwortlich zeigten, allen Sportlerinnen und Sportlern für deren Einsatz sowie all denen, die sich in den vergangenen 90 Jahren uneigennützig in den Dienst des Vereins und damit der Allgemeinheit gestellt hätten.
Sie wünschte dem Jubilar für die Zukunft eine weiterhin glückliche und erfolgreiche Entwicklung und überreicht Astrid Schreiber das Weinglas mit der Gravur des Eisdorfer Wappens. Edgar Martin, seines Zeichens Bürgermeister von Kalefeld, sparte ebenso nicht mit Worten der Anerkennung. Auch wenn beide Gemeinden mittlerweile anderen Kreisen angehören, sprächen sie doch noch immer die gleiche Sprache. Er überreichte der ersten Vorsitzenden einen Pokal, auf dem ein Fußball zu sehen ist, mit den Worten: „Was nicht ist, kann ja noch werden“.
Helga Maaß trat als erste Vorsitzende des Turnkreises Osterode und des Turnbezirks Braunschweig ans Mikrofon und erinnerte daran, dass sie vor 15 Jahren, anlässlich des 75-jährigen Bestehens des TSV Willensen schon einmal in der Gemeinde gewesen sei. Auf die Staffelläufe zu sprechen kommend, würdigte sie diese Aktion als äußerst lobenswert, weil sie doch kreisübergreifend sei. Der TSV Willensen sei außerdem ein Vorbild im Bereich der guten Zusammenarbeit mit anderen Sportvereinen. Abschließend überreichte sie ein inhaltsreiches Flachgeschenk.
Davon gab es noch eine ganze Handvoll, als Horst Bredthauer zusammen mit den Vorsitzenden des TuS Kalefeld, der TSG Düderode/Oldenrode, des MTV Westerhof, der TSG Echte und des FC Sebexen nach vorne trat. Zuerst schaute er aber zurück auf den Start des TSV Willensen beim Altämter Staffellauf. 1967 – das Jahr, in dem Verein sich angemeldet hat, wurde noch gefragt, wer das denn sei. Der Atem habe den Kritikern gestockt, als dieser Neuling sich gleich den Sieg in der Hauptstaffel sicherte. Mittlerweile habe der Verein eine der tragenden Rollen übernommen und in 90 Jahren die Begeisterung am Sport nicht verloren.
Michael Lehmann wiederum überbrachte die herzlichsten Glückwünsche aller Eisdorfer und Willensener Vereine und Verbände. Das „Geburtstagskind“ sei ein unschätzbarer Wert im kulturellen und sportlichen Leben. Er gehe davon aus, dass man sich in zehn Jahren zum 100-Jährigen wiedertreffen werde. Auch er war nicht mit leeren Händen gekommen.
Nachdem sich dann alle bei der zünftigen Vesper gestärkt hatten, wo die „ErnstHaftComedy“ für den guten Ton sorgte, ging es gleich weiter mit der Kaffeetafel.
Der Platz rund um das Zelt hatte sich übrigen in einen kleinen aber feinen Jahrmarkt verwandelt, der nicht bloß Kinder, sondern auch Erwachsene in seinen Bann zog.