Räumung der Klärschlammbeete soll im Juni erfolgen

Jürgen Beck (rechts) schaut sich zusammen mit dem Ver- und Entsorger Manfred Gemende (links) die Becken an, welche im Juni geräumt werden sollen. (Foto: Bordfeld)

Magdeburger Stollen ist schon seit dem 19. Jahrhundert in Betrieb

„Sie werden auch im Notfall eine komfortable Wasserversorgung haben“, das versicherte Günther Schalude vom Ingenieur-Büro Harzer Ingenieure (HIFU) aus Clausthal-Zellerfeld den Mitgliedern des Werksausschusses der Samtgemeinde Bad Grund, als er zusammen mit Markus Krügener den überarbeiteten Notfallplan vorstellte.

Von Petra Bordfeld

Windhausen. Dr. Ingenieur Udo Pauly und Diplom-Ingenieur Stefan Rehfus der Firma eko-plan informierten anschließend nicht über den Umgang mit dem wertvollen Nass, sondern machten deutlich, dass die ersten beiden, gut mit Klärschlammerde gefüllten „Beete“ auf der Abwasserreinigungsanlage der Samtgemeinde Bad Grund (ARA) in Förste im Juni geräumt werden müssten. Letztendlich stünden interessierte Landwirte bereits Schlange.
Zum Thema „Notfallplan“ war zu vernehmen, dass die Hauptlast dieser Aktion auf dem Magdeburger Stollen liege, der bereits Mitte des 19. Jahrhunderts für die Wasserversorgung für Bad Grund gebohrt wurde und eine Speichermöglichkeit von rund 80.000 Kubikmetern hat. Immerhin lägen in den einzelnen Gemeinden rund 80 Kilometer Rohre und Leitungen, die die Wasserversorgung sicherstellten. Dazu kämen noch zwölf Druckzonen, die das lebenswichtige Element in der Spur hielten. Allerdings dürfe in einem Notfall nicht vergessen werden, die Bürger ständig darüber zu informieren, dass der normale Verbrauch von 150 Litern pro Person auf 15 Liter pro Person gedrosselt werden müsse. Außerdem empfahl er, dass das dafür zuständige Personal regelmäßig damit vertraut gemacht werde, wie die Technik für die Notwasserversorgung richtig gehandhabt wird.
Dann wechselte das Thema vom Trinkwasser zum Schmutzwasser, wobei allen klar wurde, dass es schon fast zehn Jahre her ist, als sich der Werksausschuss auf Initiative des technischen Werksleiters Jürgen Beck dazu entschieden hat, auf der ARA Förste Beete für die Klärschlammvererdung anzulegen, um so eine jährliche Kosteneinsparung von rund 60.000 Euro zu erwirtschaften. In Betrieb ging diese neue Klärschlammtrocknung ein Jahr später.
Die Herren Dr. Pauly und Rehfus betonten, dass es jetzt an der Zeit sei, die ersten beiden, mit rund 3.500 Kubikmetern gefüllten „Beete“ auszuräumen. Zurzeit sei auch die Preisstruktur günstig, weil das Interesse der Landwirte sehr groß an dem Mutterbodenersatz zur Rekultivierung von Flächen, zum Abdecken von belasteten Böden oder zur Aufschüttung von Dämmen sei.
Jürgen Beck betonte, dass sich jetzt zeige, dass man vor zehn Jahren zwar neue, aber richtige Wege beschritten habe, denn letztendlich gäbe es bei der berechneten Lebensdauer dieser Anlage von mindestens 25 Jahren erhebliche Kostenvorteile gegenüber der bisherigen Klärschlammbearbeitung, die ihr Ende auf der Mülldeponie fand.