Bahnsteige am Gittelder Bahnhof werden modernisiert

Nutzung des Saals „Alte Burg“ führt zu Unstimmigkeiten

Von Camillo Kluge, Windhausen

Die jüngste Ratssitzung der Gemeinde Windhausen schien eine schnelle Angelegenheit zu werden. Doch die Änderung der Tagesordnung, den Haushalt ganz hintenanzustellen und davor die öffentliche Sitzung kurz zu unterbrechen und intern zu beraten, deutete bereits an, dass der schöne Schein trog.
Dabei hatte Bürgermeister Burkhard Fricke in seinem kurzen Bericht sich noch einmal zufrieden über die 777-Jahr-Feier geäußert, aber auch seinen Eindruck eines „Hauens und Stechens“ rund um den Saal „Alte Burg“ kundgetan. Er betonte, den Ehrenamtlichen, die mit viel Engagement den Saal mitgestaltet hätten, „gebührt Dank und Anerkennung, aber dadurch sind keine Rechte erwachsen“. Zudem seien rund um den Saal weitere Arbeiten nötig, die – ehrenamtlich – zum Lichterfest am 6. August erledigt sein sollen, damit der Saal als Ausweichort bei schlechtem Wetter parat sei.
Gemeindedirektor Harald Dietzmann verriet, dass die deutsche Bahn die Bahnsteige modernisieren wolle. „Ende Juni werden die Planungen vorgestellt“, leitete er die Informationen der DB weiter. Für die maroden Bahnübergänge hingegen sei immer noch keine Lösung in Sicht. Auch zum Thema Breitband-Versorgung gab es Neues. Derzeit deute alles darauf hin, dass das leistungsstarke Netz nur als Funknetz zur Verfügung stehe. „Das Funknetz soll schon bereit sein, vom Festnetz-Ausbau ist derzeit keine Rede“, schilderte er seine Kenntnis über die Telekom-Pläne.
Durchgewunken und jeweils einstimmig abgesegnet wurden die Jahresabrechnung und Planung in Sachen Grünflächenpflege sowie die Deckung der Mehrausgaben beim Ausbau des Saals „Alte Burg“ durch im Straßenunterhalt nicht ausgegebene Mittel. Hier deutete Dietzmann an, dass die noch ausstehende Außensanierung über ILEG eine Förderung erfahren könne. Auch dem Vorschlag des Bauausschusses, eine Entscheidung über den Ausbau der Straße „Waldweg“ abzuwarten, bis das Gutachten Burgstraße fertig sei (der „Beobachter“ berichtete), wurde unisono beigepflichtet.
Harm-Heiko de Vries teilte mit, dass der Gemeinderaum „Untere Harzstraße“ von einer „Yoga-Tante“ und einem Fremdsprachenkurs belegt sei, obwohl im offiziellen Belegungsplan „frei“ vermerkt sei. Dietzmann versprach, dass „wir prüfen, ob da eigenmächtig die Nutzungsgenehmigung verlängert wurde.“
Schließlich folgte die Unterbrechung, auf 20 Minuten angesetzt. Am Ende war es mehr als viermal so lange, bis der Rat den Haushalt in neuer Form beschloss. Eine Grundstücksangelegenheit, so Volker Höfert, Leiter Finanzwesen der Samtgemeinde, „die eventuell Einfluss in den Haushalt nimmt.“ Um welches Grundstück es sich genau handelt, konkrete Kosten, all das konnte und durfte Höfert nicht beantworten. Aber „es ist ein wichtiges Grundstück für die Gemeinde“, verriet er. Dazu musste die eine oder andere Ausgabe im Haushalt gestrichen oder zumindest nach hinten verschoben werden. „Diese Veränderung der Prioritäten war notwendig, um finanziellen Handlungsspielraum für den Ankauf dieser Grundstücksfläche im Ortskern zu erhalten“, so Höfert. Bevor nun weitere Verhandlungen geführt werden, sei die Genehmigung der Kommunalaufsicht für die insgesamt vorgesehene Kreditneuaufnahme einzuholen, erläuterte er.