Mit Adalbert Keinert geht ein Stück Windhäuser Geschichte verloren

Adalbert Keinert ist hier mit seinen berühmten Körnernüssen zu sehen. (Foto: bo)

Sein Leben widmete er seiner geliebten Familie und der Heimat

Windhausen (kip). Am Mittwoch, 18. Mai, verstarb Adalbert Keinert mit 85 Jahren. Adalbert Keinert erblickte am 14. Dezember 1926 in Windhausen das Licht der Welt. Hier wuchs er auf, hier verlebte er seine Kindheit, und hier ging er zur Schule. Windhausen war seine Heimat. Mit seinem Heimatort und dem Harz war er stark verwurzelt. Den Harz, die Heimatgeschichte, die Brauchtumspflege und die Entwicklung dieses Raumes sowie den in diesem Raum lebenden Menschen war er sehr verbunden. Im Mittelpunkt seines Lebens standen jedoch seine Familie und sein Elternhaus, in der einst die Wassermühle seinen Vorfahren Arbeit und Brot sicherte.
Nach seiner Schulzeit erlernte Adalbert Keinert auf der Fassfabrik Mende in Teichhütte das Böttcherhandwerk. Nach wenigen Berufsjahren erlebte er als Soldat den 2. Weltkrieg und die englische Kriegsgefangenschaft. Während dieser wurde er von Angehörigen der Heilsarmee versorgt. Zu einigen entstand ein persönlicher Kontakt, den er über Jahrzehnte pflegte. Durch gegenseitige Besuche wurde diese Verbundenheit deutlich. Mit dem Fahrrad fuhr er in den ersten Jahren nach seiner Kriegsgefangenschaft zu Treffen mit Angehörigen der Heilsarmee in Göttingen.
1948 lernte er seine Frau Karla in Römers Hotel in Bad Grund kennen. Sie heirateten 1949. Zunächst wohnten sie in Bad Grund auf dem Hübichweg. Doch alsbald bezog das junge Paar eine Wohnung im Elternhaus in Windhausen. 2009 feierten Adalbert und Karla Keinert das seltene Fest der diamantenen Hochzeit.
Nach den Wirren des Krieges arbeitete Adalbert Keinert wieder bei der Firma Mende in Teichhütte. 1955 wechselte er seinen Arbeitsplatz und nahm eine Arbeit im Steinbruch Winterberg bei Bad Grund auf. Hier übte er verschiedene verantwortungsvolle Tätigkeiten aus; unter anderem als Streckenwärter für die Seilbahnanlage vom Steinbruch Winterberg zum Werk in Münchehof. Später war Adalbert Keinert bis zum Bezug seiner Altersrente im Kalkwerk Münchehof tätig.
In seiner Freizeit befasste er sich mit der Heimatgeschichte, richtete in seinem Haus eine kleine Heimatstube ein und bastelte Körnernüsse. Deren Herstellung war seine besondere Leidenschaft. Dieses Hobby übte er bis ins hohe Alter aus. Mit diesen Nüssen machte er vielen Menschen eine große Freude. Seine Körnernüsse gingen in die Welt hinaus. Sie lösten in Amerika, Japan und vielen anderen Ländern dieser Erde Freude und Erinnerungen an eine schöne Zeit aus. In Büchern, im Fernsehen und in sonstigen Medien wurde oft über ihn und seine Körnernüsse berichtet.
Adalbert Keinert war seiner Heimat treu verbunden. Er pflegte das Brauchtum. In Windhausen gründete er mit anderen Mitgliedern die Brauchtumsgruppe „Die Burgfinken“ des örtlichen Harzklubs. Solange es seine Gesundheit erlaubte, trat er mit dieser Gruppe bei fast allen Anlässen auf und nahm mit dem bekannten Hochzeitszug dieser Gruppe an vielen Umzügen teil.
Als aktives Gründungsmitglied unterstützte er den Knappenverein Bad Grund und Umgebung. Sein Wirken in der Schützengesellschaft Windhausen nahm für ihn einen besonderen Stellenwert ein. Von 1983 bis 1986 war er Schützenkönig. Er durfte mit Stolz den Silbernen Löwen tragen. In späteren Jahren errang er die Würde des Seniorenkönigs. In Anerkennung seiner Verdienste verliehen ihm die Schützen die Ehrenmitgliedschaft.
Aber auch über die Kreisgrenzen hinaus wirkte der Verstorbene. Beispielsweise stand Adalbert Keinert nach der Wende Pate bei der Gründung des Schützenvereins Limlingerode. Auch dieser Schützenverein dankte ihm mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft.
Seine ehrenamtliche Arbeit in vielen anderen Vereinen und Verbänden wurde geschätzt und oft gewürdigt. Adalbert Keinert genoss hohe Anerkennung. Oft wurde sein Rat gehört.