Landkreis Osterode ist zum Sparen verdonnert

Osterode Bürgermeister Klaus Becker und Samtgemeindebürgermeister Harald Dietzmann hoffen auf eine produktive Zusammenarbeit. (Foto: Christian Dolle)

SG Bad Grund und Stadt Osterode wollen die IKZ mit Leben füllen

Seit einiger Zeit ist die Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) Thema in den Räten und Ausschüssen. Dem Haushaltsdruck soll so entgegengewirkt werden. In der Samtgemeinde Bad Grund wird sie von nun an mit der Stadt Osterode praktiziert.

Von Christian Dolle

Osterode / Windhausen. Eheschließungen, Geburtsurkunden, Namensgebung – alle Aufgaben, die in den Zuständigkeitsbereich des Standesamtes fallen – werden in der Samtgemeinde Bad Grund künftig durch das Standesamt der Stadt Osterode abgehandelt werden. Für den Bürger sollen die Veränderungen aber möglichst gering gehalten werden.
„Wir wollen jetzt in trockene Tücher bringen, was beschlossen wurde und die Interkommunale Zusammenarbeit mit Leben füllen“, kündigte Samtgemeindebürgermeister Harald Dietzmann bei der Unterzeichnung des Vertrages mit der Stadt Osterode an. Die IKZ sei kein Allheilmittel, führte er aus, doch ein Beitrag, um die Finanzen in den Griff zu bekommen. Dem stimmte auch Osterodes Bürgermeister Klaus Becker zu, sprach aber auch die drei Problembereiche an, mit denen man sich auseinanderzusetzen hatte. Zum einen werde man natürlich vor technische Probleme gestellt, die jedoch schnell zu lösen seien. In einer politischen Dimension müsse man klären, dass es hier nicht darum gehe, dass der größere Vertragspartner den kleineren übernehme, sondern dass man auf Augenhöhe zusammenarbeite. Und zuletzt müsse man auch Verständnis für die Ängste der Mitarbeiter haben, schließlich hingen auch Arbeitsplätze daran, so dass die Entscheidung nicht jedem gefalle.
Auf dem Weg zur Einheitsgemeinde habe die Samtgemeinde noch einige Schritte zu tun, erläuterte Dietzmann, und die Umsetzung der IKZ in bestimmten Bereichen sei dabei ein Schritt in die richtige Richtung. „Wir sind zum Sparen verdonnert“, sagte er. Zwar werden die Öffnungszeiten des Standesamtes verringert, doch das sei eine generelle Entwicklung, merkte Tonja Mügge an, die künftig für die Bürger da sein wird. Zudem gebe es ja auch das Standesamt in Osterode, das ebenfalls geöffnet sei.
„Ich wünsche mir, dass es gut läuft, doch das kann man erst mit der Zeit sehen“, sagte Becker. Außerdem betonte er seinen Wunsch, eine Kooperationsform zu finden, wo dann auch die Samtgemeinde für die Stadt Osterode Verantwortung übernehmen kann. Noch sei es eben ein erster Schritt, allerdings in die richtige Richtung.
Die Interkommunale Zusammenarbeit soll laut dem Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport den rückläufigen Einnahmen, wachsenden Schuldenbergen sowie den durch den demografischen Wandel bedingten Problemen entgegenwirken und den Kommunen die Handlungsfähigkeit sichern. Wenn nun die Samtgemeinde Bad Grund und die Stadt Osterode beim Standesamt zusammenarbeiten, sei dies eine Pionierarbeit, deren Erfolg man erst in einiger Zeit absehen könne. Konkret, so Samtgemeindebürgermeister Harald Dietzmann, wisse man nicht, worauf man sich einlässt.
Natürlich hätten viele Mitarbeiter noch Vorbehalte, das können beide Bürgermeister nachvollziehen, doch gerade für die Bürger soll sich die Entwicklung nur im Hintergrund vollziehen. „Wir wollen gewährleisten, dass unsere Kundschaft von der Organisation im Hintergrund nichts mitbekommt“, so Dietzmann.
Daran werden auch Tonja Mügge, die von Fachbereichsleiter Joachim Grupe als neue Kraft begrüßt wurde, Claudia Pinnecke und Yvonne Hausmann vom Standesamt Osterode arbeiten, sowie auch die derzeitige Standesbeamtin Margita Klingebiel, die den Kolleginnen für einige Zeit noch beratend zur Seite steht.
„Der Vertrag war auch für mich Neuland“, sagte Dirk Schlegel, „Wir mussten überlegen, wie man sowas konzipiert, wie man es dann umsetzt und auch rechtliche Komponenten bedenken.“