Den Einstieg ins Gemeindeleben erleichtern

Zahlreiche Bürger, darunter auch viele Jugendliche, hatten sich zur Auftaktveranstaltung zur Einrichtung eines Helfer-Netzwerkes im Sitzungssaal des Windhäuser Rathauses eingefunden. (Foto: Niemann)

Den Einstieg ins Gemeindeleben erleichtern
Ein Helfer-Netzwerk aus Bürgern und Verwaltung soll Flüchtlingen Starthilfe geben und für bessere Integration sorgen

Wie kann man Flüchtlingen und Asylanten den Einstieg in das Gemeindeleben von Bad Grund erleichtern und ihnen bei den täglichen Dingen des Lebens unter die Arme greifen?

Zu diesen Fragen wurde viel diskutiert im Sitzungssaal des Windhausener Rathauses, in das am vergangenen Mittwoch viele interessierte Bürger gekommen waren. Durch den Abend führte Florian Panknin (1. Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Gemeinde Bad Grund), der jedoch betonte, dass, auch wenn die Idee zur Bildung eines Helfer-Netzwerkes in einer Vorstandssitzung der SPD entstanden sei, dies nicht als Parteiveranstaltung angesehen werden solle. Vielmehr sei dieser Abend als Auftaktveranstaltung für interessierte Bürger auf Gemeindeebene zu verstehen, um damit ein gesamtgesellschaftliches Thema in Angriff zu nehmen. „Dies ist ein Startschuss für mehr Miteinander“, so Panknin, „alles was wir mehr schaffen können, als das, was wir jetzt haben, ist gut“.

Die Verwaltung allein könne die Probleme bei der Eingliederung nicht lösen, erläuterten Joachim Grupe (Fachbereichsleiter Innere Dienste und Soziales) und Stephan Mantel (Grundsicherungsamt), denn nur mit dem zur Verfügung stellen einer Wohnung und finanziellen Mitteln, sei den neuen Gemeindemitgliedern zwar vorerst geholfen, aber keine Integration und Hilfe in Alltagsfragen ermöglicht.
Die Barrieren in der Verständigung stellten sich an dem Abend als das größte Problem dar, da die ankommenden Flüchtlinge aus unterschiedlichen Ländern wie Syrien, Irak, Afghanistan, Serbien, Albanien, Pakistan, dem Kosovo und aus dem Libanon stammen. Sprachkurse würden erst genehmigt, wenn die Menschen bleiben dürften, erläuterte Panknin. Hier seien Menschen mit Fremdsprachenkenntnissen gefragt. Wobei es sich dabei nicht unbedingt um ausgebildete Lehrer handeln müsse sondern schon das Vermitteln von Grundbegriffen weiterhelfe.

Während der Diskussionsrunde stellte sich heraus, dass in den Ortschaften bereits mehrere Hilfsprojekte laufen, wie Sprachunterricht und Begleitung zum Einkauf. In Eisdorf hat sich vor kurzem ein Arbeitskreis Willkommenskultur aus Vereinen, Verbänden und der Politik unter Federführung von Herbert Lohrberg (SPD-Fraktionsvorsitzender Kreistag) und der Kirchengemeinde gebildet. Ziel ist nun, das Ganze auf Gemeinde­-ebene zu vernetzen und noch mehr ehrenamtliches Engagement auf die Beine zu stellen.

Noch vor Ort erklärten sich viele Einwohner bereit, sich einzubringen und hinterließen Namen und Kontaktdaten. „Wir erhalten etwa eine Woche vor Ankunft der Flüchtlinge Bescheid“, so Mantel, „da wären Ansprechpartner aus der Bevölkerung wünschenswert“.

Erfreulicherweise waren auch viele Jugendliche zu der Auftaktveranstaltung gekommen, wie die Schüler der Berufsbildenden Schule I, die in ihrem Unterricht gerade das Projekt Flüchtlinge behandeln und an einer Präsentation über das Leben der Menschen in einem fremden Land arbeiten.

Bürger, die sich in jeder Form ehrenamtlich einbringen und Hilfestellung für Flüchtlinge und Asylanten leisten möchten, werden gebeten, sich bei Joachim Grupe unter der Telefonnummer (05327) 58132 oder bei Stephan Mantel unter der Telefonnummer (05327) 58138 zu melden. Interessierte können auch über die Homepage www.gemeinde-bad-grund.de über den Menüpunkt „Bürgerservice“ Kontakt aufnehmen.